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Doberschützer Kanoniertreffen mit Knall und Rauch

Doberschützer Kanoniertreffen mit Knall und Rauch

Erst gab es den zum Ohrenzuhalten lauten Knall, dann zogen Rauchschwaden über den Platz. Zum dritten Böllerschützentreffen lud am Sonnabend der Verband Deutscher Schwarzpulver-Kanoniere (VDSK), Standort Doberschütz ein.

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Pulverdampf umhüllt die Kanoniere nach dem Schuss.

Quelle: Thomas Jentzsch

Sprotta/Paschwitz. Im Gewerbegebiet Paschwitz fanden sich zu diesem Event Gleichgesinnte der Standorte Meerane, Dommitzsch, Langenhessen und Strehla ein. Als Gäste begrüßten die Doberschützer Kanoniere den Schützenverein Kolmböhlitz und die Schützengilde Bad Düben.

Zu bestaunen waren liebevoll hergerichtete Kanonen, die kleinsten mit einem Kaliber von 20 Millimeter bis hin zu den Großkalibern mit einem Kaliber von 55 Millimeter. Natürlich waren die Schmuckstücke nicht nur zum Anschauen da, mit Schwarzpulver und Verdämmungsmaterial geladen traten die Geschütze in explosive Aktion.

Im Standort Doberschütz des VDSK gab es Kanonennachwuchs. Jörg Heiderich und Christian Reis hatten viel Mühe und Zeit investiert. Über 200Stunden bastelte Heiderich an seiner Kanone Kaliber 50 Millimeter. „Das größte Problem sind die Räder“, erzählte er. „Jemand zu finden, der solche Eichenräder herstellt, ist so gut wie aussichtslos. Sind diese gefunden, kann es mit dem Bau los gehen.

Auch Christian Reis hatte seine Probleme beim Suchen. Er fand die Räder schließlich in Kassel. Die imposante Kanone ließ er in einer Gießerei in Wurzen anfertigen. Mühevoll wurden alle Holzarbeiten in Angriff genommen. Alle Beschläge und selbst die Viereckmuttern mussten eigens angefertigt werden, um schließlich nach über einem Jahr Arbeit solch ein edles Gerät mit 51-mm-Kaliber-Durchmesser sein eigen zu nennen. Nach dem Beschuss, einer Zulassungsprüfung, ähnlich wie der Tüv bei einem Auto, sind die beiden neuen Errungenschaften der Doberschützer Kanoniere jetzt zugelassen.

Heiderich und Reis möchten in diesem Jahr mit ihren Eigenbau-Kanonen an den ersten Internationalen Meisterschaften der Großgeschütze in Sondershausen/Thüringen teilnehmen. Im Gegensatz zu dem Treffen auf dem Paschwitzer Gewerbegebiet wird dort scharf mit Munition geschossen. Die Ziele stehen in einer Entfernung von 100 bis 200 Meter. Die Scheibe ist dabei gerade einmal ein mal ein Meter groß.

Thomas Jentzsch

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