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Doberschütz will sich nicht abhängen lassen

Doberschütz will sich nicht abhängen lassen

Der Doberschützer Gemeinderat hatte sich in seiner jüngsten Sitzung mit deutlicher Mehrheit positioniert: Entweder wir kriegen unsere Anbindung oder wir lehnen die Varianten der neuen B87 ab.

Doberschütz. Im aktuellen Raumordnungsverfahren, das den Korridor einer neuen, vierspurig ausgebauten Bundesstraße zwischen Leipzig über Eilenburg, Mockrehna, Torgau via Landesgrenze Brandenburg festlegt, soll Doberschütz abgehängt werden. Der Trassenverlauf entlang des Ortsteils Sprotta-Siedlung, landwirtschaftliche Transportwege und Eingriffe in die Heide sind weitere Kritikpunkte. Grundsätzlich habe der Rat nichts gegen besagte schnelle Verkehrsverbindung, heißt es in der Stellungnahme der Gemeindeverwaltung an den Planungsträger, die Landesdirektion Leipzig, die dieser Tag mit dem Segen des Rates rausging. Einen besonders neuralgischen Punkt – Sprotta-Siedlung – hofft die Gemeinde mit einer sogenannten „Überdeckelung“ im Rahmen des Lärmschutzes erreichen zu können. Ähnlich wie auf der A9 bei Jena , wo ein künstlicher Tunnel errichtet wurde. Ob das im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durchzusetzen ist, bleibt offen, räumte Bürgermeister Roland Märtz (CDU) auf Nachfrage ein. Wie berichtet, hatte sich der Rat für den Ausbau der vorhandenen Trasse im Bereich Sprotta-Siedlung und gegen die südliche Abkurvung ausgesprochen. Dagegen gibt es aus dem Ort am Rande von Eilenburg, woher wie aus Bunitz das meiste Interesse für die öffentlich ausgelegten Unterlagen des Verfahrens kam, heftigen Widerstand. Die Variante südlich um den Ort herum würde, gab Märtz zu bedenken, auf einem drei Meter hohen Damm errichtet und die Umgebung zusätzlich beschallen. Deswegen wollen die Bunitzer die B 87 dort lassen, wo sie jetzt ist. Während für Sprotta-Siedlung vom Damm sowie von der alten B87 Lärm zu erwarten wäre. Denn diese Straße würde als Anbindung zur Anschluss-Stelle Eilenburg-Ost fungieren. Und damit hat Doberschütz große Probleme. „Zwischen Eilenburg-Berg und -Ost sind es 3,8 Kilometer und von Ost zur Kreuzung Doberschütz noch einmal 3,8 Kilometer, Es ist deshalb gerechtfertigt, dort ebenfalls eine separate Anbindung für die Gemeinde zu schaffen“, betonte Märtz. Ansonsten seien Umwege und Durchfahrten durch Eilenburg zusätzliche Blockaden und schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung von Doberschütz. Würde für die Heidegemeinde so wie jetzt keine Anbindung vorgesehen, dann käme auch von hier eine generelle Ablehnung, ganz zu schweigen vom Veto der Landwirtschaftsbetriebe. Die Forderungen lauten zusammengefasst: Eine Anbindung von Doberschütz nach Mölbitz muss bleiben, die neue B87 ist über die Ortsverbindung sowie über die Strellner Kreisstraße hinwegzuheben. Ein weiterer Knackpunkt: Auf der Ortsverbindung Sprotta-Eilenburg liegt Bergrecht. Der jetzige Kiesförderbetrieb habe zwar keine Pläne, diese Straße zurückzubauen. Aber wie sich ein neuer Investor verhalten würde, weiß keiner, auch wenn er zu Ersatzbauten verpflichtet sei. „Die Trasse Doberschütz-Sprotta-Battaune über die Kreisstraße Wöllnau-Mörtitz-Rote Jahne zu führen, ist ganz einfach eine Krücke und eine Umfahrung, die übermorgen keiner haben will“, so Märtz. Und während da noch vieles in den Sternen steht, gebe es im Raumkonzept teilweise sehr detaillierte Ausführungen zu Brücken und Querungen, nur das Was und Wie sei noch sehr lückenhaft. „Es wird wahrscheinlich noch eine Information geben, wie die Stellungnahme der Gemeinde abgewogen wurde und in welcher Form sie ins weitere Verfahren einfließt“, vermutete der Bürgermeister zum weiteren Gang der Dinge. Frühestens im Oktober 2010 würde wohl das Planfeststellungsverfahren starten und damit erneut eine Anhörung der betroffenen Gemeinden fällig. Es regt sich nicht nur in Doberschütz reichlich Protest und alles muss auf den Prüfstand. Das dauert. Märtz weiß aus Erfahrung: „Vor 2020 ist ein Baubeginn unrealistisch, denn nach dem bis 2015 befristeten Bundesverkehrswegeplan müsste die Elbbrücke in Torgau fertig sein. Und die ist noch nicht mal begonnen. Danach wird ein neuer Wegeplan beschlossen. Bis dahin könnte die neue B 87 höchstens auf dem Papier real sein.

Karin Rieck

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