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Eilenburg Eilenburg wächst – erste Ergebnisse der Wohnstandort-Kampagne liegen vor
Region Eilenburg Eilenburg wächst – erste Ergebnisse der Wohnstandort-Kampagne liegen vor
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10:06 22.04.2018
Dr. Bettina Lange stellt Ergebnisse der Studie zur Wohnstandortkampagne vor. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Der Slogan „Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“ hat eingeschlagen, schätzte Michael Rücker von der W&R Immocom jetzt bei der Zwischen-Bilanz für die Eilenburger Wohnstandort-Kampagne. Diese wurde in der Aula des Martin-Rinckart-Gymnasiums vorgestellt, denn Schüler der zehnten Klasse hatten bei einer Studie mitgewirkt, die Gründe untersuchte, was Eilenburger hier hält und was potenzielle Neu-Eilenburger anziehen könnte.

Etappenziel 16 000 Einwohner ist erreicht

Kampagnen-Start war im Herbst. Ein Etappenziel ist schon erreicht: Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) konnte verkünden: „Wir haben wieder 16 000 Einwohner.“In den vergangenen Monaten ist viel passiert: Präsenz auf Briefen, Produkten, Flyern, Plakaten, auf Messen. Eine Facebook-Seite und eine Website werden regelmäßig mit Infos zu Thema bestückt. Und das Motto, das „Reibung erzeugt“ und durchaus am „Selbstbewusstsein rüttelt“ sei in die Köpfe derjenigen eingedrungen, die sich in der Region Leipzig mit der Branche beschäftigen, erklärte Rücker. Doch große Veränderungen kündigten sich in kleinen Schritten an. Und der Einsatz der Kräfte sollte bedacht werden. So sei Leipzig, für das 700 000 Einwohner prognostiziert sind und für dessen Zuzügler auch Eilenburg Lebensraum bieten will, derzeit noch in der Lage, das Wachstum selbst aufzufangen. Der Leerstand liegt noch bei vier bis fünf Prozent, ein Großteil der Flächen werde zu Quadratmeter Miet-Preisen von fünf bis sechs Euro angeboten. Aber spürbar seien schon jetzt diejenigen im Umland unterwegs, die nach erschwinglichen Baugrundstücken suchen. In zwei bis drei Jahren würden es verstärkt diejenigen sein, die sich nach Mietwohnungen umsehen, prophezeite Rücker. Dafür müsse man gerüstet sein. Andererseits es nütze zum jetzigen Zeitpunkt nichts, mit viel Aufwand Nachfrage zu erzeugen, die noch gar nicht befriedigt werden kann.

Befragung durchgeführt

Wie sich bereits hier Wohnende fühlen, wie sie Freizeitangebot, öffentlichen Personennahverkehr, Bildungsangebote, ärztliche Versorgung und ihre Zukunft in Eilenburg bewerten, dem gingen Studierende der Berufsakademie Leipzig in den vergangenen Monaten nach. Professorin Bettina Lange, Leiterin des Studiengangs Vermögensmanagement und der Richtung Immobilienwirtschaft, stellte Ergebnisse vor. 200 Eilenburger füllten Fragebögen aus, besonders viele junge Leute. Die Ergebnisse der Aktion könnten somit zwar nicht als repräsentativ bewertet werden, schränkte Lange ein. Doch prinzipiell zeige sich: „Eigentlich sind die Eilenburger mit ihrer Stadt zufrieden“, schloss die Professorin. Nun stelle sich aber die Frage „Wie wollen wir künftig leben?“ Untersucht wurden Bedürfnisse der Generation Y, heißt: der Jugend und der Auszubildenden, der jungen Familien und ebenso die der Empty-Nest-Wanderer. So werden diejenigen beschrieben, die ein verlassenes „Nest“ hüten, weil die Kinder flügge geworden sind, und die sich nun nach einem neuem Lebensumfeld umsehen. Eine Erkenntnis: Die Wünsche der Generationen ähnelten sich wider Erwarten: Gesucht werden Ruhe, Mittel- bis Großstadt, Stadtkernnähe, Nahversorgung, schnelle Verkehrsanbindung, Kinderbetreuung, zählte die Professorin auf.

Positive Überraschung

Analysiert wurde von den Studierenden auch, wie Eilenburg in der Konkurrenz zu Nachbarstädten aufgestellt ist: Während für Eilenburg zum Beispiel bei einer Autofahrt bis zur Messestadt Leipzig 25 Kilometer auf dem Tacho stehen, sind es für Wurzen 30 Kilometer, für Delitzsch 25,9 Kilometer. Die Quadratmeter-Mietpreise differieren geringführig: Wurzen mit 4,86 Euro am niedrigsten, Delitzsch in der Mitte mit 5,06 Euro und Eilenburg mit 5,18 Euro. Grundstückspreise, S-Bahn-Frequenz und viele Aspekte mehr wurden herangezogen und mit Noten bewertet. Am Ende hatte die Gruppe eine Gesamtnote errechnet: Ein „befriedigend“ mit einem 3,1er-Durchschnitt für Eilenburg; 3,8 für Wurzen und 2,7 für Delitzsch.

„Ich bin positiv überrascht, so OBM-Referent Heiko Leihe. „Wir fühlen uns bestätigt. Es gehört sicher zum Image-Gewinn, sich gut zu verkaufen. Vielleicht sind wir in den vergangenen Jahren zu bescheiden gewesen.“

Von Heike Liesaus

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