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Eilenburg feiert die Einheit

Eilenburg feiert die Einheit

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat Eilenburg am Sonnabend in der Nikolaikirche den Tag der Deutschen Einheit gefeiert.

In der Eilenburger Nikolaikirche herrschte Festtagsstimmung.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Eilenburg. Festtags-Stimmung in der Eilenburger Nikolaikirche. Christen verschiedener Konfessionen feierten am Samstagnachmittag den Tag der Deutschen Einheit mit einem ökumenischen Gottesdienst. Rund 90 Minuten, musikalisch umrahmt vom Musikverein Eilenburg (Leitung: Gabriele Hammermann), die dem Anlass des Tages angemessen, der Erinnerung und der Würdigung des Ereignisses vor 25 Jahren gewidmet waren. Der evangelische Pfarrer Ekkehard Winde zog in seiner Predigt die Geschichte von Zachäus als Vergleich heran, in der in der Begegnung des jüdischen Zollpächters mit Jesus anfängliche Euphorie und spätere Ernüchterung ebenso eine Rolle spielen wie in zahllosen, persönlichen Wende-Geschichten. "Vieles kommt nicht wieder, vieles wurde aufgehoben und aufgegeben", so Winde. Mit dem Zusammenwachsen, was zusammengehört, sei es nicht immer einfach gewesen, "aber es ist trotzdem gut geworden." Oberbürgemeister Ralf Scheler (parteilos) bezeichnete die Einheit als eine der anspruchsvollsten Aufgaben, die in der jüngsten Vergangenheit in politischer, wirtschaftlicher aber auch militärischer Hinsicht zu meistern waren. Scheler mahnte aber auch, dass das Wissen um die Vergangenheit in kommenden Generationen nicht verloren gehen dürfe. Wohltuend dürfte er aufgenommen haben, was Paula Seehaus und Carolin Trodler vortrugen. Die beiden Zwölftklässlerinnen hatten im Rahmen eines Geschichtsprojektes die Wende-Geschichte aufgearbeitet, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West herausgestellt. Auch Eilenburgs katholischer Pfarrer Ulrich Schade, aufgewachsen im Eichsfeld, bekannte, dass die Wendezeit zu den bewegendsten seines Lebens gehörte: "Erinnerung ist notwendig. Trotzdem ist es heute ein Tag der Freude." Und der müsse gefeiert werden. Trotzdem mahnte er zum Realismus: "Wir schaffen viel, aber kein Paradies auf Erden." Ernst Gottlebe vom Förderverein zum Wiederaufbau der Nikolaikirche erinnerte an die Jahre, in denen das Leben als bekennender Christ viel Fingerspitzengefühl erforderte. Heute sei er froh, dass seine Enkel die Früchte der Wiedervereinigung im Frieden erleben können und dass der Wiederaufbau der Nikolaikirche frei von politischen Kontrollen möglich sei. ka

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