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Eilenburg Eilenburg: Niemand will das Amtshaus haben
Region Eilenburg Eilenburg: Niemand will das Amtshaus haben
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15:51 12.01.2019
Blick auf die Gebäude auf dem Eilenburger Burgberg. Das Amtshaus rechts neben dem Mauerturm steht zum Verkauf. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Für das Amtshaus auf dem Eilenburger Burgberg hat sich gut ein Jahr nach dessen europaweiter Ausschreibung kein Käufer gefunden. Das teilte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) auf LVZ-Nachfrage mit. Das Stadtoberhaupt erklärte, dass die Ausschreibungskriterien zu eng gefasst worden seien. Es habe verschiedene Ausschlusskriterien gegeben. Möglicherweise seien dies Gründe, warum sich bislang niemand für das Objekt neben dem Eilenburger Mauerturm interessiert.

Viele Nutzungsmöglichkeiten

Der Eilenburger Stadtrat hatte im Dezember 2017 den Verkauf beschlossen und folglich die Ausschreibung auf den Weg gebracht. Als mögliche Nutzung gab die Stadtverwaltung karitative Zwecke wie ein Kinderhaus oder Hospiz an. Aber auch Gastronomie oder eine touristische Nutzung wären möglich, ebenso ein Vorhaben im kulturellen oder gemeinnützigen Bereich sowie eine gewerbliche Nutzung. Dabei machte die Stadt auch Vorgaben. Demnach müsste das Gebäude unter denkmalpflegerischen Aspekten erhalten beziehungsweise wiederaufgebaut werden. Interessenten sollten auch ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept vorlegen. Der Kaufpreis sei Verhandlungssache, wobei das Konzept des potenziellen Käufers dabei berücksichtigt werde. Das Wohnen im einstigen Amtshaus wurde derweil ausgeschlossen.

Ausschreibung wird überarbeitet

Laut Scheler soll die Ausschreibung jetzt noch einmal überarbeitet werden, um doch noch Interessenten für das altehrwürdige Gebäude zu finden. Der Eilenburger Burgverein hatte den Verkauf seinerzeit kritisiert und bereits 2015 Vorschläge für die Nutzung des Gebäudes unterbreitet. Eine Idee war die Nutzung als Kinder-Haus-Stiftung für schwerst- und chronisch kranke Kinder und ihre Familien. Dieser Vorschlag wurde dann auch in der Ausschreibung berücksichtigt.

Das ehemalige Amtshaus war etwa um 1700 aus den Trümmern des im Dreißigjährigen Krieges zerstörten Schlosses als schlichter Barockbau auf dem Burgberg entstanden und gilt wie der Mauerturm als Kulturdenkmal. Das Amtshaus wurde allerdings durch einen Brand stark geschädigt, steht seit mehreren Jahren leer.

Von Nico Fliegner

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