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Eilenburg: Aushängeschild Flutschutz

Eilenburg: Aushängeschild Flutschutz

Im August 2002 überschwemmte das Jahrhundert-Hochwasser die Stadt Eilenburg und richtete einen Schaden in Höhe von 250 Millionen Euro an. Und jetzt? Während die Ortschaften entlang der B 107 in Richtung Bad Düben in den Fluten versanken, trotzte Eilenburg weitgehend den Naturgewalten - dank wirksamer und moderner Hochwasserschutzeinrichtungen - und gilt deshalb derzeit als Aushängeschild in puncto Flutschutz.

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Dieser Schnappschuss in der Walter-Stöcker-Straße spricht für sich. Auch wenn die Flutschutzwände in Eilenburg nicht für Nachrichten gedacht sind.

Quelle: Birgit Rabe

Eilenburg. Bezahlt macht sich, dass bis zum Jahr 2010 rund 6,5 Kilometer neue Deiche und 6,5 Kilometer neue Mauern gebaut wurden. Die Muldestadt steckte über 35 Millionen Euro in den Flutschutz, gefördert vom Freistaat und war die erste Stadt in Sachsen, die über ein nahezu komplettes Hochwasserschutzsystem verfügt.

Fakten wie diese werden in diesen Juni-Tagen verstärkt wahrgenommen. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehstationen waren schon da, Agenturen und überregionale Zeitungen berichten. "Wir sind natürlich dankbar, dass der Hochwasserschutz so gekommen ist, unsere Botschaft ist aber auch, dass, wer jetzt Hochwasserschutz neu errichtet, dies auch nach unserem Vorbild mit den Ausdehnungsflächen der Mulde machen muss", so Heiko Leihe, Leiter des Oberbürgermeisterbereiches. In der Auswertung der Flut 2013 seien allerdings auch einige Bereiche zu überdenken. Nicht vollständig geschützte Areale wie in Hainichen müssten beispielsweise komplettiert oder neu gebaut werden, auch das Thema Druckwasser müsse mit Experten beraten werden. Natürlich werde auch der Hochwasserschutz an der Mühlstraße geprüft werden. Das, was dort errichtet wurde, sei aber normgerecht einem Hochwasser HQ 100 entsprechend und kein Planungsfehler, so Leihe.

Dass Eilenburg nur knapp einer erneuten Katastrophe entkommen ist, wissen die Muldestädter gut. In den vielen emotionalen Momenten dieser Tage erreichen die Redaktion von den Lesern eine Fülle von Wortmeldungen, die, vor allem bezüglich der aktuellen Situation in Eilenburg, reichlich von Dankbarkeit geprägt sind:

Viel Lob für die Mauer gibt es von Georg Schwarz, der die Flutkatastrophe von 2002, als sein Haus in der Wilhelm-Raabe-Straße ebenfalls von der Überflutung der Stadt betroffen war, noch gut in Erinnerung hat. "Wir Eilenburger sollten nun, da es nicht uns, sondern andere wieder schlimm getroffen hat, überlegen, wo wir unsere Hilfe anbieten können." Um vorübergehend eine Wohnung, die er zurzeit frei hat, zu belegen, gebe es bereits Kontakte zu Bekannten in Überschwemmungsgebieten der Region.

Barbara und Alfred Vogler können sich noch gut an die August-Tage vor elf Jahren erinnern. "Damals gab es noch keine Flutmauer, stand das Wasser vor unserem Wohnhaus im Nordring 1,72 Meter hoch. Und jetzt ist alles wunderbar trocken geblieben. Das ist doch mal ein Dankeschön an die Verwaltung wert, das wurde gut gemacht", so die beiden Eilenburger. Dass wie so oft das Druckwasser die 140 Parzellen in der Gartenanlage Kugelfang getroffen hat, kann der Vorstands-Chef verkraften: "Es ist aber eben kein Flutwasser."

Auch Karin und Rainer Sonntag wandten sich an die Redaktion: "Wir sind vor knapp zwei Jahren in die Martinstraße gezogen. Alles wurde liebevoll hergerichtet und wir waren glücklich. Als es hieß: Das Hochwasser kommt, hatten wir Angst und wir sahen die Bilder von 2002 vor den Augen. Also verließen wir am 2. Juni gegen 22.30 Uhr unser Haus. Jede Minute wurde zur Ewigkeit. Keine Minute geschlafen. Nur der Gedanke: Jetzt ist unser Haus weg. Am Montag früh sahen wir um 6 Uhr nach, ob alles noch unversehrt ist." Als die Mulde weiter stieg, bangten die Sonntags wieder. "Doch dem Oberbürgermeister und seiner Vorsehung ist es zu verdanken, dass Eilenburg verschont blieb. Er hat den Schutzwall errichten lassen", loben die beiden.

Die Eilenburgerin Gisela Prautzsch hat ihre Stimmung gar in Reime verpackt, dichtete unter anderem: "Ihm ist es zu verdanken, denn er wies unsere Mulde einigermaßen in die Schranken. Durch die gezogenen Wände, Gott sei Dank, hatte die Flut ein Ende."

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.06.2013

ka/kr

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