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Eilenburg Eilenburg investiert eine halbe Million Euro ins alte Gymnasium am Dr.-Külz-Ring
Region Eilenburg Eilenburg investiert eine halbe Million Euro ins alte Gymnasium am Dr.-Külz-Ring
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00:17 23.01.2016
Christoph Danzmann (rechts) und Martin Rohne verlegen Elektorkabel an der Fluchttreppe. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Irgendwoher tönt am Mittwoch ein dumpfes Klopfen durch die Gänge des ehemaligen Gymnasiums am Dr.-Külz-Ring 9 in Eilenburg. Dort steht der Bau des zweiten Rettungsweges kurz vor der Vollendung, ist aus der Stadtverwaltung zu erfahren. Seit 2013 läuft die Brandschutzertüchtigung in mehreren Abschnitten. Aktuell wird am dritten arbeitet.

Die neue Treppenanlage führt quasi hinter den Kulissen von der ehemaligen Aula zum Erdgeschoss. Immerhin mussten die Mitarbeiter der Volkshochschule dafür ihren Sozialraum hergeben, der neben dem Direktorenzimmer liegt. Doch ein Anbau der Fluchttreppe außerhalb des Gebäudes war nicht möglich. Schließlich steht das markante historische Gemäuer unter Denkmalschutz.

Viele aus Eilenburg und Umgebung, die lange Jahre ihre Schulzeit in diesem Haus verbrachten, werden sich vielleicht wundern, dass sie diese unversehrt überstehen konnten, oder sie wundern sich über den Aufwand. Aber die Brandschutzbestimmungen haben sich in der Vergangenheit verschärft. Insgesamt sollen 500 000 Euro investiert werden. Eine erhebliche Summe, welche die Stadt nicht auf einmal aufbringen kann. Deshalb wird die Ertüchtigung auf mehrere Jahre verteilt. Sie startete 2013 und soll 2019 abgeschlossen werden.

Weil die Fluchtroute bisher nur über den Gang vor den Klassenzimmern möglich war, wurden zwischen Räumen Verbindungstüren eingebaut, um einen Bypass neben einem im Fall des Falles mit giftigen Rauchgasen durchzogenem Flur zu schaffen. Zum ersten Bauabschnitt gehörten 2013 bereits vier Anlagen mit großen, gläsernen Türen, die die Treppenhäuser von den Fluren trennen und im Brandfall verhindern, dass sich Rauchgase im Haus verteilen.

Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude, aus dem die letzten Gymnasiasten im Sommer 2012 in Richtung Hochhausstraße auszogen, wird jetzt größtenteils von der Volkshochschule und von der Förderschule „Karl Neumann“ genutzt. Aber auch Kreismedienstelle und Suchtberatung sind hier eingezogen. Nicht allein die beiden Schulen, auch Vereine nutzen die im Gebäude integrierte Sporthalle. In der Aula, die 200 Plätze bietet, laufen Veranstaltungen, unter anderem die Klassik-Reihe „Stunde der Musik“. Öffentliche Events in diesem historischen Saal mussten jedoch in den vergangenen Jahren mit einer Brandwache der Freiwilligen Feuerwehr abgesichert werden.

Für die Stahlbetontreppe, die nun auch die Flucht von der Aula aus ermöglichen soll, wurden im November Decken zwischen erstem und zweitem Obergeschoss durchbrochen. Sie ist nun im Rohbau fertig und soll in den kommenden zwei Wochen gefliest werden.

Am Mittwoch agieren dort Christoph Danzmann von der gleichnamigen Elektrofirma und sein Mitarbeiter Martin Rohne. Die Geräusche, die schon in den Schulfluren zu vernehmen sind, stammen also von Stemmarbeiten für Kabelkanäle. In denen verlegen sie Leitungen für die Rauchmeldeanlage, die Beleuchtung des Rettungsweges, die Sicherheitsbeleuchtung und die normale Treppenbeleuchtung. „Samt Zuleitungen werden es zirka 600 Meter sein“, schätzt Danzmann. Auch für diesen Fluchtweg, der zum Nebentreppenhaus Nord und dem Ausgang Richtung Grünanlage Dr.-Külz-Ring, der einst der Haupteingang war, mussten noch drei neue Türen zwischen den Räumen eingebaut werden.

Zum dritten Bauabschnitt gehörte ebenfalls der Um- und Neueinbau aller Türen zu Treppenhäusern und Fluren im zweiten und dritten Obergeschoss. Das passierte bereits im vorigen Jahr. Der Umbau wird über das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gefördert.

Von Heike Liesaus

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