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Eilenburger Bahnhof: Service-Punkt top, aber das Umfeld lässt zu wünschen übrig

Anlaufstelle Eilenburger Bahnhof: Service-Punkt top, aber das Umfeld lässt zu wünschen übrig

Eilenburg kann sich freuen: Nicht allein über die immer wieder gern zitierte S-Bahn-Anbindung, sondern auch über den keineswegs selbstverständlichen S-Punkt mit Ticketverkauf, Versorgung, Wartemöglichkeit. Doch der Bahnhof selbst will noch immer nicht zum Umfeld, das von der Stadt mit Busbahnhof und Kreisverkehr neu gestaltet wurde, passen.

Im S-Punkt gibt’s ein schönes Umfeld, aber auch Nahrhaftes und Reisetickets, zeigen Reiseberaterin Carmen Eisold, Servicekraft Silvia Grothe und Teamleiter Frank Stenschke (von rechts)

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. „Das ist hier schon ein richtiges Schätzchen“, sagt Sabine Läßig über den Service-Punkt im Eilenburger Bahnhof. Und sie hat Recht. Auch wenn sie Leiterin des Verkaufsbezirks Leipzig bei DB Vertrieb damit natürlich Werbung in eigener Sache macht. Schließlich war sie dieser Tage gemeinsam mit Frank Stenschke, dem Teamleiter Mobilitätszentralen, extra in die Muldestadt gekommen, um eine Erweiterung des Imbiss-Angebots vorzustellen. Aus vielen Bahnhöfen sind die Service-Angebote verschwunden. Auch in Eilenburg hatte das Empfangsgebäude lange leer gestanden. Nun ist die Firma Talk Point Eigentümerin, hat es zum Firmensitz ausgebaut. Und es gibt seit Ende 2013, mit Inbetriebnahme des S-Bahn-Netzes, den S-Punkt als Untermieter.

Heller Raum mit Sitzmöglichkeiten

Wer die Tür am Weg zu den Bahnsteigen öffnet, den empfängt ein großzügiger und heller Raum mit Sitzmöglichkeiten, um zu verweilen, mit SB-Regalen, in denen Knabbereien und Reiselektüre stehen. Hinterm langen abgerundeten Tresen findet sich der Platz für den Ticket- und gleich daneben der für den Bistro-Verkauf. Dort warten diverse belegte Baguettes und Gebäck auf die Reisenden. Und neuerdings auch Suppen, die extra für diese Art der Versorgung entwickelt wurden. „Warum soll es nur den Coffee to go geben?“, sagt Frank Stenschke. Soljanka, mediterrane Tomaten-, Karotten-Ingwer- und Jägersuppe in verschließbaren Bechern können sowohl im S-Punkt als auch unterwegs ausgelöffelt werden. Doch auch das Original der Bahnhofs-Imbiss-Angebote, die Bockwurst, ist hier zu haben. Gerade hat Steffen Hübner zugegriffen. Der Doberschützer überbrückt die Wartezeit mit dem schnellen Mittagessen. Der Physiotherapeut will tatsächlich nur die eine Station bis nach Hause fahren. „Dass es hier etwas zu essen gibt, ist toll. Weniger schön ist, dass der halbstündige Bahntakt nicht generell nach Eilenburg-Ost fortgesetzt wird.“ Denn außerhalb der Hauptverkehrszeiten fahren die Bahnen nur im Stundentakt.

Kritikpunkt: Bahnsteigzugang

Für ein weiteres Manko gibt es nach wie vor wenig Aussicht auf Behebung. Der Zugang zu den Bahnsteigen ist nicht behindertengerecht. Überhaupt will der Gleisbahnhof noch immer nicht zum Umfeld, das von der Stadt mit Busbahnhof und Kreisverkehr neu gestaltet wurde, passen. Bahnsprecher Jörg Bönisch macht vorerst wenig Hoffnung: „Die Projekte sind da.“ Für einen zeitgemäßen Umbau sollen auch die Bahnsteige angehoben werden. Doch der Bahnhofsausbau ist mit dem Streckenausbau und der Errichtung eines elektronischen Stellwerks verknüpft. „Solange die Bahn-Netz AG kein grünes Licht dafür bekommt, kann auch der Bahnhof nicht angefasst werden.“

Im S-Punkt sind insgesamt sechs Mitarbeiter im Einsatz. In Zeiten mit Höchstfrequenz gibt es die Besetzung für den Bistro-Bereich. Ansonsten übernehmen das die Reiseberater mit. „Bei uns ist so ab gegen 10 Uhr die meiste Nachfrage“, erzählt Carmen Eisold. „Die Pendler haben meist ihr Abo fürs ganze Jahr.“ Doch sie und ihre Kollegen haben auch mit den anderen Bahnpassagieren gut zu tun. „Und so mancher, der seine Tickets immer am Automaten gekauft hat, und dann doch mal bei uns reinschaut, ist auch heute noch sehr erstaunt, dass es ein solches Angebot im Bahnhof gibt.“

Von Heike Liesaus

Eilenburg Bahnhof 51.4520051 12.636664
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