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Eilenburg Eilenburg ist Multimillionär - aber wo steckt das große Vermögen?
Region Eilenburg Eilenburg ist Multimillionär - aber wo steckt das große Vermögen?
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00:40 27.06.2015
Die Belian-Schule ist 2,5 Millionen Euro wert. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

An dieser Bestandsaufnahme wurde wie in allen Kommunen Sachsens, die seit einigen Jahren auf die sogenannte doppische Buchführung umstellen mussten, hart gearbeitet. In Eilenburg waren dafür unter anderem zirka 2500 Flurstücke, 400 Straßen und 60 Gebäude zu bewerten.

Doch was sind Parkanlagen und Friedhöfe, Sportflächen und Freibäder wert? Die Flächen der Kleingartenanlagen sind zum Beispiel mit drei Euro pro Quadratmeter, Garten- und Erholungsland wird mit zehn Euro pro Quadratmeter ausgewiesen. Wasserflächen wie Gräben und Teiche stattdessen sind nur zehn Cent pro Quadratmeter wert, Wald- und Forstflächen 30 Cent. Somit schlägt der Grüne Ring zum Beispiel mit 108 600 Euro zu Buche, der Stadtpark mit rund einer halben Million Euro. Die Bauplätze im Gewerbegebiet "Am Schanzberg" sind mit knapp sechs Millionen Euro veranschlagt. Soziale Einrichtungen wie Kitas und Jugendclubs sind 7,6 Millionen Euro wert, Kulturanlagen, zu denen unter anderem Sorbenturm, Bergfried und ehemaliges Amtsgericht zählen, 5,8 Millionen Euro. Die Schulen einschließlich der Außenanlagen stehen mit 9,7 Millionen Euro in der Bilanz.

Allein das Vermögen an Infrastruktur ist mit stolzen 57,8 Millionen Euro bewertet. Da haben die Straßen, Wege, Plätze und Verkehrslenkungsanlagen den größten Anteil (48,6 Mio. Euro). Nicht vergessen wurden selbst die Gehwege (3,1 Mio. Euro) und das Straßenbegleitgrün (1,3 Mio. Euro). Weitere fünf Millionen Euro stecken in Buswartehallen, Fahrradständer, Bänken, Abfallkörben, Lärmschutzwänden, Stützmauern und dem "sonstigen Infrastrukturvermögen". Tiere befinden sich nicht im Eigentum der Stadt, heißt es in dem Papier, das die Stadträte in ihrer Juni-Sitzung absegneten. Denn sie sind mittlerweile Eigentum des Tierparkvereins in der Muldestadt.

Außerdem hält die Kommune Anteile an Unternehmen, beispielsweise an der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, in der 5,7 Millionen Euro stecken, an den Stadtwerken (4,7 Millionen Euro) und Remondis Eilenburg (740 000 Euro). Im Zweckverband Mittlere Mulde ist die Stadt mit 6,8 Millionen Euro drin, im Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen mit 4,8 Millionen. Diese Beteiligungswerte ergaben sich beim Abwasserzweckverband anhand der Stimmrechte und beim Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen anhand der Einwohner. Das Basiskapital des Eigenbetriebs städtische Kulturunternehmung ist mit 1,9 Millionen Euro bewertet - ohne Immobilien. Die Anlagen der Kulturunternehmung, zu der Schwimmhalle, Museum, Bibliothek und Bürgerhaus gehören, sind zusammen 7,8 Millionen wert. Allein das Bürgerhaus 4,2 Millionen Euro.

Doch was nutzt die Inventur? Die Gefühle bei Heiko Leihe, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus und Leiter der Kulturunternehmung, sind zwiespältig. Schließlich sei die Bilanz sehr aufwendig erstellt worden. "Das sind natürlich reine Materialwerte. Wir wollen ja keine Straßen verkaufen." Der Anteil des sogenannten Vorratsvermögens - das sind zum Verkauf vorgesehene Grundstücke - ist dagegen gering: 1,9 Millionen Euro. Als diplomierter Volkswirtschaftler sehe er den Sinn der doppischen Buchführung überall dort, wo wirtschaftlich gearbeitet werden muss. "Die Kulturunternehmung hat die Buchführung zum Beispiel seit ihrer Gründung nach Industriemaßstäben betrieben." Bei reinen Behördenaufgaben sei das aus seiner Sicht schwierig. Und letztlich kosten Besitztümer vor allem, sind Abschreibungen und Betriebskosten zu erwirtschaften. Doch für die Sanierung von Straßen kommen die Kommunen kaum ohne Fördermittel aus. Selbst die Abschreibungen auf die verbleibenden Eigenmittel zu erwirtschaften, sei schwierig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2015
Von Heike Liesaus

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