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Eilenburger Burgverein will Torhaus wieder flott machen

Sanierung Eilenburger Burgverein will Torhaus wieder flott machen

Der Eilenburger Stadtrat hat in dieser Woche eine sogenannte Ausfallbürgschaft für den Burgverein von der Tagesordnung genommen. Sie sei nicht erforderlich, begründete Kämmerin Ulrike Glück nach Rücksprache mit der Landesdirektion kurz und knapp.

Das Torhaus Schlossberg 3 soll saniert werden. Der Burgverein wartet derzeit auf Fördermittel.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Eine sogenannte Ausfallbürgschaft der Stadt, um den Eilenburger Burgverein für sein Torhaus-Projekt auf dem Burgberg abzusichern, ist vom Tisch. Die Stadtverwaltung, wurde in dieser Woche im Stadtrat informiert, habe sich deswegen bei der Landesdirektion noch mal kundig gemacht und erfahren, dass eine solche Bürgschaft für das zurzeit – vor allem finanziell – anspruchsvollste Projekt des Vereins nicht erforderlich sei. Der Bürgschafts-Beschluss wurde deshalb kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Dass es im Vorfeld auch Stimmen gab, soweit solle sich die Stadt bei der Unterstützung eines bestimmten Vereins nicht hinauslehnen, spielte dabei eher eine untergeordnete Rolle.

450 000 Euro für Torhaus-Sanierung

„Wir haben eine Förderung der Torhaus-Sanierung mit Landesmitteln beantragt. Die Kreisverwaltung hat uns bei den Unterlagen geholfen, und die Aussichten auf die Zuwendungen sind damit gut“, erklärte nach der Sitzung Hans Poltersdorf, mit CDU-Mandat Ratsmitglied und einer der Aktiven im Burgverein, die die Torhaus-Sanierung als Vereinsdomizil stemmen wollen und sich speziell um die Baubelange und -finanzierung kümmern. Insgesamt 450 000 Euro seien veranschlagt, um aus dem Häuschen an der Toreinfahrt am Schlossberg 3 wieder ein Schmuckstück zu machen. Eine 90-prozentige Förderung stünde in Aussicht. Den notwendigen Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent könne der Verein selbst stemmen. „Ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen“, antwortete Poltersdorf auf eine entsprechende Zwischenfrage von Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) zu diesem Thema im Rat.

Schon viel Muskelkraft investiert

Seit der Burgverein das Torhaus im Frühjahr 2015 erwarb, ist in dem Gebäude schon einiges an Muskelkraft investiert worden. Auch die Formalitäten für die Finanzierung des Projektes und den Bauantrag benötigten ihre Zeit. Für Sonnabend, den 22. Oktober, ruft der Eilenburger Burgverein seine Mitglieder erneut zum Arbeitseinsatz aufs Torhaus-Gelände. Um 9 Uhr geht es los. Vor allem im rund 5000 Quadratmeter großen Gartenbereich hinter dem Torhaus gibt es noch einiges zu tun. Bäume verschneiden, Büsche und Gestrüpp entfernen – das stand hier schon bei früheren Einsätzen auf der Tagesordnung. Das Innere des Hauses ist, wie berichtet, dank fleißiger Hände bereits von Schmutz und Unrat befreit worden. Vereinsvorsitzende Steffi Schober und ihre Mitstreiter stellten bei dieser Gelegenheit Teile ihres Konzeptes für das Torhaus bereits vor: Ein Treffpunkt für den Verein und die Öffentlichkeit, eine Art Informationszentrum für die historisch wertvolle Anlage des Eilenburger Burgbergs, der bekanntlich als Wiege des sächsischen Nationalstaates gilt, ein Ausgangspunkt für die beliebten Berg- und Burgführungen. Und Ronald Horn schwärmte bei einem der jüngsten Aufräum-Aktionen in dem Denkmal: „Das rustikale Flair des Torhauses soll wieder zum Vorschein kommen, viel Altertümliches erhalten bleiben.“

Nachbar legt Widerspruch ein

Die Bauplanungen sind inzwischen soweit vorangeschritten, dass der Bauantrag im Rathaus eingereicht werden konnte, so Poltersdorf. „Wir sind guter Hoffnung, dass der Fördermittelbescheid noch in diesem Jahr kommt, damit ab Januar mit der Sanierung begonnen werden kann.“ Klärungsbedarf gibt es noch bezüglich des Nachbargrundstücks der Familie Erler. Wie üblich, werden unmittelbar Betroffene ins Bauverfahren einbezogen. Matthias Erler sah sich nach der Prüfung der Unterlagen zunächst veranlasst, Widerspruch einzulegen, worauf es noch keine Reaktion gebe. „Ich habe nichts gegen die Aktivitäten des Burgvereins. Aber an dieser Stelle gibt es am Hang Rutschungsgefahren, die geklärt werden müssen“, nannte der Eilenburger einen seiner Bedenken, die noch ausgeräumt werden sollten.

Von Karin Rieck

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