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Eilenburg: Halbzeit beim Millionenprojekt Wiederaufbau Nikolakirche

Eilenburg: Halbzeit beim Millionenprojekt Wiederaufbau Nikolakirche

Eilenburg. Am Mittwochabend treffen sich die Mitglieder des Eilenburger Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadtkirche St. Nikolai ab 19 Uhr in der Kinder- und Jugendarche zur Mitgliederversammlung.

Der Jahresbericht wird vorgestellt und die Finanzen werden bilanziert. Auch wenn die Kirche seit 2006 äußerlich wieder so dasteht wie vor der Kriegszerstörung, auch wenn bereits Millionen Euro in die Sanierung und Rekonstruktion geflossen sind, sagt Ernst Gottlebe vom Verein: "Wir sind etwa auf halbem Weg, was die finanzielle Seite anbelangt, bautechnisch sind wir schon weiter."

Das anspruchsvolle Ziel, die im Artilleriebeschuss 1945 zerstörte Nikolaikirche bis 2021 wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, stehe immer noch, erklärt Ernst Gottlebe. Der Verein wurde vor 19 Jahren gegründet. Zwischen 1990 und 2010 seien reichlich drei Millionen Euro verbaut worden. Allerdings sei auch in der Zeit vor der Wiedervereinigung vieles passiert. "Wir machen ja Wiederaufbau seit 1945." So betrachtet seien seit 1947 rund fünf Millionen Euro in das Kirchen-Gebäude geflossen. "Aber vier Millionen brauchen wir noch!", so Gottlebe.

Unter anderem hat die Kirche in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt ihre Stimme wiederbekommen. 2003 waren Glocken- und Turmstube rekonstruiert worden, 2008 wurden die Glocken gegossen, 2009 hochgezogen. Als nächster Schritt stehen nun die drei Gewölbe des Mittel- und der beiden Seitenschiffe an, erklärt der 77-Jährige. "Damit sind wir jetzt ganz am Anfang." Was heißt: Es gilt die Eigenmittel für das Projekt anzusparen. Denn nach den Ausgaben der vergangenen Jahre und nachdem die Kirchgemeinde viel Geld in die Stützmauern unter der Marienkirche stecken musste, sind die Kassen leer.

Doch die Investition diene nicht allein der Optik. Sie habe auch aus raumklimatischen Gründen Dringlichkeit. Aufgrund von sogenannten Taupunktüberschreitungen kann es dazu kommen, dass kondensiertes Wasser in den Kirchenraum tropft. Das sei zuletzt gerade passiert, als das Weihnachtsoratorium aufgeführt worden war. Der künstliche Regen ergoss sich vier Stunden, nachdem die wertvollen Instrumente nach dem Konzert weggeräumt waren. "Glücklicherweise hatte die Heizung nicht funktioniert", stellt Konrad Reuter aus dem Verein fest. "Sonst wäre es sicher eher passiert."

Ebenfalls auf der Wiederaufbau-Agenda: Eine große Orgel, deren Vorbild ebenfalls 1945 verbrannte. Die Trennwand zwischen der Chorkirche und dem Kirchenschiff stehe ebenfalls zur Disposition, um den gesamten Raum bei großen Veranstaltungen erlebbar zum machen. Falls sie fällt, sei sicher über eine mobile Glaswand nachzudenken, erklärt Gottlebe. Sonst sei die Fußbodenheizung in der Chorkirche nutzlos, die bei Gottesdiensten in Betrieb genommen wird.

Weiterhin sei am Südportal zum Nikolaiplatz ein Windfang nötig. Die Fürstenloge über der Sakristei sollte wieder über den Wendelstein zu erreichen sein. Und diesem Raum fehlt das Gewölbe ebenso wie der Ratsherrenstube, die zum Weihnachtsmarkt als Weihnachtspostamt genutzt wird. Gleiches trifft für das Gewölbe im Turm zu und dieser könnte ausgebaut werden, erklärt Gottlebe. Schließlich sei es schade, dass die sieben Etagen ungenutzt sind.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013

Heike Liesaus

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