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Eilenburg Eilenburg vergibt erstmals den Heinzel-Preis
Region Eilenburg Eilenburg vergibt erstmals den Heinzel-Preis
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19:39 24.04.2016
Yvone Henselin hat als Erste den Heinzel-Preis bekommen. Quelle: Carsten Lippert
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Eilenburg

Yvonne Henselin heißt die erste Heinzel-Preis-Trägerin in Eilenburg. Am Freitagabend übergab Oberbürgemeister Ralf Scheler (parteilos) der Leiterin der Kinder- und Jugendarche die vom Chemnitzer Designer Michael Stapf geschaffene kleine Edelstahl-Trophäe. Bis zum Schluss hatte Annett Krause von der Stadtverwaltung, die im Bürgerhaus die Laudationen hielt, die Spannung gehalten. Als die Leiterin des Fachbereiches Bürgerservice dann den Namen verlas, hallte an einem Tische im großen Saal ein befreites Lachen und Beifall auf. „Mir ist immer noch immer etwas schlecht“, bekannte die Eilenburgerin noch eine geraume Zeit nach dem Gang auf die Bühne.

Annett Krause hatte zuvor eingeräumt, dass die Wahl sehr schwer gefallen sei: „Den Preis sollte jemand erhalten, der den Bürgern das Thema Heinzelmännchen nahe bringt und sich über das normale Maß hinaus ehrenamtlich engagiert. Viele hier im Saal hätten es verdient.“ Warum die Entscheidung ausgerechnet zugunsten der 40-Jährigen fiel, begründete Krause mit dem Engagement, das Yonne Henselin in die Kinder- und Jugendarche der evangelischen Kirchgemeinde investiere. 20 Stunden betrage normalerweise die Arbeitszeit, die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder opfere aber als einzige feste Mitarbeiterin weitaus mehr an Zeit, um Kindern, die zu alt für den Spielplatz aber zu jung für einen Jugendclub sind, gemeinsam mit weiteren Helfern eine sinnvolle Freizeit- und Feriengestaltung zu ermöglichen. In den Sommerferien gab es viele Angebote rund um das Thema Heinzelmännchen, theoeretische wie praktische. „Sie setzt nicht nur viele kleine Helfer in Szene“, sondern helfe auch selbst, so Annett Krause. Über das Betreuungsangebot hinaus organisiere sie Kleidebasare oder Kindergottesdienste. Außerordentlich groß sei auch ihr Engagement bei der Betreuung von Flüchtlingen, sie organisiert beispielsweise die Ausgabe von Kinder- kleidung in der Arche oder suche den Kontakt zu den neuen Neuankömmlingen. Dabei ging es schon um Geburtshilfe, Begleitung zum Arzt oder ganz profanen Themen wie Tipps für die Bekämpfung von Läusen bei Kindern. Zudem finden in der Arche das Café International oder monatlich das Patentreffen statt. Henselin gehört zu den Flüchtlingspaten, die im Herbst mit dem Integrationspreis geehrt wurden. Sie singt in der Rinckart-Kantorei, übernimmt Küster-Dienste bei Gottesdiensten und ist Mitglied im SPD-Ortsverband.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Beinahe hätten die Verpflichtungen auch verhindert, dass Yvonne Henselin an diesem Abend nicht dabei sein konnte. Letztlich klappte aber alles. Die so Geehrte freute sich, sagte aber auch: „Es ist schön, aber es gibt doch so viele Heinzelmännchen.“ Yvonne Henselin dachte dabei an die vielen Helfer, die sie unterstützen. Für sie nehme sie den Preis auch entgegen.

Weitere Ehrungen


– Chef des Aphasiker-Zentrums Nordsachsen, kämpfte sich nach einem Schlaganfall zurück und versucht, Betroffenen Lebensmut zu geben (Für René Goldschmidt nahm stv. eine Vereins-Vertreterin die Ehrung entgegen.)
– kümmert sich seit Jahren um behinderte und alleinstehende Menschen, hilft u.a. bei Behördengängen, organisiert zu Weihnachten Treff für Bedürftige.
– Setzt sich für die Sanierung und Erhaltung der Burganlagen ein, schafft Balance zwischen Familie, Beruf und Burgverein.
– Der Verein wurde Anfang 2008 gegründet, um das kulturelle Leben zu bereichern und anderen bei Vorhaben zu helfen, so in der Bader-Galerie oder bei Rinckarts Hofmusik. Seit 2009 ist er Trägerverein der Musikwerkstatt.
– Organisator vieler Lauf-Veranstaltungen wie des Zwei-Tage-Marathons Eilenburg – Pressel, der 2016 zum 26. Mal stattfindet.
– Die Mitglieder kümmern sich seit Jahren um den Kegelsport und vertreten Eilenburg über die Stadtgrenzen hinaus.
– Seit 1991 gibt es den Verein, der einige Sachsenmeister in seinen Reihen hat. Kindern und Jugendlichen wird Disziplin, Ausdauer, Demut und Durchhaltevermögen beigebracht.

Ehrungen aber gab es an diesem Abend noch mehr. Personen und Vereine wurden ausgezeichnet, die aktiv im Ehrenamt tätig sind. Seit 2007, so hatte es Ralf Scheler zur Begrüßung gesagt, gäbe es die Würdigung in dieser Form. Erstmals umgesetzt wurde die nach dem zweiten Platz beim Ab-in-die-Mitte-Wettbewerb 2013 aufgekommene Idee, einen Heinzel-Preis für eine Einzelperson zu vergeben. In Abstimmung mit der Heinzelmännchen-Arbeitsgruppe fiel die Entscheidung für den Entwurf von Michael Stapf (Chemnitz), der die Darstellung der Heinzelmützigkeit, der Heinzelmänner als Symbol für ein fleißiges Volk, das im Sinne der Allgemeinnützigkeit wirkt, umsetzte.

Von Kathrin Kabelitz

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