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Eilenburg Eilenburger Burgberg wird zum Seh-, Riech- und Hörerlebnis
Region Eilenburg Eilenburger Burgberg wird zum Seh-, Riech- und Hörerlebnis
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00:18 21.05.2017
Exakt ausgerichtet pflanzen Kay Dittrich und Stefan Platz (rechts) die kleinen Ilex-Büsche, die die Beete umfassen. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Demnächst wird der Kräutergarten auf dem Eilenburger Burgberg fertig. Aber die Stadt hat gemeinsam mit verschiedenen Arbeitsgruppen und Vereinen noch weitere Pläne geschmiedet, die das Ausflugsziel attraktiver machen.

Damit es in diesem Sommer schon duften und blühen kann im neuen Garten, sind bereits die Pflanzarbeiten angelaufen. Dieser Tage waren erst einmal die Beeteinfassungen dran. 640 Exemplare der Mini-Sträucher Ilex crenata setzten die Mitarbeiter der Thallwitzer Firma Gottfried Dittrich in die Erde. Ilex sind Vertreter der japanischen Stechpalme. Im Unterschied zur heimischen sind deren Blätter klein, nicht stachelig, immergrün und gut zu beschneiden. Sie sind damit Alternative zum Buchsbaum, der normalerweise die Beete der historischen Kräutergärten umrandet. Doch viele Hecken dieser Art werden jetzt vom Buchsbaumzünsler zerstört. Das soll hier nicht passieren.

Wie die Anlage auf dem Burgberg aussehen soll, ist auf dem Bauschild zu sehen: Die strenge Symmetrie der klassischen Vorbilder mit breiten Kieswegen wird hier nachvollzogen. Dort ist sogar zu lesen, wie viele von welchen Pflanzen wo eingesetzt werden: Melisse, Minze, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Koriander, Kümmel, Lungenkraut und vieles mehr. An den Mauern zum im vorigen Jahr gestalteten Platz vor der Pension „Heinzelberge“ werden Johannisbeeren wachsen. Die Pflanzen sind bestellt. Anfang nächster Woche kommen sie in die Beete. Währenddessen arbeitet der Gala-Service Wurzen noch an der Vollendung der „Hardware“, setzt unter anderem weitere Gabionenwände. Befürchtungen, dass am Ende niemand da sein wird, der die neue Kräutergarten-Anlage pflegt, hat sich nicht bewahrheitet: „Zwei Schulen und eine Privatperson haben sich dafür angemeldet“, berichtet Petra Zimmermann.

Neue Schilder für mehr Orientierung

Außerdem soll es künftig mehr Orientierungshilfe für Burgberg-Besucher geben. „Normale Schilder sind für Eilenburg untypisch. Deshalb sollte es auch auf dem Burgberg etwas anderes sein“, stellt Petra Zimmermann, Leiterin des Bereichs Bau in der Stadtverwaltung, fest. Die Idee: Camera Historica, von denen es bereits elf Stück vor allem in Stadt-Mitte gibt, auch auf dem Burg-Gelände aufzustellen. So können die Betrachter in die Vergangenheit, deren Zeugen im Laufe der Jahrhunderte verschwunden sind, schauen. „Wir wollen historische Ansichten des Schlosses mit relativ viel Informationen verbinden.“

Die Camera Historica sind metallene Stelen mit einer vertikalen Öffnung, durch die der Betrachter lugt. Die Exemplare im Stadtgebiet wurden mit EU-Mitteln gefördert. „Dasselbe Programm wollen wir jetzt ebenfalls nutzen“, erklärt Petra Zimmermann. Das Geld für die drei Neuzugänge ist zwar noch nicht zugesagt, doch wenn alles klappt, könnten die Guck-Säulen noch in diesem Jahr aufgebaut werden. Designer Michael Stapf habe jedenfalls mehr als genug Bild- und Text-Material beisammen, um die Stelen zu bestücken. Vergangenes wird außerdem ein 3-D-Modell innerhalb der restaurierten Grundmauern des Bergfried-Turms vergegenwärtigen: Das alte Schloss soll sicht- und fühlbar werden.

Tafel am Burgtor geplant

Gesamtübersicht über wichtige Punkte auf dem Areal soll eine große Tafel am Burgtor geben. Auch beim Blick in die Umgebung bekommen die Besucher mehr Orientierung. Es ist vorgesehen, auf dem Sorbenturm und auf dem Plateau an der „Heinzelberge“ die für Aussichtspunkte typischen Tafeln anzubringen, die beschreiben, was am Horizont sichtbar ist.

Es gibt in den kommenden Monaten nicht allein Neues zum Anschauen, Befühlen und Riechen auf dem Burgberg, sondern ebenfalls zu hören: Am 26. August erklingt eine Serenade auf dem Gelände. Fürs abendliche Open-Air-Konzert haben sich Eilenburger Burg- und Musikverein zusammengetan. Bereits am Pfingstsonntag wird Heinzelmännchenfest auf dem Sorbenturm gefeiert.

Von Heike Liesaus

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