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Eilenburg Eilenburger Briefmarken-Freunde erkunden die Welt auf wenigen Quadrat-Millimetern
Region Eilenburg Eilenburger Briefmarken-Freunde erkunden die Welt auf wenigen Quadrat-Millimetern
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16:25 03.03.2016
Volker Kittelmann zeigt eine Auswahl seiner Briefmarken. Jeden Dienstag treffen sich die Eilenburger Sammler und fachsimpeln. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Briefmarkensammeln. Das mag zuerst nach einem eher einsamen Hobby klingen. Aber beim Besuch der Runde, die sich regelmäßig im Untergeschoss der Eilenburger Seniorenresidenz trifft, wird schnell klar: Die wenige Quadratmillimeter großen Papierstücke stiften zu geistiger Mobilität und regem Austausch an. Die Herren im gesetzteren Alter, die nicht allein aus Eilenburg, sondern auch aus Delitzsch und Krostitz angereist sind, halten sich nicht bei Vorreden auf, sondern packen diverse Alben, Umschläge und Fachbücher auf den Tisch, sind sofort in Diskussionen vertieft.

Die Briefmarkenfreunde sind kein eingetragener Verein, trotzdem hat einer den Hut auf. Das ist Volker Kittelmann. Er ist durch seinen Vater ans Metier gekommen, der in der Heimatstadt Naumburg an der Herausgabe von Briefmarken beteiligt war. Er selbst, inzwischen 75-jährig, hatte in der Forschungsabteilung des Eilenburger Chemiewerks gearbeitet, später dann an der Berufsschule unterrichtet. Der Stamm der heutigen Briefmarken-Gruppe traf sich bereits zu ECW-Zeiten im dortigen Klubhaus. Heute verbringt Volker Kittelmann täglich drei bis fünf Stunden mit seinem Hobby. Meist am Computer. „Ich bekomme Anfragen und schaue, was bei Ebay los ist.“ Er ist Sachverständiger, kann die Stücke bewerten. Allerdings gibt es unter den Philatelisten noch höher qualifizierte Koryphäen: die Prüfer. Sie zertifizieren die Echtheit einer Marke. Das wird mit einem winzigen Stempel auf der Rückseite kenntlich gemacht, zeigen die Sammler. Oft genug hätten sie schon Exemplare zurückbekommen, die sich als falsch herausstellten.

Breites Erkundungsfeld bietet allein die künstlerische Gestaltung, aber auch die technischen Entwicklungen sind an den Marken abzulesen. Da ist zum Beispiel die sogenannte Postmeister-Zähnung. Die Marken-Bögen wurden einst unperforiert ausgeliefert und in den Poststellen für die Kunden auseinandergeschnitten. Bevor es üblich wurde, die Bögen mit der gestanzten Lochleisten zu versehen, besorgten das findige Postmeister selbst mit dem Schneiderrädchen oder mit der Nähmaschine. Und die Marken dokumentieren Geschichte: Herumgezeigt werden auch Raritäten aus Kriegsgefangenen-Camps; solche, die extra anlässlich von Zeppelin-Luftschifffahren herausgegeben wurden; oder Briefe aus der Inflationszeit, auf den die Frankierung die gesamte Vorderseite einnimmt. Bei jedem Treff gibt es einen Spezialvortrag. Diesmal erklärt Kittelmann Provisorien der Nachkriegszeit. Beim nächsten wird Günther Gutte Dienstmarken aus DDR-Zeiten vorstellen.

Treff der Briefmarkenfreunde ist jeden dritten Dienstag im Monat ab 19 Uhr in der Seniorenresidenz, Sydowstraße 1, Eilenburg.

Von Heike Liesaus

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