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Eilenburg und Düben: Pfarrer Wöhlmann geht, Vikar Hoberg übernimmt

Kirchgemeinden Eilenburg und Düben: Pfarrer Wöhlmann geht, Vikar Hoberg übernimmt

Nach nur einem Jahr zieht Gerry Wöhlmann, Vertretungspfarrer in Eilenburg und Bad Düben, wieder von dannen. Die Muldestädter müssen sich an ein neues Gesicht gewöhnen: Vikar Stephan Hoberg. Der 29-Jährige kommt aus Dresden.

Pfarrer Gerry Wöhlmann mit Frau Yvonne im Eilenburger Tierpark. Hier hat er den ersten Tierpark-Familien-Gottesdienst gehalten.

Quelle: Ilka Fischer

Eilenburg. An diesem Sonntag wird Pfarrer Gerry Wöhlmann seine letzten Gottesdienste in den Kirchengemeinden Eilenburg und dem Kirchspiel Tiefensee halten. 9 Uhr verabschiedet sich der Vertretungspfarrer zunächst in der Kirche Tiefensee von den Gemeindegliedern. 10.30 Uhr predigt er dann zum letzten Mal in der Eilenburger Nikolaikirche. Der 54-Jährige hatte im September vorigen Jahres und befristet für ein Jahr als Vertretungspfarrer die zusammengelegte und vakante Pfarrstelle in Eilenburg und Bad Düben übernommen. „Mir war es wichtig“, so der 54-Jährige, „die Leute hier, die Abschied von ihren Pfarrern nehmen mussten und zudem mit der Kürzung der Pfarrstelle klarkommen mussten, ein Stück weit durch diese Trauerphase zu begleiten.“ Dass Gerry Wöhlmann, für den Eilenburg nach Artern, Eisleben und Gerbstedt bereits die vierte Vertretungsstelle in sechs Jahren war, jetzt zurück nach Halle geht, bedauert Torsten Pötzsch, Vorsitzender des Eilenburger Gemeindekirchenrates. „Wir hätten uns jedenfalls gut vorstellen können, ihn dauerhaft hier zu haben.“

Bindung an Halle ist größer

Auch Gerry Wöhlmann fällt der Abschied nicht leicht. „Ich habe hier sehr gute, absolut positiv denkende Menschen kennengelernt. Wenn es nach ihnen geht, würde ich sofort bleiben.“

Doch die mit Frau Yvonne und der siebenjährigen Tochter Sina bestehenden familiären Bindungen in Halle wiegen für Gerry Wöhlmann, der sich dort um eine feste Pfarrstelle bewirbt, schwerer. Er nimmt dennoch einiges mit. Er habe hier nicht nur mit den Menschen froh machende Gottesdienste feiern können. „Ich habe auch die Schönheit der Städte Eilenburg und Bad Düben kennenlernen dürfen, die zudem nicht nur in eine tolle Umgebung eingebettet sind, sondern auch vorzügliche Gemeindehäuser und Kirchen haben.“ Am 31. August ist nun sein letzter Arbeitstag an der Mulde.

Nahtloser Anschluss ab 1. September

Entgegen ursprünglichen Befürchtungen, so Torsten Pötzsch, geht es nach dem Weggang des Vertretungspfarrers für die Kirchgemeinden aber zumindest nahtlos weiter. Die Kirchgemeinden Düben und Eilenburg können sich dabei auf ein neues Gesicht freuen: Stephan Hoberg (29) wird ab 1. September als Vikar in beiden Städten tätig sein.

Der gebürtige Dresdner hat in Leipzig im Februar 2015 sein Theologiestudium beendet und die letzten anderthalb Jahre in der Dresdner Lukaskirchgemeinde als Vikar gearbeitet. Ein Vikar (wörtlich: Stellvertreter) agiert nach dem Theologiestudium zwar bereits wie ein Pfarrer, ist aber noch nicht Inhaber einer Pfarrstelle.

Zunächst bis 31. März 2018 befristet

So wird es auch in Eilenburg und Bad Düben sein – Hobergs Vikariatszeit ist bis 31. März 2018 befristet. Beide Kirchgemeinden haben zurzeit jeweils eine halbe Pfarrstelle ausgeschrieben. Ziel des Kirchenkreises ist es jedoch, dass Eilenburg und Bad Düben künftig von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin geleitet werden. Sollte bis Ende März 2018 kein neuer Pfarrer gefunden sein, dann könnte Hoberg auch länger vor Ort bleiben – dafür müsste allerdings eine Entsendungsstelle geschaffen werden.

Hoberg möchte länger bleiben

Der „Neue“ kann sich das durchaus vorstellen. „Ich habe mit dem Superintendenten über diese Option gesprochen. Es wäre schön, wenn ich beide Gemeinden über einen längeren Zeitraum kennenlernen könnte.“ Hoberg wird ab Mitte September Gottesdienste in Bad Düben und Eilenburg leiten und auch kirchliche Hochzeiten, Taufen oder Beisetzungen durchführen. Allerdings werden auch weiterhin andere Pfarrer der Region Aufgaben mitübernehmen – wie beispielsweise die Konfirmanden-Arbeit.

Einzug ins Pfarrhaus Eilenburg

Hoberg wird im September ins Pfarrhaus von Eilenburg einziehen, aber auch in Bad Düben regelmäßig vor Ort sein. „Die Entscheidung für Eilenburg war eine ganz pragmatische: Meine Partnerin arbeitet in Leipzig, da hilft der S-Bahn-Anschluss beim täglichen Pendeln schon sehr.“ Hoberg sieht sich ohnehin nicht als „Büro-Geistlichen“, sondern sucht vielmehr den direkten Kontakt zu den Menschen. „Ich möchte mich auf jede Gemeinde mit Freude und Neugierde einlassen. Die Eigenarten und Besonderheiten erfährt man doch am besten, wenn viel miteinander gesprochen wird“, so der Vikar.

Beste Ideen kommen beim Radfahren

Der begeisterte Radsportler will zudem in den Pedalen seine neue Umgebung kennenlernen. „Ich werde auf jeden Fall mit dem Fahrrad die Gegend um Eilenburg und Bad Düben erkunden. Das ist für mich eine Art Meditation und zugleich Bestandteil meiner Arbeit: Auf dem Rad kommen mir immer die besten Ideen.“

Einen Wunsch hat Hoberg bereits für seine neue Wirkungsstätte. „Ich habe natürlich von den Sorgen um die künftige Pfarrstelle in den Städten gehört. Es wäre dennoch schön, wenn beide Gemeinden einen Schritt zurückgingen und für sich klären: Welche Schätze haben wir eigentlich?“ Davon gebe es ganz sicher viele, in Düben und Eilenburg. „Und vielleicht wird dann auch klar, dass Gemeindeleben nicht nur allein an der Person des Pfarrers hängt.“ Er selbst sieht die Rolle des Pfarrers so: „Ich will gern bei den Menschen sein und zuhören. Aber was in einer Gemeinde geschieht, hängt auch stark von den Gemeindegliedern ab.“

Bad Düben kämpft um ganze Stelle

Besonders in Bad Düben will man sich auch weiter nicht mit der Halbierung der Pfarrstelle abfinden. Im Gemeindekirchenrat wird intensiv an einem neuen Modell zur Finanzierung einer ganzen Pfarrstelle gearbeitet. In Kürze sollen hier Ideen dazu vorgestellt werden.

Von Ilka Fischer und Olaf Majer

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