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Eilenburg Eilenburg: Deichbau verzögert sich
Region Eilenburg Eilenburg: Deichbau verzögert sich
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19:53 09.02.2018
Blick auf die ruhende Deichbaustelle in Hainichen. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg/Hainichen

In Hainichen versetzt schwere Technik Berge. Seit vergangenem Herbst laden Lkw tonnenweise Sand auf die Baustelle im Norden des Eilenburger Stadtteils – wälzen Bagger die Bodenmassen, fahren die Flächen glatt, schieben Erdreich auf die Hügel. Der Bau des knapp 400 Meter langen Deiches, der als Nordflanke Hainichen firmiert, freut die Anwohner, dürfen sie doch auf einen optimalen Hochwasserschutz hoffen. Das Problem: Zurzeit stehen die Maschinen still.

Wetter verhindert Bauarbeiten

Wie die LVZ auf Nachfrage von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen erfuhr, haben anhaltende Niederschläge Ende 2017 zu einer verminderten Bautätigkeit geführt. Und auch die jetzige Wetterlage sei nur bedingt geeignet, die Bauarbeiten weiterzuführen, informiert Bianca Anwand, Sachbearbeiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ihrer Aussage nach konnten von der bisherigen Bauzeit „nur reichlich zwei Monate“ für den Deichneubau effektiv genutzt werden.

Die Folge: Das ursprünglich für Ende Februar/Anfang März avisierte Bauende lässt sich nicht aufrechterhalten. Nach aktuellem Stand sei absehbar, dass der Deichbau nach Fortsetzung der Bauarbeiten „bei geeigneter Witterung noch mindestens zehn Wochen andauern wird“, so Anwand weiter. Über die Verzögerung befinde sich die LTV derzeit in Gesprächen mit den zuständigen Behörden – zudem auch deshalb, weil aus Naturschutzgründen eine Fertigstellung zum Brutbeginn planfestgestellt sei.

150 Meter Schutzdeich fehlen noch

Von der Nordflanke fehlen noch rund 150 Meter, einschließlich der Deichüberfahrt. Auch müssen noch Landschaftsarbeiten erledigt sowie die Verkehrsflächen errichtet werden. Die derzeitigen Kosten liegen im finanziellen Rahmen, heißt es von der LTV. Eine Erhöhung sei momentan nicht zu erwarten. Nach früheren Angaben kostet der Deichbau in Hainichen etwa eine Million Euro.

Nicht verwundert über die Verzögerung ist Anwohner Friedrich Steinberg. „Das habe ich erwartet, schließlich ist da noch eine Menge zu machen“, resümiert er nach einem flüchtigen Blick über die Baustelle, ergänzt aber mit lobenden Worten: „Als die Arbeiter da waren, waren sie immer sehr fleißig.“

Schlimme Erinnerungen an Hochwasser

Hainichen wurde 2002 überschwemmt und war 2013 nur knapp einer weiteren verheerenden Überflutung entgangen. „Wir möchten das nicht noch einmal erleben“, sagt eine ältere Dame. Jens Weinhold, der seit einem Jahr in dem kleinen Ort wohnt, hat beide Ereignisse selbst nicht miterlebt, betont aber: „Der Deichbau ist ein großes Thema. Es gibt sogar eine eigene Whats-App-Gruppe darüber.“

Von Matthias Klöppel

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