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Eilenburg Eilenburger Burgverein organisiert zum Lutherjahr Stammtisch
Region Eilenburg Eilenburger Burgverein organisiert zum Lutherjahr Stammtisch
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09:23 07.11.2016
Andres Flegel unterstreicht seine Ausführungen mit Abbildungen, die er per Projektor an die Wand wirft. Hier mit einem BIld der Reformatoren aus jener Zeit. Quelle: Anke Herold
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Eilenburg

Das Lutherjahr hat begonnen. 2017 jährt sich der Thesenanschlag zum 500. Mal. Grund genug für den Burgverein Eilenburg, der sich ohnehin der Historie verschrieben hat, einen Stammtisch zu organisieren, der das bevorstehende Jubiläum würdigt. Andreas Flegel, Direktor des Stadtmuseums, nahm sich am Abend die Zeit und berichtete im Strandhotel über die Muldestadt zu Zeiten der Reformation. Das sehr aktuelle Thema erfreute sich großer Resonanz und so war kaum ein Platz mehr im Gastraum frei.

Luther in Eilenburg

Denn Martin Luther weilte selbst einige Male in seinem Leben in Eilenburg. Anfange des 15. Jahrhunderts erlangte die Muldestadt strategische Bedeutung und gut hundert Jahre später wuchs die Wiege Sachsens als wohlhabende Stadt heran und zählte in diesen Tagen zirka 1200 Einwohner, besaß eine Schule, Rathaus und sogar schon eine Wasserleitung, ließ der Museumsleiter wissen. Seine Ausführungen unterstrich er mit zahlreichen alten Abbildungen, die er per Projektor an der Wand warf. Das Leben war stark religiös geprägt, die Stadtkirche Zentrum des religiösen Handelns. Es gab Bettelmönchorden die in Eilenburg unterwegs waren und der Ablasshandel blühte. Originale Dokumente befinden sich im Stadtarchiv und eine Reproduktion im Museum. Luther war zu der Zeit Stadtpfarrer in Wittenberg und er erfuhr vom Ablasshandel in der Muldestadt. Sein erster Besuch in Eilenburg fand dann im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts statt. Er wollt sich hier mit Beratern treffen, denn er sollte Rede und Antwort stehen in Augsburg zu seinen verfassten Schriften.

Luther predigt in der Bergkirche

Gut zwei Jahre später besuchte er erneut Eilenburg und fühlte sich vor allem im Schloss sehr wohl. In der Bergkirche soll er einst gepredigt haben und später die Hochzeit von einem Mitstreiter in der Muldestadt vollzogen haben. „Eilenburg ist eine recht gesegnete Schmalzgrube“, ist ein Zitat von Luther. Sogar seinen Alterswohnsitz hätte er gern nach Eilenburg verlegt, wird am Abend bekannt. Diesem umfangreichen geschichtlichen Abriss folgten viele geschichtsinteressierte. Unter ihnen auch Sabine und Günther Bremme. „Mein Mann ist sehr an der Historie Eilenburgs interessiert. „Natürlich sind wir hier, weil das Lutherjahr begonnen hat. Wir sind begeistert, dass der Burgverein heute dieses Thema hatte“. Der Ehemann bestätigte und fügte hinzu: „Wir haben viel Neues erfahren, vor allem über die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Außerdem spricht Herr Flegel sehr schön und er lebt was er tut. Da macht das Zuhören Spaß.“ Der umfangreiche Informationsabend ist vor allem auch den unermüdlichen Recherchen und dem Studium unzähliger Archivunterlagen zu verdanken. Der Museumsleiter arbeitet derzeit an einem Buch mit dem Arbeitsthema „Luther und Eilenburg“.

Andreas Flegel schreibt ein Buch

„Schon ein paar Jahre bin ich damit beschäftigt. Im Stadtarchiv habe ich meine Erkenntnisse verdichtet und auf den Prüfstand gestellt, um neue Schlüsse daraus zu ziehen.“ erklärt er und hofft, dass im nächsten Jahr zur Leipziger Buchmesse das Werk fertig sein wird.

Von Anke Herold

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