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Eilenburg will Garagenkomplex am Jacobsplatz abreißen

Stadtentwicklung Eilenburg will Garagenkomplex am Jacobsplatz abreißen

Eilenburg feilt weiter am Stadtentwicklungskonzept. Eines der Ziele: Die Garagen am Jacobsplatz und die ehemaligen Löschwasserbecken an der Ostbahnhofstraße sollen Wohnhäusern weichen.

Auch wenn es derzeit nicht so attraktiv aussieht: Das Gelände des Garagenkomplexes am Jacobsplatz befindet sich in einer der schönsten Wohnlagen Eilenburgs.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Eilenburg feilt weiter am Stadtentwicklungskonzept. Dort sind jetzt erneut Ziele für die Brachflächenrevitalisierung, aber auch für Klimaschutz und erneuerbare Energien in der Stadt festgelegt worden.

Insgesamt sechs Standorte sind in dem Papier als Brachen aufgelistet, an denen sich etwas tun sollte. Die Nutzungskategorien stellen zwar noch keine abschließende planungsrechtliche Ausweisung dar, wird im Konzept betont. Sie geben ein Ziel hinsichtlich weitere Schritte vor. Die Vergabe der Prioritäten zeigt, wie viel Zeit sich die Stadt dafür lassen will. In der Priorität 1 ist der Garagenkomplex Jacobsplatz eingeordnet. Der Bauzustand der 123 Garagen in vier Doppel und drei Einzelreihen ist schlecht. Sie sollen abgerissen werden, um dort Wohnbauflächen auszuweisen. Die Stadt wird das Gebiet aber nicht selbst entwickeln, sprich Straße, Strom, Trink- und Abwasser sowie Datennetz erschließen. Dafür muss ein Projektentwickler gewonnen werden.

Ebenfalls mit erster Priorität im Blick: Die beiden Betonbecken nahe der Ostbahnhofstraße, die einst der Löschwasserversorgung dienten. Auch diese sollen weg und es werden Potenziale für eine Ausweisung als Wohnbaufläche gesehen.

Der Garagenkomplex an der Torgauer Landstraße am Brauereiplatz ist hingegen in der Priorität 2 eingeordnet. Dort gibt es ebenfalls 125 Garagen, die zum Teil leer stehen. Das Entwicklungskonzept sieht für das Gelände perspektivisch eine Aufwertung zur Freifläche vor. Auch das Gebäude, in denen derzeit die Wäscherei am Nordring im Betrieb ist, sowie das zum Objekt gehörende, leerstehende Wohnhaus stehen nach wie vor zur Disposition. Dort geht es um die Fortführung des Grünen Rings Nord, der weiter vervollständigt werden soll. Noch grüner soll es laut Stadtentwicklungskonzept ebenfalls an der bereits grünen Fischeraue werden: Dort hatte die Stadt vor einigen Jahren bereits je nach verfügbaren Finanz-Mitteln Garagen-Zeilen abgebrochen. Das könnte fortgeführt werden.

Auch wenn es im Gegensatz zu den anderen Grundstücken nicht in der Hand der Stadt ist, wird auch das ruinierte Haus Ziegelstraße 1 in den Blick genommen. Es fungierte einst als Betriebswohnung für Mitarbeiter des Chemiewerks, wurde von einem Privatmann aufgekauft, steht als Schandfleck da. Vor einigen Jahren brannte der Dachstuhl ab. Hier ist die Ansiedlung des Edeka-Vollsortimenters in der Nachbarschaft ein Hoffungsschimmer: Die Investoren könnten kaufen und abreißen. Diese Idee wurde aber als Priorität 3 eingeordnet.

In der Diskussion unter den Stadträten, die das Papier mehrheitlich befürworteten, wurde auch klar: Mit Problemen des hohen Versiegelungsgrads und den Auswirkungen aufs Klima in der Stadt hat Eilenburg bisher wenig zu kämpfen. Es verfügt über nicht bebaute Gebiete, viel Grün und damit über Frischluftschneisen, die für Abkühlung sorgen.

In Sachen Klimaschutz hat sich Eilenburg bereits mit seinem Quartierskonzept Innenstadt und dem Beleuchtungskonzept zum Ziel gesetzt, den kommunalen Gebäudebestand energetisch zu sanieren, energieeffizienten Neubau in der Stadt zu unterstützen, Heizungsanlagen zu erneuern und umzurüsten. Da wird an die Nachverdichtung durch Neubau im Stadtgebiet gedacht, ebenso an die energetische Sanierung des Rinckart-Hauses am Külz-Ring, der Begegnungsstätte der Volkssolidarität, der Kita Bärchen, des Multifunktionsgebäudes in der Halleschen Straße. Ziel ist auch, ein dezentrales Nahwärmenetz im Quartier zwischen Leipziger-, Eckart-, Rinckart- und Wallstraße zu installieren.

Mit dem Anteil an erneuerbaren Energien, die im Stadtgebiet verbraucht werden, steht Eilenburg gut da: Im Jahr 2013 waren es etwa 32,4 Prozent. Ein Wert, der zehn Prozent über dem deutschen Durchschnitt liegt. Der größte Teil stammt aus Photovoltaik-Anlagen. Wind- und Wasserkraftanlagen sind in der Muldestadt nicht vorhanden und auch nicht geplant.

Von Heike Liesaus

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