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Eilenburg Eilenburg verdoppelt die Gebühren im Obdachlosenheim
Region Eilenburg Eilenburg verdoppelt die Gebühren im Obdachlosenheim
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00:32 12.12.2015
Das Eilenburger Obdachlosenheim in der Straße An der Mulde. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Seit 1994 haben sich die Gebühren für die Nutzer des Eilenburger Obdachlosenheims nicht geändert. Nun sollen sie von 5 auf 10 Euro angehoben werden. Der Stadtrat beschloss die neue Satzung in seiner Sitzung. Die neuen Regelungen sollen dann ab 1. Januar gelten. Für die Nutzer wird sich nichts ändern. Für die Bedürftigen wird der Betrag vom Jobcenter bis zu dieser Höhe getragen.

Im Jahr 2014 sind die Gesamtausgaben gegenüber denen im Jahr 2013 etwas gesunken: von 111 980 auf 110 880 Euro. Doch generell werden die Kosten pro Tag mit 305 Euro veranschlagt, pro Bett 30,51 Euro. Die Betriebskosten für Strom und Heizung sind in den vergangenen Jahren gestiegen, eine Anpassung deshalb überfällig. Aus diesem Grund schlug die Verwaltung die Erhöhung auf 10 Euro pro Bett und Nacht vor, da dies den durchschnittlichen Kosten für eine Unterkunft im Sinne des Sozialgesetzbuches entspricht.

Die neue Satzung enthält auch den Passus, dass Räume des Gebäudes An der Mulde 1 für andere Zwecke genutzt werden können, wenn sie für die Unterkunft nicht benötigt werden. Früher gab es auch ein Beratungsbüro und einen Versammlungsraum des Erwerbslosentreffs im Haus. Das sei aber zurzeit aus Brandschutzgründen nicht der Fall, erläuterte Annett Krause, Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice im Rathaus. Bei Bedarf könne das aber auch geändert werden.

Die zehn Betten, die in fünf Räumen zur Verfügung gestellt werden, seien aktuell zu nahezu 100 Prozent ausgelastet, so Krause. Weil getrennte Räume für weibliche Obdachlose vorgehalten werden sollen, gibt es auch ein Einzelzimmer. Dafür sei ein anderes mit drei Betten bestückt. Mit dem Zuschuss könnte sich der Betrag in Höhe von zirka 51 000 Euro, den die Stadt dem Betreiber jährlich überweist, um rund 15 000 Euro reduzieren.

Auch wenn die Nutzer per Einweisungsverfügung von Polizei oder Stadtverwaltung im Obdachlosenheim beherbergt werden: Sie müssen nicht dort übernachten. Das wurde in der Sitzung erörtert. Denn „Unter der Brücke“ dürfe nun mal jeder übernachten, egal ob arm oder reich, stellte André Becht, der Rechtsbeauftragte der Stadt, fest. Die Obdachlosen werden nicht zwangsweise in der Unterkunft festgehalten. Betrieben wird das Obdachlosenheim vom Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Eilenburg.

Von Heike Liesaus

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