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Eilenburg will bis 2018 in jedem Stadtteil Bauland schaffen

Wohnstandortkampagne Eilenburg will bis 2018 in jedem Stadtteil Bauland schaffen

Eilenburg macht zurzeit viel Wind um seine Wohnstandortkampagne, will die Menschen für das Leben in der Stadt begeistern und hofft, dass die Einwohnerzahl klettert. Aber inwieweit kann die Stadtverwaltung und können Großvermieter das auch mit Angeboten untersetzen?

Eilenburg. Selbstbewusst gibt Eilenburg zurzeit seiner Wohnstandortkampagne „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ Schub. Als alternativer Wohnstandort zur nahen Messe- und Boomstadt Leipzig wird stärker um Einwohner und Fachkräfte für die Stadt an der Mulde geworben. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir ein deutlich zunehmendes Interesse an Baugrundstücken in Eilenburg registriert“, erklärt Ulrike Glück zur Frage, ob die Werbeoffensive mit entsprechenden Angeboten untersetzt ist. Die Fachbereichsleiterin für Finanzen und Liegenschaften im Eilenburger Rathaus verweist auf aktuell rund 20 Grundstücke im Portfolio der Stadt. Ob großflächig oder kleinteilig – für jeden Interessenten wird etwas geboten.“ Die Verfügbarkeit sei gegeben. Für günstige 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter werden die Bauareale in unterschiedlichem Erschließungsgrad angeboten.

60 000 Quadratmeter für Bauträger

Konkrete Verhandlungen würden zurzeit für weitere rund 60 000 Quadratmeter Grundstücksfläche laufen, die an Bauträger beziehungsweise Projektentwickler übergeben werden können. Diese befinden sich unter anderem im Stadtteil Ost (Dübener Land-/Puschkinstraße und Ostbahnhofstraße), im Stadtteil Mitte (Jacobsplatz – ehemaliger Garagenstandort, Martin- und Rollenstraße) sowie im Stadtteil Berg (Neuer Mittelweg). Sie bieten insgesamt Platz für mehr als 75 Einfamilienhäuser.

Eilenburg verfolgt das Ziel, bis 2018 in jedem Stadtteil neue Flächen zu entwickeln, weil jeder für sich individuelle Vorzüge für Zuzügler biete. In Ost überzeuge die Nähe zum Kies- und Badesee, auf dem Berg die gute Anbindung über die B 87 und B 107 von Leipzig aus und in Stadtmitte die Nähe zum Bahnhof sowie die 20-minütige S-Bahn-Anbindung im Halbstundentakt, zudem zahlreiche Kinder-, Schul- und Jugendeinrichtungen mit jeweils ganz unterschiedlichen Konzepten.

Auf zunehmende Wohnnachfrage werde auch mit der Aufwertung der sozialen Infrastruktur reagiert. Der Hortneubau in Ost schaffe beispielsweise nicht nur mehr Plätze für die Schülerbetreuung, sondern werde auch die Kita-Landschaft entlasten, in die Hortkinder bislang ausweichen mussten. Neue Wohnkonzepte für Einfamilien- und Reihenhäuser sollen darüber hinaus kurz- bis mittelfristig in eine überarbeitete Flächennutzungsplanung einfließen.

Großvermieter setzen auf Qualität

Großvermieter wie die Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (EWV) und die Wohnungsgenossenschaft Eilenburg (WGE) setzen in ihrem Bestand ebenfalls auf das, was gewünscht wird. „Wir stellen zurzeit eine gestiegene Nachfrage nach Vier-Raum-Wohnungen fest. Nicht nur von Familien, sondern auch von Paaren, die sich großzügiger aufstellen wollen“, so EWV-Geschäftsführerin Birgit Bendix-Bade. Deshalb würden Wohnraum-Zusammenlegungen, so am Külz-Ring und in der Lutherstraße, ins Auge gefasst. Ein Zwei- bis Vier-Raum-Wohnprojekt in der Eckart-Straße 21 bis 23 werde für 2017 vorbereitet. Bei einer zweistelligen Leerstandsquote gebe es bei der EWV, neben der anhaltenden Nachfrage nach Zwei- bis Dreiraum-Domizilen, genug Reserven.

Einmal mehr bekräftigt WGE-Geschäftsführer Thomas Meinhardt für den zweitgrößten Wohnungsanbieter Eilenburgs den Wunsch nach neuen, vor allem jüngeren Mitgliedern. Doch die Nachfrage sei nach wie vor verhalten. „Die städtische Kampagne zielt vorerst eher auf Bauplätze ab.“ Dennoch wolle das Unternehmen auch künftig nicht nur mit günstigen Mieten – im Durchschnitt 4,60 Euro – und mit Wohnqualität überzeugen. Es ist mit seinen Angeboten ebenso über das Eilenburger Internet-Portal vernetzt wie die EWV. „Das Zepter sollte bei diesem Thema die Stadt in der Hand behalten“, meint der Geschäftsführer.

Zeichen der Zeit werden erkannt

Dass die Muldestadt die Zeichen der Zeit erkannt hat, wurde jüngst mit einer Studie im Auftrag der Sächsischen Aufbaubank, des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften und des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zum Thema „Schwarmverhalten in Sachsen“ bestätigt. Darin gilt Eilenburg als „versteckte Perle“. Womit Gemeinden gemeint sind, die Einwohner gewinnen, aber (noch) nicht in dem Maße, um Wanderungsverluste gegenüber sogenannten Schwarmstädten wie Leipzig auszugleichen. Deswegen lenkt Eilenburg weiterhin die Aufmerksamkeit auf seinen vorhandenen attraktiven Wohnraum und günstige Baugrundstücke.

Von Karin Rieck

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