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Eilenburg Edeka-Ansiedlung in Eilenburg: „nah & frisch“-Markt gerät in Bedrängnis
Region Eilenburg Edeka-Ansiedlung in Eilenburg: „nah & frisch“-Markt gerät in Bedrängnis
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07:00 28.04.2016
Das Grundstück an der Ziegelstraße soll mit einem Vollsortimenter besiedelt werden. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Sie hätte nicht geglaubt, dass sie das noch erlebt: „Es wird möglich, einen Vollsortimenter näher am Stadtzentrum anzusiedeln.“ Das stellte Petra Zimmermann, Leiterin des Bereichs Bau in der Stadtverwaltung, bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Sondergebiet „Handel an der Ziegelstraße“ fest. Damit würden Entwicklungen rückgängig gemacht, die eigentlich schon Anfang der 1990er Jahre als Fehler angesehen waren: Einkaufsstätten an der Peripherie.

Doch nicht allen gefällt, was die Stadt Eilenburg jetzt vor hat. Axel Huppert, Gebietsverkaufsleiter Süd bei der Bela Handels GmbH, nutzte das Forum am Dienstag im Ratssaal, um auf Probleme hinzuweisen, die er für den „nah & frisch“-Markt am Hochhaus im Stadtteil Ost sieht. Dieser würde durch die Edeka-Konkurrenz gefährdet – und damit insgesamt 160 Arbeitsplätze. Müsste der große Standort in der Muldestadt schließen, falle die Versorgung in den umliegenden Gebieten, in Jesewitz und Doberschütz weg, so Huppert. Er spreche im Namen der „nah&frisch“-Betreiber. „Es ist völlig inakzeptabel, 3500 Quadratmeter Handelsfläche neu zu bauen, wenn Marktkauf leer steht.“

„Dort ging es aber nicht weiter, weil die Eigentümer nach dem Weggang von Marktkauf nichts etablierten“, entgegnete Zimmermann. Deshalb habe die Stadt die Entwicklung des Handelsgebiets Ziegelstraße vorangetrieben. Denn viele Eilenburger fahren zum Großeinkauf nach Wurzen oder Leipzig. „nah & frisch“ am Gabelweg werde meist von Kunden frequentiert, die zu Fuß kommen. Und der kleine Markt habe auch existiert, als es Marktkauf an der Schondorfer Mark noch gab. „Der Stadtrat hat bereits mehreren Erweiterungsplänen von Märkten zugestimmt. Man muss nur den Antrag stellen“, reagierte Stadtrat Thomas Krönert (Die Linke) auf die Vorwürfe Hupperts, die Stadt würde die Entwicklung anderer Märkte blockieren.

Das Grundstück an der Ziegelstraße, um dessen Ausweisung als Handelsgebiet es am Dienstag im Ratssaal ging, ist Eigentum der Stadt, die es zum Verkauf zur Ansiedlung eines Vollsortimenters ausgeschrieben hatte. Edeka setzte sich unter den Bewerbern durch: 2,3 Millionen Euro fürs Grundstück, Ansiedlung eines vollwertigen Baumarkts, eigenständiger Betreiber und damit Steuerzahler vor Ort.

Das Gelände des ehemaligen Kraftwerks liegt gegenüber dem ECW-Verwaltungsgebäude zwischen dem Areal des mittlerweile abgerissenen Lehrlings- und späteren Asylbewerberheims sowie dem Grundstück mit dem ruinierten Haus. Es erstreckt sich bis zu den einstigen Kohlebunkern am Weg Bartholomäusaue, erläuterte Zimmermann. Die Eilenburger hätten bei der Offenlage voraussichtlich Mitte des Jahres die Möglichkeit, sich genauer zu informieren. Die Stadt ist bis dahin unter anderem verpflichtet, einen Umweltbericht zu erstellen, der Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft analysiert.

Ein Besucher machte den Vorschlag, einen Kreisverkehr zu installieren, der die Zufahrt zu Lidl, zum künftigen Edeka und zur Ernst-Mey-Straße einbezieht. „Es wird maximal eine Linksabbiegespur und zwei Ausfahrten vom Gelände geben“, erläuterte die Chefin des Baubereichs. Eine Ampel sei nicht vorgesehen. Aber das Verkehrskonzept werde jetzt erst erarbeitet. Letztendlich habe der Landkreis auf der Kreisstraße zu bestimmen.

Für die Untersuchung des Baugrundes interessierte sich Benno Wagner aus Doberschütz. „Wurde den Investoren gesagt, dass dort Fundamente im Boden sind?“ Mit dem Abriss der ECW-Anlagen seien die Bauten nur oberirdisch vollständig beseitigt. „Das wurde in der Ausschreibung geklärt“, berichtete die Baubereichsleiterin. „Wir würden dafür auch in Haftung stehen. Doch schon bei einer Begehung ist ersichtlich, was los ist. Edeka will die Baugrunduntersuchungen selbst durchführen, um die Verhältnisse bei der Gründung der Gebäude zu berücksichtigen. Wir haben zudem alle Unterlagen zum ECW-Abriss übergeben.“

Von Heike Liesaus

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