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Eilenburg will Schwarzbauten legalisieren – Bußgelder drohen trotzdem

Grüner Fink Eilenburg will Schwarzbauten legalisieren – Bußgelder drohen trotzdem

Gibt es Schwarzbauten am Grünen Fink? Nicht allein der Bebauungsplan für das neue Wohngebiet im Eilenburger Osten steht in der Diskussion. Tatsächlich sollen einige nach der Wende entstandene Bauten dort illegal sein.

Einige Häuser gegenüber der Gartenanlage (rechts) stehen schon, die meisten legal, für manche soll das aber auch nicht zutreffen.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Mehr Platz zum Wohnen in Eilenburg: Ein Baugebiet für Eigenheime soll am Am Grünen Fink im Stadtteil Ost ausgewiesen werden. Das Genehmigungsverfahren läuft. Gleich im Januar soll der Entwurf für den Bebauungsplan im Rathaus ausliegen, sodass jeder Einsicht nehmen und Hinweise geben kann.

Doch an der Straße Am Grünen Fink, die bisher eher ein Weg ist, gibt es neben der Gartenanlage bereits einige Wohnhäuser. Offenbar stehen nicht alle dort mit einer Baugenehmigung: „Es sind Vorwendebauten, die wurden damals genehmigt, aber auch einige Nachwendebauten, die sind erfrischend illegal.“ So formulierte es André Becht, in der Stadtverwaltung für Rechtsfragen zuständig, als die Stadträte den Plan-Entwurf in ihrer Sitzung diskutierten. „Einige Verfahren laufen dort“, erklärte Petra Zimmermann, Leiterin des Bereichs Bau in der Stadt. Diese würden zwar nicht von ihrem Ressort, aber vom Bauordnungsamt verfolgt. Dass es dabei rechtliche Auseinandersetzungen gibt, machte auch Stadtrat Carsten Schäfer (CDU) deutlich, der sich freiwillig nicht an der Abstimmung beteiligte, weil er betroffene Mandanten vertritt. Einige Anlieger werden aber trotz rechtlichen Beistands wohl zumindest um Bußgelder nicht herumkommen. „Doch bevor wir Bausubstanz wegreißen lassen, sollten wir feststellen: Lässt es sich legalisieren?“, erklärte Becht. Der Bebauungsplan wäre somit ein glücklicher Umstand für die betroffenen Grundstücke.

Gartenland zu Bauland

Jedoch wird es kaum möglich sein, Kosten für die Überplanung des Gebiets generell auf die Anlieger umzulegen, so wie es Christiane Prochnow (Die Linke) gern gesehen hätte: Schließlich würde mit dem Bebauungsplan Gartenland zu Bauland, die Schwarzbauten darauf würden legitimiert und nun eine „unheimliche Aufwertung“ erfahren. Im Gebiet liegen landwirtschaftliche Fläche, private Gärten, Wochenendhäuser, aber auch vier, schon zu DDR-Zeiten genehmigte Eigenheime, zählte Petra Zimmermann auf. Für letztere sei die Beteiligung an der Wohngebietsplanung nicht zu verlangen. „Denn die haben keinen Vorteil. Einzelne Wochenend- und Gartengrundstücksbesitzer hatten im Laufe der Jahre schon Anträge gestellt, dort bauen zu dürfen. Allerdings gab es eine Veränderungssperre, solange dort noch die Umgehung der B 87 hätte entlang führen können.“

Straße wird ausgebaut

Zirka 50 Grundstücke für Bauwillige sollen ausgewiesen werden. Das ausersehene Areal erstreckt sich vor allem auf östlicher Seite des Grünen Finks von der Wurzener Landstraße bis zum Schießstandweg. Die Straße „Grüner Fink“ soll grundhaft ausgebaut werden. Jedoch erst, wenn eine gewisse Zahl der Grundstücke belegt ist. So wurde bereits in der Versammlung zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung informiert. Diese Ausbaubeiträge müssten dann alle anliegenden Grundstücksbesitzer zahlen. Das Gebiet ist von Bahnstrecke und B 87, die in der Nähe vorbeiführen, von Lärm belastet. Deshalb werden künftige Bauherren Lärmschutz wie Schallschutzfenster einbauen müssen.

Von Heike Liesaus

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