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Eilenburg Eilenburg will an der Preisschraube bei Bürgerhaus und Schwimmhalle drehen
Region Eilenburg Eilenburg will an der Preisschraube bei Bürgerhaus und Schwimmhalle drehen
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07:00 04.05.2016
Die Bibliothek in Eilenburg ist eine der vier Einrichtungen der Kulturunternehmung. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Es war nur ein Nebensatz, den Heiko Leihe, Leiter der Kulturunternehmung Eilenburg, am Montag zur Stadtratssitzung fallen ließ. Doch zur Sitzung im Juni wird das Thema auf der Tagesordnung stehen: Die Entgeltordnung für die vier Einrichtungen, die unter dem Dach des städtischen Eigenbetriebes agieren, steht zur Diskussion. Dass es offenbar Redebedarf gibt, hatte Stadtrat Volker Krause (CDU) mit seiner Enthaltung bei der Abstimmung zum festgestellten Jahresabschluss der Kulturunternehmung verdeutlicht. Später hakte er mit Blick auf die nicht unerheblichen Zuschüsse, die die Stadt speziell bei der Bibliothek zahlt, nach: „Wie lange wollen wir die Bücherei so noch unterstützen?“

Grundsätzlich sei es die Entscheidung der Stadträte, welche kulturellen Einrichtungen unterhalten würden, so Leihe. Die Bibliothek hätte aber bisher nicht zur Disposition gestanden, zumal die Bibo im Kulturraum als mittelzentral bedeutsame Einrichtung geführt, deshalb würden auch Fördermittel gezahlt. Im Zusammenhang mit der neuen Entgeltordnung könne die Diskussion über die künftige Struktur der Bibliothek aber gern geführt werden.

Vorschläge zu den neuen Preisen, die die Einnahmeseite der Kulturunternehmung verbessern sollen, wurden im Betriebsausschuss der Kulturunternehmung bereits abgestimmt. Sie sollen dann konkret mit den Beschluss-Vorlagen für den Juni-Stadtrat bekanntgemacht werden. Das erfolgt üblicherweise eine Woche vor dem Sitzungstermin.

Im Bürgerhaus, bei dem die Räume immer mehr nachgefragt und ausgelastet sind, ist vorgesehen, vor allem die Saalmieten für die kommerziellen Veranstalter anzuheben. „Wir sorgen durch unser Zutun von der Künstlerbetreuung bis hin zur Werbung und mit der positiven Ausstrahlung des Hauses für volle Veranstaltungen“, erklärt Leihe. Allerdings ist zu erwarten, dass auch Eilenburger Vereine wie Laientheater und Volkschor bei ihren Veranstaltungen mehr Miete zu zahlen haben. Sie müssten diese Kostenerhöhungen voraussichtlich auf die Eintrittspreise aufschlagen.

Auch die Schwimmhalle stehe gut da. Die Kostendeckung liege bei 60 Prozent. Das sei für eine solche Einrichtung ein guter Wert. „Aber alles, was wir nicht selbst erwirtschaften, muss nun mal die Stadt zuschießen.“ In dieser Einrichtung hätten sich 84 Prozent der Besucher über eine Umfrage dafür ausgesprochen, die Zeitbeschränkung zugunsten einer Erhöhung des Eintrittspreises aufzuheben. Die Überlegung: Eine Familie, die mit Kind und Kegel in der Halle einrückt, hat, wenn sie für eine Stunde zahlt, netto etwa 35 Minuten in der Halle. Der Eintritt soll deshalb zwischen dem bisherigen Entgelt für den Ein- und dem Zwei-Stunden-Besuch liegen. Das wären für Erwachsene ein Entgelt zwischen 3,50 und 6 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 3,50 Euro. Keine Erhöhung soll es für Sondernutzer wie Wasserwacht und Feuerwehr geben.

Auch die Gebühren in der Bibliothek sollen zumindest für Erwachsene moderat steigen. Aktuell zahlen sie 15 Euro fürs gesamte Jahr. Alle Leser im Alter bis 16 Jahre nutzen das Angebot kostenlos. Für die Bücherei datiert die letzte Entgelt-Veränderung aus dem Jahr 2011. Damals wurden die Beiträge für Kinder abgeschafft.

Im Museum gab es eine Erhöhung der Eintrittspreise zum letzten Mal vor zehn Jahren. Erwachsene zahlen derzeit zwei Euro, Kinder 50 Cent. Aber auch die Entgelte für Führungen durch Stadt und Bergkeller oder für die Nutzung des historischen Klassenzimmers werden unter die Lupe genommen. „Es soll aber auch um eine soziale Komponente gehen“, betont Leihe. Alle vier Wochen könnte es einen Mittwoch geben, an dem der Eintritt völlig kostenlos ist. „Einnahmen haben sich zwar in den vergangnen Jahren erhöht und die Auslastung von Veranstaltungen ist besser geworden“, analysiert er die Situation. „Dabei ist der Zuschussbedarf seit 2009 im Durchschnitt derselbe geblieben. Aber die vorgesehenen Zuschüsse waren in den vergangenen Jahren politisch abgesenkt worden.“

Von Kathrin Kabelitz und Heike Liesaus

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