Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburger Café-Betreiberin setzt auf Äpfel von der Streuobstwiese
Region Eilenburg Eilenburger Café-Betreiberin setzt auf Äpfel von der Streuobstwiese
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 11.10.2018
Kerstin Nickl vom Eilenburger Wohlfühlcafé präsentiert frische Äpfel und Apfelkuchen von der Streuobstwiese in Hainichen bei Eilenburg. Quelle: Landschaftspflegeverband
Eilenburg

Bereits im Jahr 2002 begann der Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen (LPV) mit einer Kartierung von Obstbäumen entlang von Straßen und auf Wiesen im Bereich des Altkreises Delitzsch-Eilenburg. Das Ergebnis dieser Kartierung war das bestätigte Vorkommen von über 100 einheimischen und zum Teil seltenen Apfelsorten. „Diese Menge an verschiedenen Apfelsorten ist enorm, denn unsere heutige Obstwirtschaft kennt nur relativ wenige Obstsorten“, sagt Veronika Leißner vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen, der in Eilenburg seinen Sitz hat.

Viele Aktionen gestartet

Allerdings sei der Zustand der Wiesen „manches Mal besorgniserregend“ gewesen, erzählt sie. Teilweise seien die Bäume seit Jahren beziehungsweise Jahrzehnten ohne jeglichen Pflegeschnitt oder zusammengebrochen gewesen. Es mussten noch einige Jahre vergehen, um den Gedanken reifen zu lassen, wie man Menschen dazu bewegen kann, Obstwiesen zu nutzen oder neue Bäume anzupflanzen, um diese Vielfalt zu erhalten. Im Rahmen eines Förderprojektes beantragte der LPV im Jahr 2011 Gelder für eine Maßnahme, die die Sensibilisierung der Menschen für alte historische Kultur- und Landschaftselemente beinhaltete. Mit öffentlichen Aktionen wie Sortenausstellungen, Etablierung von mobilen Obstpressen, der Bildung und Nutzung eines Netzwerkes von Interessenten sowie weiteren Kartierungen und Sortenbestimmung durch einen Pomologen wurde die Bevölkerung informiert und aktiv in den Erhalt, Schutz und Wiederaufbau solcher Wiesen einbezogen.

Seltene Äpfel

Auf den Wiesen sind die Obstsorten aus der Zeit unserer Großeltern vorhanden. Diese werden heute nicht mehr angebaut. Dabei sind sie in der Regel für Allergiker sehr gut geeignet, weil verträglich, weiß die Expertin. Sie enthalten noch Polyphenole, die verantwortlich für den etwas sauren Geschmack und das Braunwerden der angeschnittenen Äpfel und Birnen sind. Besitzer von solchen Streuobstwiesen haben manchmal ein Problem mit der anfallenden Menge an Obst.

Erhalt von Streuobstwiesen

Der LPV ist daher immer auf der Suche nach Kooperationspartnern, die das Obst sinnvoll nutzen und verwerten. Mit Kerstin Nickl vom Eilenburger Wohlfühlcafé ist der Verband fündig geworden. Kerstin Nickl fährt die Streuobstwiese im Eilenburger Ortsteil Hainichen an, holt sich dort das Obst, achtet dabei darauf, dass sie sortenrein sammelt und dann gibt es frischen, selbstgebackenen Apfelkuchen, der aus Äpfeln der Sorten „Kaiser Wilhelm“, „Minister Hammerstein“ oder „Gelber Bellefleur“ besteht. „So eine Zusammenarbeit ist wichtig für den weiteren Erhalt und das Fortbestehen derartiger Wiesen“, sagt Veronika Leißner. Denn das Wohlfühlcafé erwirbt im Gegenzug einen jungen Apfelbaum einer fast ausgestorbenen alten Sorte, der wieder auf dieser Wiese eingepflanzt wird. So geht der Kreislauf von Wachsen, Ernten und Absterben auf der Wiese weiter.

Von LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Erst tüfteln, dann paddeln – Studenten der HTWK bauten mit Unterstützung des EBAWE-Werkes Eilenburg ein Betonkanu und gingen damit in Holland bei einer Regatta an den Start. Jetzt ist das Erfolgsboot zurück in Eilenburg.

11.10.2018

Im November finden zwei Lesungen in der Zentralbibliothek im Amtsgebäude für Grund- und Vorschüler statt. In einem Fall geht es um die Märchen- und Zahlenwelt, in dem anderen um manipulierte Muffins.

11.10.2018

Und plötzlich überquerten drei Wölfe die Straße ... Dies passierte LVZ-Leser Uwe Haake aus Schöna (Gemeinde Mockrehna). Er griff zur Kamera.

12.10.2018