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Eilenburg: CDU bleibt stärkste Kraft, Freigeister sind drin

Eilenburg: CDU bleibt stärkste Kraft, Freigeister sind drin

Die Eilenburger haben gewählt und sind dem bisherigen Stadtrat weitgehend treu geblieben. Mit Petra Enders (Die Linke), Denis Heuer (SPD), Max Seehaus (Freigeister), Ellen Häußler (Freie Unabhängige Wählervereinigung) und Paul Rzheaczek (NPD) gibt es fünf Neulinge, mit Günter Petzold (CDU) kehrt ein Abgeordneter der ersten Stunde zurück.

Eilenburg. Der jetzt 75-Jährige war elf Jahre dabei, trat im Juli 2001 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Abgesehen von den Freigeistern, die beim ersten Anlauf ein Mandat holten, sei das Parteien- und Kräfteverhältnis ähnlich wie 2009, so Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos). 41,7 Prozent Wahlbeteiligung seien wohl eine Größenordnung, die sich einpegeln werde. Zufrieden gab sich Wacker damit nicht: "Die Parteien müssen ihre Wähler mobilisieren."

Wahlziel nicht ganz erreicht, ein Mandat verloren, trotzdem erneut stärkste Fraktion - Eilenburgs CDU-Chef Hans Poltersdorf ordnet diese Fakten kurz und knapp ein: "Ich bin erfreut über das Ergebnis." Er sei überzeugt, dass dies gute Voraussetzungen seien, um eine "ordentliche Arbeit" leisten zu können. Mit der personellen Zusammensetzung seiner Fraktion zeigte sich Poltersdorf, der nach 2009 erneut die meisten Stimmen aller 89 Stadtrats-Kandidaten auf sich vereinen konnte, weitgehend zufrieden.

Die meisten Bewerber hatten sie auf ihrer Liste - am Ende reichte es für die SPD wieder nur für Platz als drittstärkste Fraktion. Dennoch kann Ortsvereins-Chef Torsten Pötzsch dem Ganzen etwas Positives abgewinnen: "Von Frust kann keine Rede sein." Die Genossen hätten die Anzahl der Sitze verteidigen können. Seiner Partei sei es gelungen, stimmenstarke Abgänge wie den von Steffi Schober (Wechsel zur CDU-Fraktion) gut zu kompensieren. Er könne mit der Zusammensetzung im Gremium gut leben, dass die NPD wieder einen Sitz habe, sei enttäuschend. Dazu habe auch die niedrige Wahlbeteiligung beigetragen.

Seit Jahren hält er die Fahne von Bündnis90/Grüne hoch. Jetzt ist Peter Burck, einer der dienstältesten Abgeordneten in der Muldestadt, erneut der Einzug ins Parlament gelungen. Als Einzelkämpfer wird er dort nicht bestehen können, deshalb hatte Burck bereits im Vorfeld angekündigt, mit den Freien Wählern wieder ein Bündnis einzugehen. Er halte den Stadtrat in seiner jetzigen Zusammensetzung für gut handlungsfähig, zeigte sich aber auch enttäuscht, dass ein relativ hoher Altersdurchschnitt zu verzeichnen sei, dass kaum junge, neue Leute gewählt wurden.

Die Freigeister haben mit ihrem ersten Anlauf den Sprung in den Rat geschafft. "Wir können alle zufrieden sein", sagt der künftige Stadtrat Max Seehaus. "Damit meine ich nicht allein die acht Kandidaten, die auf unserer Liste standen, sondern alle, die uns unterstützt haben, die uns Anregungen gaben oder mit uns Plakate aufhingen." Als einzelner Stadtrat ist es nicht möglich den Fraktionstatus zu erlangen, somit steht die Bündnisfrage. "Ausschließen kann ich für uns nur die NPD, ansonsten sind wir offen. Ich kenne schon einige Stadträte. Wir wollen Gespräche führen."

Die Freien Unabhängigen Wähler sind nur noch mit zwei Abgeordneten vertreten. "Wir hatten schon damit gerechnet, dass wir diesmal weniger Stimmen bekommen", so Reiner Dietrich. "Angelika Schiller-Bechert ist nicht ohne weiteres zu ersetzen. Bei so einer Kommunalwahl zählt die persönliche Bekanntheit." Die Pfarrerin ist nach Gräfenhainichen verzogen. "Enttäuscht bin ich jedenfalls nicht", betont Dietrich, der seit 1990 im Gemeinderat Kospa-Pressen und nach der Eingemeindung 1996 im Stadtrat agiert. Mit zwei Abgeordneten ist kein Fraktionsstatus zu erreichen. Deshalb sei ein Bündnis mit den Grünen angedacht.

"Wir haben die Anzahl der Sitze wiedererlangt. Ich denke, das ist eine Bestätigung unserer Arbeit", so Jürgen Clauß von der Partei Die Linke. Er freue sich darüber, dass er sein Ergebnis von 118 Stimmen auf 324 steigern konnte. Für die kommende Arbeit sei die Erfahrung wichtig, im Vorfeld einzureichender Anträge bereits mit den anderen Fraktionen ins Gespräch zu kommen und so Konsens zu erzielen. Das habe im Fall Butzbacher Platz gut geklappt, Negativ-Beispiel seien die Verträge mit der Stadtwirtschaft, die geändert werden sollten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2014
ka/lis

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