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Eilenburg: Einbahn-Puschkinstraße? - "Das wird eine Katastrophe"

Eilenburg: Einbahn-Puschkinstraße? - "Das wird eine Katastrophe"

Eilenburg. Die Idee, die Eilenburger Puschkinstraße als Einbahnstraße auszuweisen, bringt anliegende Gewerbetreibende auf die Palme: "Das wird eine Katastrophe", sagt Sandra Maulitz von der Boutique ML.

Die Stadt hatte dieser Tage darüber informiert, dass es ab September nur noch in einer Richtung Dübener Landstraße durch die Magistrale im Stadtteil-Ost gehen soll. Der Grund: Es drohen Gefahren im Begegnungsverkehr. Vor allem, wenn die Beförderungsunternehmen große Busse einsetzen müssen, kam es gerade in letzter Zeit zu Stockungen. In der Puschkinstraße müssen Autofahrer sich generell immer gegenseitig ausweichen, manchmal auch auf die Zonen, die für Radfahrer und Fußgänger gedacht sind.

Doch das habe in den vergangenen Jahren funktioniert. "Eine Einbahnstraße wäre existenzbedrohend für viele hier", ist Michael Ziehe, Geschäftsführer bei Eilback, der gestern kurzerhand einen kleinen Händlertreff zusammengerufen hatte, sicher. Ein großer Teil der Kunden kommt mit dem Auto und das über den Gabelweg. "Selbst die Parkplätze sind doch so angelegt worden, dass man aus dieser Richtung besser einfahren kann."

"Ich bin unter einer Bedingung dafür, dass hier eine Einbahnstraße eingerichtet wird", bemerkt Joachim Krause, der vom gleichnamigen Eiscafé herbeigekommen ist, sarkastisch. "Es sollten überall, wo es geht, Bänke aufgebaut werden, damit wir dann in Ruhe betrachten können, was in den Schnittgerinnen vor sich geht." Denn Zeit dafür werde mangels Kundschaft genug sein. Dabei sei die Straße doch damals mit Fördermitteln als verkehrsberuhigte Zone und auch als Einkaufsstraße angelegt worden, so Krause. Falls die Einbahnstraße kommt, sei die Sache mit dem Einkauf irgendwann zu vergessen: Denn schon jetzt gibt es zu viele Leerstände und sei denn zu wünschen, wenn es noch mehr werden?

"Wenn die Leute erst einmal bis zur Schwimmhalle vor müssen, dort einbiegen und zurückfahren sollen, dann fahren sie doch eher gleich Richtung Innenstadt weiter", so die Erfahrung von Sandra Maulitz. Vor ihrem Geschäft müssten die Kundinnen zudem rückwärts in die Parkbuchten einrangieren. Damit wäre ein Hindernis mehr aufgetürmt. Würden die Stellplätze vorwärts einparkbar und somit schräg in die andere Richtung belegt, sei nur für zwei statt vier Autos Platz, die noch dazu oft genug von Mietern besetzt würden. Ist nichts frei, halte die Kundin auch nicht an, um sich mal wieder in der Boutique umzusehen.

Es gibt immer wieder brenzlige Situationen, so die weitere Argumentation der Stadtverwaltung pro Neuregelung. Schließlich sollte nicht erst etwas passieren. - "Aber so lange wir hier sind, seit 14 Jahren, hat es keinen ernsthaften Unfall gegeben. Und das liegt bestimmt auch daran, dass alle Rücksicht nehmen müssen", erklärt die Boutique-Inhaberin. Im Gegenteil: Gerade wenn die Straße besonders frei erscheine, werde doch eher gerast.

Er selbst fahre ja auch täglich sechs Mal mit dem Transporter raus und dann wieder rein. "Ich verliere auch nicht die Nerven, wenn ich mal vier Autos vorbeilassen muss", stellt Michael Ziehe fest. "Die Discounter bekommen jede Straßenzuführung und wir werden hier abgeschnürt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2014
lis

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