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Eilenburg Eilenburg kauft den Roten Hirsch – Gaststätte wird als Bibliothek umgebaut
Region Eilenburg Eilenburg kauft den Roten Hirsch – Gaststätte wird als Bibliothek umgebaut
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11:10 06.12.2017
Die Stadt Eilenburg kauft das ehemalige Lokal „Zum Roten Hiirsch.“ Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Das Ringen darum war schwierig, nun ist der Beschluss mehrheitlich durch: Die Stadt Eilenburg kauft von der Sparkasse Leipzig für 150 000 Euro die Gaststätte Roter Hirsch; im Gebäude nebenan befinden sich bereits Museum und Touristinfo. Nach dem Umbau der Räume soll hier die Bibliothek untergebracht werden. Die Stadt verspricht sich von einer gemeinsamen Nutzung langfristig wirkende Einspareffekte.

Nutzung in der Diskussion

Auch diesmal drehte es sich weniger um den Verkauf, sondern vielmehr mehr die angedachte Nutzung. Die Eilenburgerin Karin Fischer hatte in der Einwohnerfragestunde angesichts der Kosten – zur Erwerbsumme kommt eine halbe Million Euro an Umbaukosten hinzu – kritisiert, dass dies alles Steuergelder wären und die Stadt wichtigere Verwendung dafür hätte, beispielsweise für die Sanierung von Teichen und Wegen. Die CDU brachte erneut Intentionen hinsichtlich einer Museums-Erweiterung ins Spiel. Eilenburg, so Hans Poltersdorf, „verbaut sich museal eine riesengroße Chance und vernichtet ein Alleinstellungsmerkmal, wenn wir jetzt kurzsichtig denken“. Die für den Umbau avisierte 50-prozentige Förderung, die in dieser Höhe so schnell nicht wiederkomme, lasse sich definitiv nicht für eine Museums-Erweiterung „umswitchen“, so Heiko Leihe vom Oberbürgermeisterbereich: „Wir sehen keine andere Nutzungsalternative“, reagierte Leihe auf die Kritik von Steffi Schober, die Stadt habe nur den einen Nutzungsvorschlag eingebracht.

Förderung nicht gefährden

Der von der CDU eingebrachte Vorschlag, den Beschlussvorschlag derart zu trennen, dass ein Kauf realisiert und danach in aller Ruhe über Nutzungsmöglichkeiten nachgedacht wurde, wurde abgelehnt. Man wolle sich nicht die Chance auf eine 50-prozentige Förderung der fast 500 000 Euro teuren Umbaumaßnahmen verbauen. „Wenn wir das jetzt nicht beschließen, stehen die Fördermittel wieder in den Sternen“, so Ellen Häußler (Freies Bündnis). Wie genau das Vorhaben umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Paul-Tilo Geißler (CDU) mahnte an, dass es eine klare und für Besucher sichtbare Trennung der Einrichtungen geben müsste: „Wenn ich ins Museum will, will ich nicht erst durch die Bibo.“

Von Kathrin Kabelitz

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