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Eilenburg Eilenburg verzaubert das närrische Volk
Region Eilenburg Eilenburg verzaubert das närrische Volk
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21:34 08.02.2016
Der närrische Umzug nimmt die Marktkreuzung in Beschlag. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg,

Das Konfetti schien direkt aus dem Himmel zu fallen. Etwas mehr Wind machte es möglich. Ansonsten störte sich Eilenburgs Rosenmontagsumzug recht wenig an der Sturmwarnung. 10 000 Menschen standen an den Straßen. Allein das DJ-Duo Frank & Frank durfte sein Equipment gleich im Rathauseingang installieren und Matthias Gürke, Vorsitzender des Eilenburger Carneval Clubs (ECC), kommentiere diesmal nicht vom Hubsteiger, sondern von einer Transporterplattform aus.

„Sie kommen schon!“, konnte er pünktlich 14.20 Uhr verkünden. Der Zug hatte sich aus der Südstadt, über die Wall- und Eckartstraße in die City bis zum Markt vorgearbeitet. Der Fanfarenverein in Himmelblau schmetterte seine Bläsertöne durchs Grau und ließ die ersten Kammellen ins Publikum fliegen. Mit einem riesigen Zylinderhut beladen, aus dem statt des weißen Kaninchens ein Narr schaute, folgte der ECC-Wagen getreu dem Motto: „Lasst Euch verzaubern“. Wollte da jemand die Eisbären sehen? Die Alten Weiber der ECCler hatten den dazu passenden Song im Background und Kostüme am Körper. Die Damen der Tanzgruppen trugen goldige Kullern auf dem Rücken. Bezaubernde Süßigkeiten? „Wir sind Schnecken“, klärten sie auf. Andere Klangfarben und Moves boten die Hip Hopper. Dann wieder schunkelte der graufellige DCFant vom Delitzscher Carnevalverein durchs Bild: „Immer wenn ich traurig bin, trink’ ich einen Korn“.

Landwirtschaftlich sah der Wagen anderer aus: Beim Burkhartsheiner Carneval Club ging es eindeutig um Störche und Frösche. Die Stimme von Diana Tauchnitz, Tochter der Vereinspräsidentin, erinnerte indes an die Vögel mit schwarzem Gefieder. „Wir haben in Eilenburg zur Weiberfastnacht angefangen“, startete sie die Aufzählung der Taten der vergangenen Tage. Mit der „Lady Carneval“ schipperte der Neußer Karnevalsverein über die Straße, mit einer eigenen Zauberbühne fuhren die Muldentalwerksstätten mit.

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Fröhlich geht es am Rosenmontag auf den Eilenburger Straßen zu.

Lob fürs praktische Kostüm spendierte Matthias Gürke den Kleinen aus der Heinzelmännchen-Kita. Die waren dank Zipfelmützen und Umhängen „schön warm eingepackt“. Das dürfte auch auf die Fetzenkostüme der Muldengeister zutreffen. Diese schienen sich vermehrt zu haben: „Mehr Kinder. Alles Nachwuchsgeister“, wurde erklärt. Deshalb war der Wagen gleich auf Biba-Bobby-Car-Wagen getrimmt, aber mit 1,5 Tonnen Konfetti beladen. „Gestern in Leipzig haben wir 3,5 Tonnen abgeworfen“, erklärte Obergeist Frank Schröder. Die Grunaer hatten dafür gleich das Leipziger Maskottchen mitgenommen: Aus ihren Reihen winkte Löwin Leila alias Julia Liebner. Sowas will auch Eilenburg können: „Zauberhaftes Eilenburg zieht an“ stand am Wagen der Verwaltung. Das Ziel, neue Einwohner anzuziehen, symbolisierte ein riesiges Hufeisen. Dahinter war die gesamte Rathausmannschaft formiert.

Auch die Bad Dübener Karnevalisten waren mit Nachwuchs angereist: Mit dem Prinzenpaar Nicole II. und Tobias I. reiste das Kinderprinzenpaar Lucia & Ben-Louis. Mit handgemachter Musik präsentierten sich die Akkordeon-Asse. Feierlich kam der LSV Mörtitz mit Silberschleifen daher: „25 Jahre LSV. Das ist Silberhochzeit!“. Holzi’s verzauberte Puppenkiste war sogar schnell eingesprungen, um die Presseler Karnevalisten mit Sound zu versorgen, weil der eigene Wagen ein Zulassungsproblem hatte.

„Ich bin schon erstmal froh, wenn’s vorbei ist“, gab Ronald Mauerer, Geschäftsführer des ECC zu. „Aber da bin ich wahrscheinlich der einzige.“ Denn als Cheforganisator ist er dafür verantwortlich, dass alles ohne Unfälle abläuft. Die anderen würden gern noch weiterfeiern. Auch der Party auf dem Markt setzte erst der Regen ein Ende.

Von Heike Liesaus

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