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Eigentümer des verwaisten Marktkaufs in Eilenburg geht gegen die Edeka-Pläne vor

Handel Eigentümer des verwaisten Marktkaufs in Eilenburg geht gegen die Edeka-Pläne vor

Die Marga GmbH, Eigentümerin des verwaisten Marktkaufs in Eilenburg, hat gegen den Bebauungsplan für den Edeka-Markt in der Ziegelstraße per Rechtsanwalt Einspruch angemeldet. Er sei nicht ordnungsgemäß aufgestellt. Außerdem erwägen Anwohner eine Unterschriften-Aktion pro Einkaufszentrum Schondorfer Mark.

Blick auf das Gelände an der Ziegelstraße in Eilenburg, wo sich Edeka ansiedeln will.

Quelle: Nico Fliegner

Eilenburg. Nun werden schärfere Geschütze aufgefahren: Die Marga Center GmbH, neue Eigentümerin des Einkaufszentrums Schondorfer Mark (Ex-Marktkauf), hat gegen den Bebauungsplan für Edeka an der Ziegelstraße über eine Anwaltskanzlei Einspruch angemeldet: Das Papier, das Baurecht schaffen soll, sei nicht ordnungsgemäß erstellt. Fristen für die Auslegung von Unterlagen seien nicht eingehalten worden. Eine schlagwortartige Charakterisierung der Umweltinformation fehle. Im Plan angegebene Maximalzahlen für Verkaufsflächen seien eine „unzulässige vorhabenunabhängige Kontingentierung“. „Insgesamt regen wir an, auf die vorbezeichnete Planung zu verzichten“, formulieren die Marga-Rechtsanwälte als Fazit. Schließlich sei die Versorgung der Eilenburger auf dem Grundstück an der Schondorfer Mark gewährleistet.

Außerdem erwägen Anwohner eine Unterschriften-Aktion pro Einkaufszentrum Schondorfer Mark. So jedenfalls eine Frau aus Sprotta-Siedlung in einem Brief an die Marga-Gesellschaft. Schließlich habe sie sich einen Edeka-Markt in Rheinsberg im Urlaub angesehen: „Ich war offen gestanden entsetzt, wie ein solcher Markt gestaltet ist; sowohl angebotsseitig als auch preismäßig.“ Zig Meter für abgepackte Käsesorten und zig Meter für Speiseöle. Dabei habe es doch damals bei Marktkauf elektrische Hausgeräte, Bürobedarf, Konfektion, Bücher gegeben.

Die Stadt hatte lange gehofft, dass die einstige Eigentümerin den nach dem Marktkauf-Wegzug verwaisten Standort wieder belebt, betonte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) auch am Dienstag bei der Bürgerversammlung zum Gebiet Grüner Fink, bei der das Thema am Rande in die Diskussion kam. „Nun ist die Chance verpasst.“ Denn erst als Flächenverkauf und die Entwicklung des Standortes an der Ziegelstraße vom Stadtrat beschlossen waren, verkaufte die Schweizer Eigentümerin an die neuen Marga-Gesellschaft, die sich aus verschiedenen Investoren zusammensetzt. Diese wollen die ehemalige Marktkauf-Fläche wieder vermieten. „Wir hoffen, kurzfristig einen Mietvertrag mit einem Betreiber für die Schondorfer Mark unterzeichnen zu können“, erklärt Alexander Dahlke vom Vorstand.

Von Seiten der Stadtverwaltung wird in Sachen Bebauungsplanverfahren Ziegelstraße Gelassenheit ausgestrahlt: „Es ist gutes Recht eines jeden, juristische Einwendungen vorzubringen. Sie werden abgewogen oder je nachdem abgestellt. Prinzipiell ist der Standort an der Ziegelstraße genehmigungsfähig. Das wurde bereits im Vorfeld mit der Landesdirektion geprüft. Es ist normal, dass sich in einem B-Plan-Verfahren auch Mitbewerber artikulieren. Schon aus rein wirtschaftlichen Erwägungen“, kommentiert Heiko Leihe, Leiter des Bereichs Wirtschaftsförderung in der Stadt, das Geschehen. „Unsere Planung aber ist städtebaulich orientiert. Und sie ist für die Bürger der Stadt da. Aus unserer Sicht fährt der Zug rasant in die vorgesehene Richtung.“ Denn parallel laufen die Gespräche mit Edeka und deren Planungen weiter, wurden bereits die Baugrunduntersuchungen durchgeführt.

Bleibt die Frage: Steht das Einkaufszentrum Schondorfer Mark für die Stadt auf dem Abstellgleis? „Das, was Marga bisher konzeptionell vorgelegt hat, ist aus unserer Sicht unrealistisch“, so Leihe. Und im neu erstellten Einzelhandelskonzept Eilenburgs spielt der Standort keine Rolle mehr.

Von Heike Liesaus

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