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Eilenburger Bummi-Einrichtung freut sich über Titel „Gesunde Kita“

Gesundheitsbildung Eilenburger Bummi-Einrichtung freut sich über Titel „Gesunde Kita“

Prüfung bestanden: Das Leitbild der Bummi-Kneipp-Kindertagesstätte in Eilenburg ist ohnehin auf Gesundheit ausgerichtet. Nun hat die Einrichtung im Osten der Stadt auch noch den Titel „Gesunde KiTa“ eingeheimst, der von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung verliehen wird.

„Wir haben das Zertifikat“: Leiterin Waltraud Richter (Dritte von links) kann sich gemeinsam mit Kolleginnen, Auditorinnen und Elternvertreterin über den Titel „Gesunde KiTa“ freuen.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Da gibt es in Sachsen das Zertifikat „Gesund KiTa“ und Bummi-Kneipp in Eilenburg hat es nicht? Ein Unding. Als Waltraud Richter, Chefin der Kindertagesstätte im Ostteil der Stadt, bei einer Schulung davon hörte, war der Ehrgeiz jedenfalls sofort geweckt: Schließlich ist mit den Kneippschen Leitlinien Gesundheit in der Einrichtung ohnehin Programm. Dieser Tage lief das Audit, sah sich eine Kommission in der Kita, deren Träger die Volkssolidarität ist, um. Die Besucher beobachteten die Kinder, sprachen mit Netzwerkpartnern. Nun kann das Schild, das die erfolgreich bestandene Prüfung ausweist, montiert werden. Das brachte Eileen Hornbostel, Projektkoordinatorin bei der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung mit.

Kinder und Umfeld

Was hat die Kommission geprüft? Auf der Checkliste standen unter anderem Gesundheitsverhältnisse im Haus, auf den Freiflächen aber auch bei der Arbeitsorganisation. Doch ebenso die Gesundheitskompetenzen der Kinder, die Einstellungen und Fertigkeiten, die helfen, die eigene gesunde Entwicklung zu beeinflussen. Natürlich müssen auch die Erzieherinnen die richtigen Fähigkeiten haben. Die Kita-Kultur wurde ebenfalls auf ihre Gesundheitsorientierung hin unter die Lupe genommen. Alles kaum eine Hürde für Bummi-Kneipp. Um das Zertifikat zu erhalten, hätte eine 55-prozentige Erfüllung der Punkte auf der Kriterienliste der Prüfungskommission gereicht. Die Eilenburger kam auf 85 Prozent. „100 Prozent sind nicht zu erreichen“, so Eileen Hornbostel. „Es geht auch darum, dass sich überhaupt darüber ausgetauscht und verständigt wird. Denn jeder hat eine andere Sichtweise.“ Und so saß beim kollegialen Dialog zum Abschluss das gesamte Netzwerk am Tisch: angefangen von der Stadt, die von Vize-Bürgermeister Jürgen Prochnow (Die Linke) vertreten wurde, über Ergotherapeuten, Logopäden bis hin zur Elternvertreterin.

Von Armbad bis Sauna

Die Kommission zuvor hatte die Kinder beim Wassertreten, beim Armbad gesehen, beobachtet wie sie aus Kräutern Tee machten, aber auch wie sie spielten. „Die gesamte Raumnutzung, die auf die Kinder orientiert ist und die Stimmung im Team“ hatten besonderen Eindruck auf Sabine Müller gemacht. Sie ist selbst Leiterin einer Kita in Liebertwolkwitz, gehörte gemeinsam mit einer Kollegin aus Riesa zu den Auditorinnen. „Meine Tochter war früher ein Pseudokrupp-Kind. Heute ist sie anfallsfrei. Sie ist zwar auch älter geworden, aber ich denke, dass ihr auch die Saunagänge hier geholfen haben“, erzählte Elternvertreterin Jeannette Angermann, warum sie unter anderem vom Kneipp-Konzept begeistert ist.

Gesundheit und Wohlfühlen

Das Zertifikat ist drei Jahre gültig, dann kann es erneut erworben werden. „Gesundheit ist nicht allein das Fernbleiben von Krankheit, sondern auch das Wohlfühlen, das weitere Aktivitäten wie Lernen möglich macht“, erklärte Eileen Hornbostel die Gründe für die Initiative. „Gesundes Aufwachsen ist Teil und Ziel der frühkindlichen Bildung in Sachsen. Umso früher Kinder anfangen, sich selbst um ihre Gesundheit zu kümmern, umso gesünder werden sie durchs Leben gehen.“ Da könnte es schon mal sein, dass von jüngeren Familienmitgliedern die Kritik kommt, wenn die älteren Getränke auswählen: „Aber im Kindergarten haben wir gelernt, dass Cola nicht gesund ist.“

Von Heike Liesaus

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