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Eilenburg Eilenburg: Diakonie sucht Helfer für die Integration von Flüchtlingen
Region Eilenburg Eilenburg: Diakonie sucht Helfer für die Integration von Flüchtlingen
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00:22 11.11.2017
Das internationale Café hat immer am ersten Freitag im Monat ab 17 Uhr geöffnet. Wer helfen möchte, kann hier unverbindlich vorbeikommen. Quelle: Ilka Fischer
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Eilenburg

Hadisseh Hosseini hat sich hübsch gemacht. Ihre dunklen Augen betont die Afghanin mit einem Kajalstift, ihr mit rotbraunen Strähnen durchzogenes Haar versteckt sie nur zur Hälfte unter einem schmucken Kopftuch. Dass Hadisseh Hosseini, die wie ein Teenager wirkt, bereits 21 Jahre zählt, glaubt man ihr kaum, erst recht nicht, dass sie Mutter der vierjährigen Assra Jafari und der zweijährigen Yassra Jafari ist.

An ihren beiden Töchtern liegt es auch, dass die alleinerziehende Afghanin, die seit zwei Jahren in Eilenburg lebt, bisher kaum rausgekommen ist. Das internationale Café, das immer am ersten Freitag im Monat 17 Uhr in den Räumen der Arche am Nikolaiplatz öffnet, ist für sie eine von wenigen Möglichkeiten, auch mit anderen in Kontakt zu kommen.

Hilfe im Alltag

Fotografieren lassen für die Zeitung möchte sie sich nicht, doch mit Hilfe ihrer 14-jährigen Landsmännin Hanieh erzählt sie, dass sie sehr froh darüber, ist, „dass auch meine jüngere Tochter seit zwei Monaten in den Kindergarten geht“. Damit sei es ihr nun möglich, den Deutschkurs zu besuchen. Nur ein kleiner Schritt, denn Hadisseh Hosseini, die im Iran aufwuchs und dort neun Jahre zur Schule ging, möchte einen deutschen Schulabschluss. Weil es für über 18-Jährige bis jetzt keine Schulpflicht gibt, kein leichtes Unterfangen. „Hadisseh Hosseini steht für viele, für die wir Paten suchen“, erklärt Diakonie-Flüchtlingssozialarbeiter Stefan Krippendorf. Er selbst spricht dabei statt von Paten noch lieber von einem Unterstützernetzwerk. „Das Wort Pate“, so hat er ausgemacht, „schreckt doch viele ab.“ Sie denken, dass sie dann gleich jahrelange Verpflichtungen eingehen. Dem sei aber nicht so. Yvonne Pötzsch, die selbst eine syrische Familie betreut, ergänzt: „Jeder kann doch irgendetwas.“ Wenn sich einer bereit erklärt, mal mit seiner Bohrmaschine ein Regal an die Wand zu bringen, sei das genauso wichtig wie jemand, der sich einfach nur mal mit den Flüchtlingen unterhält oder Hilfe im Alltag gibt. Das könne das Vorlesen für die Kinder sein oder auch nur der Tipp, wo man was einkaufen kann. Fremdsprachenkenntnisse seien dabei ausdrücklich nicht verlangt. „Wir wollen ja, dass Deutsch gesprochen wird“, so Yvonne Pötzsch.

Bisher 30 Leute aktiv

Auf etwa 30 Leute kann das Unterstützernetzwerk bisher zurück greifen. Doch es würden mehr gebraucht. Denn auch anerkannte Asylbewerber, so weiß Stefan Krippendorf aus seiner inzwischen knapp dreijährigen Tätigkeit vor Ort, brauchen noch Hilfe beim Jobcenter oder bei dem Beantragen von Kindergeld. Bei rund 200 zu betreuenden Leuten ist Krippendorf da über jede Hilfe dankbar. Auch wenn er ab Mitte November zumindest etwas Unterstützung bekommt. Der 39-jährige Samer Alouch, der seit gut zweieinhalb Jahren in Eilenburg lebt, hat einen Vertrag als Bufdi in der Tasche.

Wer helfen will, kann sich an Stefan Krippendorf unter Telefon 0151 16350631 oder per Mail an migration@diakonie-delitzsch.de melden

Von Ilka Fischer

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