Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburger Bahnhof: Service-Punkt top, aber das Umfeld lässt zu wünschen übrig
Region Eilenburg Eilenburger Bahnhof: Service-Punkt top, aber das Umfeld lässt zu wünschen übrig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 24.02.2017
Im S-Punkt gibt’s ein schönes Umfeld, aber auch Nahrhaftes und Reisetickets, zeigen Reiseberaterin Carmen Eisold, Servicekraft Silvia Grothe und Teamleiter Frank Stenschke (von rechts). Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Eilenburg

„Das ist hier schon ein richtiges Schätzchen“, sagt Sabine Läßig über den Service-Punkt im Eilenburger Bahnhof. Und sie hat Recht. Auch wenn sie Leiterin des Verkaufsbezirks Leipzig bei DB Vertrieb damit natürlich Werbung in eigener Sache macht. Schließlich war sie dieser Tage gemeinsam mit Frank Stenschke, dem Teamleiter Mobilitätszentralen, extra in die Muldestadt gekommen, um eine Erweiterung des Imbiss-Angebots vorzustellen. Aus vielen Bahnhöfen sind die Service-Angebote verschwunden. Auch in Eilenburg hatte das Empfangsgebäude lange leer gestanden. Nun ist die Firma Talk Point Eigentümerin, hat es zum Firmensitz ausgebaut. Und es gibt seit Ende 2013, mit Inbetriebnahme des S-Bahn-Netzes, den S-Punkt als Untermieter.

Heller Raum mit Sitzmöglichkeiten

Wer die Tür am Weg zu den Bahnsteigen öffnet, den empfängt ein großzügiger und heller Raum mit Sitzmöglichkeiten, um zu verweilen, mit SB-Regalen, in denen Knabbereien und Reiselektüre stehen. Hinterm langen abgerundeten Tresen findet sich der Platz für den Ticket- und gleich daneben der für den Bistro-Verkauf. Dort warten diverse belegte Baguettes und Gebäck auf die Reisenden. Und neuerdings auch Suppen, die extra für diese Art der Versorgung entwickelt wurden. „Warum soll es nur den Coffee to go geben?“, sagt Frank Stenschke. Soljanka, mediterrane Tomaten-, Karotten-Ingwer- und Jägersuppe in verschließbaren Bechern können sowohl im S-Punkt als auch unterwegs ausgelöffelt werden. Doch auch das Original der Bahnhofs-Imbiss-Angebote, die Bockwurst, ist hier zu haben. Gerade hat Steffen Hübner zugegriffen. Der Doberschützer überbrückt die Wartezeit mit dem schnellen Mittagessen. Der Physiotherapeut will tatsächlich nur die eine Station bis nach Hause fahren. „Dass es hier etwas zu essen gibt, ist toll. Weniger schön ist, dass der halbstündige Bahntakt nicht generell nach Eilenburg-Ost fortgesetzt wird.“ Denn außerhalb der Hauptverkehrszeiten fahren die Bahnen nur im Stundentakt.

Kritikpunkt: Bahnsteigzugang

Für ein weiteres Manko gibt es nach wie vor wenig Aussicht auf Behebung. Der Zugang zu den Bahnsteigen ist nicht behindertengerecht. Überhaupt will der Gleisbahnhof noch immer nicht zum Umfeld, das von der Stadt mit Busbahnhof und Kreisverkehr neu gestaltet wurde, passen. Bahnsprecher Jörg Bönisch macht vorerst wenig Hoffnung: „Die Projekte sind da.“ Für einen zeitgemäßen Umbau sollen auch die Bahnsteige angehoben werden. Doch der Bahnhofsausbau ist mit dem Streckenausbau und der Errichtung eines elektronischen Stellwerks verknüpft. „Solange die Bahn-Netz AG kein grünes Licht dafür bekommt, kann auch der Bahnhof nicht angefasst werden.“

Im S-Punkt sind insgesamt sechs Mitarbeiter im Einsatz. In Zeiten mit Höchstfrequenz gibt es die Besetzung für den Bistro-Bereich. Ansonsten übernehmen das die Reiseberater mit. „Bei uns ist so ab gegen 10 Uhr die meiste Nachfrage“, erzählt Carmen Eisold. „Die Pendler haben meist ihr Abo fürs ganze Jahr.“ Doch sie und ihre Kollegen haben auch mit den anderen Bahnpassagieren gut zu tun. „Und so mancher, der seine Tickets immer am Automaten gekauft hat, und dann doch mal bei uns reinschaut, ist auch heute noch sehr erstaunt, dass es ein solches Angebot im Bahnhof gibt.“

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tauwetter und Regen – ein Gespann, das entlang der Mulde nicht gern gesehen wird. Die Schneeschmelze sorgt in diesen Tagen für reichlich Wasser. Am Donnerstag werden die Werte der Stufe II erreicht. Doch es scheint alles gut zu gehen.

23.02.2017

Mit dem Nachweis der Grippe-Viren bei einem toten Schwan in Eilenburg wurde ein Sperrbezirk ausgerufen. Damit haben sich die Auflagen verschärft. Sie betreffen vor allem Zweibeiner. Doch die Maßnahmen gefährden das Kulturgut, sagt Karl-Heinz Schleinitz, Vorsitzender der Rassegeflügelzüchter Eilenburg und Umgebung.

23.02.2017

In der nordsächsischen Kreisstadt Torgau erfolgt am Mittwoch der erste Spatenstich für eine Pilzfabrik. Ein koreanisches Unternehmen will künftig Speisepilze wie die schmackhaften Seitlinge züchten und von Nordsachsen aus den gesamten europäischen Markt beliefern. Dafür werden Millionen investiert.

23.02.2017
Anzeige