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Eilenburg Doberschütz blockiert erneut Plan für Asylbewerberheim
Region Eilenburg Doberschütz blockiert erneut Plan für Asylbewerberheim
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Im Doberschützer Gemeinderat wurde am Donnerstagabend über eine Gemeinschaftsunterkunft debattiert. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Doberschütz

Insgesamt fünf Wohnungen, eine weitere private in Paschwitz und eine kommunale in Doberschütz, stehen für dieses Jahr in der Heidegemeinde für Flüchtlinge zur Verfügung. In der Bürgerfragestunde schlugen die Wellen im Wöllnauer Saal wiederum hoch: Zu den vom Rat zuvor in einer nichtöffentlichen Beratung ausgewählten Standorten - unweit des Bahnhofes Doberschütz, im Gewerbegebiet Paschwitz-Sprotta und auf dem Gelände des Berufsschulzentrums Rote Jahne - gebe es noch viele ungeklärte Probleme.

Über 100 alleinreisende junge Männer würden ein Sicherheitsrisiko darstellen, Beschäftigung und Integration seien auf Dörfern nur schwer umzusetzen. Warum gerade in Doberschütz Druck gemacht werde, wo doch das Thema beispielsweise in Zschepplin und Jesewitz noch keine große Rolle spiele, wurde ebenfalls gefragt. Eine Fülle von Sorgen waren wiederum zu hören, die neben der Kritik an der Asylpolitik der Bundesregierung auch schon in vorangegangenen Bürgerversammlungen aufkamen. "Wir sind nicht schuld, dass die Politik versagt hat", wurde allgemein beklatscht, genauso wie das Votum von zehn Gemeinderäten, die gegen den Beschlussvorschlag stimmten, dem Landkreis die drei genannten Grundstücke zur Prüfung zu empfehlen.

Zwei Räte wurden ausgebuht, weil sie zustimmten. "Ich verstehe die Ängste", so Karsten Ittner, einer von zwei Räten, die wegen Befangenheit nicht mit abstimmten. Doch vor Ort ginge es nicht um Bundespolitik, sondern darum, was mit den Menschen geschehen soll, die dem Kreis zugewiesen werden. Bürgermeister Roland Märtz (CDU) berichtete von einem Kompromiss, der gegenwärtig mit dem Landkreis verhandelt werde: eine Gemeinschaftsunterkunft für 60 Männer zu errichten. Den anderen Teil dezentral mit Familien zu belegen. Weitere Wohnungsangebote sind also nach wie vor gefragt.

Karin Rieck

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