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Eilenburg Tausende Feierwütige beim Rosenmontagsumzug
Region Eilenburg Tausende Feierwütige beim Rosenmontagsumzug
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17:38 12.02.2018
Kathrin Lange (links) und Freundin Nicole Schramm (beide 39) beim Rosenmontagsumzug in Eilenburg. Quelle: Matthias Klöppel
Eilenburg

Es ist immer wieder erstaunlich. 13.30 Uhr künden lediglich rot-weiße Flatterbänder und gelbe Absperrplanken ein buntes Großereignis an. Kurz vor 14 Uhr ist die Stadt dann mit dem größten nordsächsischen Karnevalsumzug wie von Geisterhand gefüllt.

Verwaltung ist manchmal richtig Zirkus

In der Röberstraße kurvt Helmut Arnold aus Penig mit seinem Hochrad um die Wagen des gastgebenden Eilenburger Carneval Clubs (ECC). Polizist Karsten Winter lässt ihn gewähren. „Auf der abgesperrten Strecke ist das kein Problem.“ Zwischen Einheizen und letztem Sortieren kann ECC-Narr Steffen Rothfeld noch mit einem Schmunzeln erklären, dass sich zehn Leute übers ganze Jahr „so manchen Sonntag mit dem Wagenbau versaut haben“. Heraus gekommen ist neben dem recycelten Sorbenturm vom letzten Jahr immerhin ein neues Rathaus. Das wünscht sich vielleicht auch Oberbürgermeister Ralf Scheler, der wenig weiter im geliehenen alten Bürgermeister-Kostüm den Zirkus-Dompteur gibt. Denn das Team von Stadtsprecher Heiko Leihe, das sich für den Stadtwagen Gedanken macht, lieh sich in diesem Jahr das Motiv beim Zirkus aus. Getreu dem Motto: „Verwaltung ist ja manchmal mächtig Zirkus.“ Und wenigstens einmal im Jahr darf der Stadtchef die Peitsche schwingen …

Ein kunterbunter Lindwurm aus 700 Teilnehmern hat sich beim 26. Rosenmontagsumzug durch Eilenburg geschlängelt und war „Tierisch gut drauf“

Derweil ist es 14.20 Uhr. Der Umzug biegt in die Leipziger Straße ein. Zu den 150 Kilogramm Konfetti, die allein die Eilenburger Narren unters Volk streuen werden, mischen sich fette weiße Schneeflocken. Mathias Gürke vom ECC kommentiert: „Bei Sonne und Sonnenschein kann jeder. Die Eilenburger können auch am Montag und bei Schnee.“ Die Eilenburger Fanfaren marschieren bei roter Ampel vor, die alten Weiber des ECC haben in ihrem Eisbärenkostüm die allerbeste Kleidung. Der Ski- und Eisfasching Geising schickt zwei Igel auf die Piste. Bei den Eilenburger Tanzgruppen dürfen auch mal die Einhörner kleiner als Marienkäfer und Bienen sein, verstecken sich die Erdmännchen nicht vor den Indianern. Die Grunaer Muldegeister grüßen gewohnt konfettireich, die Bad Dübener sorgen mit Prinz und Prinzessin für königlichen Glanz.

Holzwurm plündert Kinderzimmer

Die Mörtitzer nehmen den Tiger auf die Kühlerhaube. Irgendwann wachen da selbst die Burkhartshainer auf, die mit „Guten Morgen“ sowie der am höchsten schießenden Konfetti- und Seifenblasenkanone begeistern. Weidenhain grüßt mit dem Spruch, was man dort am besten kann: Weidenhain – Schluck rein. Die Presseler Karnevalstradition gibt es seit 72 Jahren, worüber die ihnen folgenden Eilenburger Heinzelmännchen nur milde lächeln. Ihnen folgt zuletzt Holzwurm Sören Gredig, der in diesem Jahr eine Arche Noah zimmerte und dafür wohl in so manchem Kinderzimmer die Plüschtiere plünderte. Kurz nach 15 Uhr haben 700 Teilnehmer den Markt passiert, der Narrenzug ist vorbei – doch mit dem Ende des Umzugs beginnt die Party auf dem Markt.

Von Ilka Fischer und Matthias Klöppel

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