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Eilenburg rechnet bis Jahresende mit 80 weiteren Asylbewerbern

Flüchtlingskrise Eilenburg rechnet bis Jahresende mit 80 weiteren Asylbewerbern

In der Einwohnerversammlung im Stadtteil Ost wurden die neuesten Fakten zusammengestellt: Derzeit habe Eilenburg 130 Asylbewerber, vorwiegend Familien, aufgenommen, die dezentral untergebracht sind. Bis zum Jahresende wird mit weiteren 80 Flüchtlingen, ebenfalls dezentral, gerechnet.

Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) wandte sich mit einem Statement an Bundes- und EU-Politik: Es könne Aufklärungsarbeit geleistet und Akzeptanz erreicht werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. „Wir haben aber auch viele Anrufe von Bürgern, die einfach wissen wollen, wie geholfen werden kann“, berichtet gestern Katharina Braune vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. Derzeit habe Eilenburg 130 Asylbewerber, vorwiegend Familien, aufgenommen, die dezentral untergebracht sind. Bis zum Jahresende wird mit weiteren 80 Flüchtlingen, ebenfalls dezentral, gerechnet. 2016 werden vorwiegend Alleinreisende erwartet. Es soll deshalb einen Sammelstandort für 150 Asylbewerber auch in Eilenburg auf dem Gelände des ehemaligen ECW geben. Frühestens ab März kann das so weit sein.  Für die Unterbringung zahlt der Bund. Das Objekt wird rund um die Uhr bewacht und von Dritten bewirtschaftet. Es sollen Mobilheime entstehen. In der Einwohnerversammlung ging es auch um die Verteilung der Neulinge. Eine Statistik existiert da für alle „Nicht-EU-Bürger“ in den Stadtteilen: in Eilenburg-Berg wohnen 9,1; in Mitte 41,2 und in Ost 49 Prozent, in den Ortsteilen 0,7 Prozent.

Um die Integration zu ermöglichen, gibt es vor allem die Spezial-Klassen in den Schulen und Deutschkurse für Erwachsene. Auch Vereine wurden gebeten, Flüchtlinge einzubeziehen und erhielten Infos über Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Es gibt aber auch Unterstützung für Rückkehrer-Familien nach Serbien. Als Treffpunkt für Einheimische und Flüchtlinge hat sich das  „Café international“ in der Kinder- und Jugendarche jeden ersten Freitag im Monat ab 17 Uhr, also auch heute, etabliert.

Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) wandte sich weiterhin mit einem Statement an Bundes- und EU-Politik: Es könne Aufklärungsarbeit geleistet und Akzeptanz erreicht werden. Aber das habe Grenzen angesichts der Größe und Zusammensetzung der Flüchtlingsströme. Friedliche Hilfe bei der Bekämpfung der Ursachen für Flucht und Vertreibung  sei gefragt. Er und seine Mitstreiter vor Ort hätten indessen ebenfalls die Aufgabe, „Erlebtes und letztendlich auch die Meinung des Volkes zu transportieren“, so Scheler. Gefordert wird deshalb unter anderem: Willkommenskultur nicht als Einladung zu publizieren, personelle Verstärkung der zuständigen Behörden für schnelle  Asylverfahren, konsequente Rückführung nicht Asylberechtigter, mehr Polizeipräsenz, Prävention vor Radikalisierung.

Das Diakonische Werk hat ein Spendenkonto für Flüchtlinge in Eilenburg eingerichtet. Sachspenden koordiniert die Stadtverwaltung, Telefon 03423 652158 oder die Kinderarche, Telefon 604033. Ansprechpartner bei Fragen und Problemen: Amt für Migration und Ausländerrecht des Landkreises, Telefon 034202 9885301.

Heike Liesaus

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