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Eilenburg Doberschütz lehnt Asylheim an der Bundestraße 87 ab
Region Eilenburg Doberschütz lehnt Asylheim an der Bundestraße 87 ab
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00:27 04.11.2015
Der Gemeinderat Doberschütz hat das geplante Asylheim an der Bundesstraße 87 abgelehnt. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Wöllnau

Nach dem Tausch wollte der Landkreis auf zirka 3000 Quadratmetern eine Unterkunft für 120 Asylbewerber errichten, die in der weiteren Planungsphase an die Infrastruktur angeschlossen werden sollte. Deshalb brannte nicht nur in der Einwohnerversammlung in Mörtitz vor drei Wochen, als über das Projekt und seine Dringlichkeit informiert wurde, die Luft. Auch Donnerstagabend gab es im vollen Wöllnauer Kultursaal deutliche Proteste dagegen sowie gegen die Asylpolitik im Allgemeinen.

Bürgermeister Roland Märtz (CDU) wurde zu Beginn der Ratssitzung mit dem brisanten Beschluss eine Liste mit über 400 Unterschriften von Gegnern der Flüchtlingsunterkunft überreicht. Zwischenrufe, -fragen, Beifall, aber auch Häme hebelten die Diskussion der Räte und geltende Geschäftsordnungen immer wieder aus. Die Ratsmitglieder Helmut Fehre (Bürger für Bürger) und Karsten Ittner (CDU) sahen auch nach den Vorabinfos offene Fragen: zur Anbindung des Heimstandortes an Infrastruktur und Versorgung, zu Integrationsproblemen und Kosten. Dass noch vor Planungs- und Abwägungsphase eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gerückt wurde - für ihre sachliche Argumentation musste sich Angelika Stoye, Ordnungsdezernentin beim Landkreis, auch unfaire Reaktionen gefallen lassen. Peter Thiemecke (SPD) wusste, damit auch Doberschütz seinen Beitrag zur Aufnahme von Flüchtlingen leistet, "trotz Bauchschmerzen keine bessere Lösung im Moment". Von einigen im Saal forderte er "Verstand und Respekt" ein für die, "die zwischen Baum und Borke" agieren. Am Ende zeigten sich die Kreisvertreter offen für weitere Vorschläge aus Doberschütz, das für dieses Jahr nach gültigem Schlüssel 62 Asylbewerber aufnehmen müsste. So gibt es etwa zehn Wohnungsangebote aus Laußig, Sprotta, Paschwitz und Eilenburg. Weiteres wird im Gemeinderat am 3. Dezember besprochen.

Karin Rieck

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