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Eilenburger Arche-Kinder machen den Heinzelmännchen-Test

Eilenburger Arche-Kinder machen den Heinzelmännchen-Test

Was ist von den Heinzelmännchen zu halten? Als Eilenburger Besonderheit sollen die sagenhaften Gestalten Besucher auf die Stadt neugierig machen. Während zum Beispiel eine extra gegründete Arbeitsgruppe seit Monaten regelmäßig berät, wie das auf den verschiedensten Wegen passieren könnte, haben Ferienkinder in der Jugend- arche das Heinzelmännchentum für eine Woche dem Praxistest unterzogen.

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Plaste-Tüten, zerknüllte Alufolie, Papier, aber auch Flaschen oder weggeworfene Feuerzeuge. Die ehrenamtlichen Heinzelmännchen staunten über ihre Funde.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Ganz ohne theoretische Grundlagen ging auch hier nix. Was machen Heinzelmännchen überhaupt? "Sie sind immer klein und helfen heimlich", war aus den Reihen der Ferienkinder zu hören. Zudem soll es Heinzel-Kollegen in Köln geben. Die seien auch von einer Frau vertrieben worden, die zu neugierig war und das Treiben unbedingt mit eigenen Augen beobachten wollte. "Aber in Eilenburg waren die Heinzelmännchen früher", betonte Julius. Und nur in Eilenburg soll das Schloss eine Rolle gespielt haben. Lokalpatriotismus war auch anderweitig gefragt. Yvonne Henselin. Leiterin der Arche, hatte den Kindern nicht verraten, was sie genau geplant hatte. Dann die Überraschung: Selbst Heinzelmännchen sein. Aufräumen. Arche-T-Shirts als gemeinsame Uniform und schützende Arbeitshandschuhe waren bereitgelegt.

Aus dem Rathaus wurden noch zwei mobile Müllsammelbehälter geholt. Dann ging's zu den Bus-Haltestellen am Külz-Ring. Und die Heinzelmänner ehrenhalber legten sich unheimlich ins Zeug. Die Stimmung glich der beim Ostereiersuchen. Die offenliegenden Stücke waren schnell weggeräumt, aber dann ging's in die Tiefe. Auch zwischen den Pflanzen der Grünanlagen, in den Büsche und zwischen den Holzlatten der Bänke wurde nachgeguckt. "Das ist mal nötig, dass jemand aufräumt. Manche Leute verdrecken die Stadt", so die schonungslose Einschätzung von Malik. "Hier liegen auch Flaschen rum. Das geht einfach nicht. Da können sich kleine Kinder verletzen", befürchtete der Zehnjährige. Und warum müssen alte Feuerzeuge, leere Zigarettenschachteln genauso wie Nutella-Gläser in den Büschen landen, warum Kaugummis an die Bänke geklebt werden, wenn doch Papierkörbe in der Nähe stehen? "Die Müllmänner von der Stadt können das gar nicht alles schaffen", stellten Annika und die anderen fest.

Doch "Heinzelmännchen" bedeutet nicht allein "sauber machen", sondern in Eilenburg auch Stadtmaskottchen "Heinz Elmann". Das wurde aus Ton nachgeformt. Touristisches war ebenfalls im Test: Da galt es, den Heinzelmann-Geocach zu finden. Das ist eine Art Schnitzeljagd, die unterstützt von GPS-Geräten und Infos und Aufgaben, die zuerst im Internet und später vor Ort zu finden sind, abläuft. Das Ziel: der "Schatz" an dem geheimen Ort. "Wir haben sie geschafft, bilanzierte Yvonne Henselin. Die Hinweise mussten auf dem Markt genauso entdeckt werden wie im Stadtpark. Nur hatte jemand das Logbuch, in dem sich die Finder eintragen, aus dem Schatzkästchen genommen. Ebenfalls auf Heinzelmännchen und junge Besucher eingestellt ist die Tour durch die Bergkeller, die das Museum entwickelte, die sich die Kinder ebenfalls nicht entgehen ließen. In der letzten Ferienwoche sind fernere Ziele angesetzt: Es geht auf Elbradtour von Torgau gen Radebeul.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.08.2015
Heike Liesaus

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