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Eilenburg Eilenburger Bibliothek zieht mit in den Roten Hirsch
Region Eilenburg Eilenburger Bibliothek zieht mit in den Roten Hirsch
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12:44 30.11.2018
Der Rote Hirsch beherbergt künftig drei Einrichtungen unter einem Dach: Bibliothek, Museum, Tourist-Info. Der Haupteingang ist künftig in der Torgauer Straße 40. Quelle: Foto: Kathrin Kabelitz
Eilenburg

Wer in Eilenburger Restaurants einkehrt, dem wird über kurz oder lang manch neues Möbel vielleicht bekannt vorkommen. Dann stammt es vermutlich aus dem Roten Hirsch in Eilenburg, in den im kommenden Jahr die Bibliothek einziehen soll. Das ehemalige Gasthaus ist jetzt leer, das Inventar aus dem Gastraum – unter anderem rund 100 Stühle und der 2,20 Meter lange Stammtisch – sowie aus der Küche verkauft. Hauptabnehmer waren zwei Wirte der Muldestadt. Das Lokal ist somit leer. Der Umbau des Erdgeschosses kann starten. Keller und Obergeschoss bleiben erhalten.

Der Rote Hirsch in Eilenburg beherbergt künftig drei Einrichtungen unter einem Dach: Bibliothek, Museum und Touristinfo. Quelle: Kathrin Kabelitz

Im Dezember wird ausgeschrieben, im Januar werden die Angebote geprüft, im Februar erfolgt die Wertung, dann können die Aufträge vergeben werden. Bis Ende Oktober soll alles fertig sein, im November zieht die Bibliothek ein, ist dann zusammen mit Touristinformation und Stadtmuseum unter einem Dach. Das ist der Plan. Es entstehe durchaus der Eindruck, als ob die Umgestaltung mal so nebenbei erfolgen könne. Ganz so sei es aber nicht, sagt Heiko Leihe, Leiter der Kulturunternehmung Eilenburg: „Es ist schon ein größeres Projekt. Der Teufel steckt im Detail.“

Zugang künftig über die Torgauer Straße

Inhaltlich sind die Eckpfeiler gesetzt. Besucher erreichen das Haus künftig über die Torgauer Straße 40, nicht mehr über die Hirschgasse. Über den Haupteingang gelangen sie in den ehemaligen Gastraum, der zum allgemeinen Bürger- und Veranstaltungsraum wird und über den die einzelnen Bereiche in Erd- und Obergeschoss erreichbar sind. Hier werden alle Besucher an einer Empfangs-Theke begrüßt, die als Spezialanfertigung das Thema Heinzelmännchen-Sage aufgreifen könnte. Neben klassischen Lesungen sind hier auch museumspädagogische Angebote geplant. Ebenso sollen dort Leseexemplare der Bibliothek ausliegen, die ohne Ausleihgebühren oder das Zahlen eines Eintritts fürs Museum eingesehen werden können. Der ehemalige Küchenbereich, der sich bis zu den Garagen erstreckt, wird zur Bibliothek, das Kaminzimmer zur Kinderbibliothek. Der Ofen bleibt erhalten, auch aus Gründen des Denkmalschutzes. Theoretisch wäre er sogar beheizbar.

Künftig einheitliche Öffnungszeit

Drei Einrichtungen unter einem Dach heißt künftig – eine Öffnungszeit. Dann greift auch, was die Stadt mit der Zusammenlegung unter anderem bewirken wollte: Effizienz. Bisher hatte beispielsweise die Bibliothek 25 Stunden, die Touristinformation 35 bis 36 Stunden. Nun sind 40 Stunden angedacht, Öffnungszeiten am Wochenende inklusive. Dass dann die Bibliothek auch sonntags nutzbar ist, dürfte Eilenburg zu einem Alleinstellungsmerkmal verhelfen. Heißt nicht, dass ständig und immer Bibliotheks-Fachkräfte vor Ort sind. „Aber es wird sie weiter geben“, sagt Leihe.

Leser können Bücher selbstständig ausleihen

2019 trete die bisherige Chefin Elke Fritzke in den passiven Teil der Altersteilzeit. Ersetzt wird sie durch zwei Halbtagskräfte, mindestens eine davon werde neben der langjährigen Mitarbeiterin Silke Altmann eine Bibo-Fachkraft sein. Zum Tragen komme dann teilweise auch ein Selbstverbuchungssystem. Der angemeldete Leser könne Bücher selbstständig ausleihen oder zurückgeben. Dies werde erfasst und legitimiere den Gast, mit dem Buch das Haus zu verlassen.

Wirte versuchten, Restaurant am Leben zu erhalten

Vor einem Jahr hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, den Anteil der Sparkasse am Roten Hirsch zu kaufen, inklusive der Grundsatzentscheidung, beide Einrichtungen unter einem Dach zu vereinen. Der um 1562 errichtete Gasthof zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Bauwerken Eilenburgs. Im Oktober 1997 kaufte die Sparkasse die marode Immobilie, um sie zu sanieren. Seit 2003 ist sie wieder zugänglich, beherbergte neben dem Museum die Tourist-Info und ein Lokal. In den letzten Jahren versuchten mehrere Wirte, das Restaurant am Leben zu erhalten – letztlich aber erfolglos.

Von Kathrin Kabelitz

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