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Eilenburg Dutzende Bäume verschwunden: Kritik an Kahlschlag in Eilenburg
Region Eilenburg Dutzende Bäume verschwunden: Kritik an Kahlschlag in Eilenburg
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14:08 19.05.2015
Reste gefällter Fichten sind an der Ebert-Straße zu sehen. Quelle: Heike Liesaus

So befürchtet es jedenfalls Elfriede Müller, eine der Anwohnerinnen. "Seit 2014 wird Kahlschlag gemacht, egal ob Laub- oder Nadelbaum, alles muss weg", schrieb sie der LVZ. Sie sei oft sportlich unterwegs. Deshalb kenne sie sehr viele Leute und käme mit ihnen ins Gespräch. "Von verschiedenen habe ich jetzt gehört, dass in deren Wohngebieten ohne Grund Bäume weggemacht werden." Das sei vermutlich dem neuen Vorstand zuzuschreiben, der seit vorigem Jahr im Amt ist. So wurden bei ihr an der Franz-Mehring-Straße und ebenfalls an der Torgauer Landstraße und an mehreren Stellen an der Rosa-Luxemburg-Straße Bäume gefällt. Gerade am Freitag war eine erneute Aktion an der Friedrich-Ebert-Straße angekündigt. Heute sind dort zehn frische Baum-stümpfe zu zählen. Jeder Grundstücksbesitzer sei angehalten, viel für die Umwelt zu tun, argumentierte die Eilenburgerin. Sei das dem Vorstand etwa egal?

All die Bäume seien keinesfalls ohne Grund gefällt worden, erklärt Thomas Meinhardt, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer bei der WGE, auf LVZ-Nachfrage. Er weiß, dass die Maßnahmen kein einfaches Thema sind. "In der Ebert-Straße hatten wir im Herbst extra eine Versammlung mit allen Hausbewohnern, bis auf eine. Sie hatten uns bestätigt, dass wir die Fichten wegnehmen", berichtet Meinhardt. Irgendwann vor etwa 25 Jahren sei dort ein Beet angelegt und die Bäume gepflanzt worden. "Das war nicht geordnet gewachsen und die Belichtung der Erdgeschosswohnungen wurde eingeschränkt."

An der Torgauer Landstraße wiederum hätten 30 Meter hohe Pappeln die Stadt veranlasst, auf die Wohnungsgenossenschaft zuzugehen, weil Nachbarn ihre Häuser gefährdet sahen. "Teilweise waren die Bäume doppelt so hoch wie die Gebäude. Da geht es um Sicherheit, in anderen Bereichen wiederum um die Oberleitungen", erklärt der WGE-Geschäftsführer.

Richtig sei die Beobachtung, dass dieser Tage die Motorsägen verstärkt im Gang waren. "Denn solche Arbeiten sind nur bis zum 28. Februar erlaubt. Und man muss damit rechnen, dass ungünstigere Witterungsbedingungen kommen." Für die Arbeiten sei ein Forstbewirtschaftungsbetrieb beauftragt worden, das die Anlagen vorher besichtigte. Notwendige Fällanträge seien gestellt worden. "Acht große Bänke sind ebenfalls bestellt, die dann auf ausgelichteten Arealen platziert werden", verspricht Meinhardt. "In einigen Bereichen ist 20 Jahre nichts passiert, wir müssen mal eine Gestaltung vornehmen. Da muss frischer Wind rein. Wir wollen auch attraktiv für neue Mieter sein." Die Anlagen sollten sehr wohl grün, aber lichtdurchflutet sein und einen schönen Anblick bieten. Es sollen auch Bäume gepflanzt werden. Unter anderem an der Hochhausstraße.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.01.2015
Von Heike Liesaus

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