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Eilenburger Caritas betreut 30 minderjährige Ausländer

Ausländerbetreuung Eilenburger Caritas betreut 30 minderjährige Ausländer

30 minderjährige, unbegleitete Asylbewerber (UMA) werden zurzeit beim Caritas-Hilfeverbund in Eilenburg betreut. Dafür gab und gibt es im Gebäudekomplex an der Rödgener Landstraße personelle und räumliche Umstrukturierungen.

Auf diesen Preis für ein eigenes Video sind die jungen Caritas-Schützlinge aus Krisengebieten besonders stolz.

Quelle: Karin Rieck

Eilenburg. Noch vor gut einem Jahr war beim St.-Martin-Caritas-Hilfeverbund in Eilenburg der Bereich der sogenannten Inobhutnahme mit acht Plätzen für Kinder und Jugendliche, die kurzfristig im Auftrag des Jugendamtes eine Bleibe benötigen, vorübergehend auch für eine Hand voll UMA ausreichend. UMA – so wird die Gruppe minderjähriger Ausländer abgekürzt, die ohne Begleitung eines Erwachsenen um Asyl bittet.

Insgesamt 130 Minderjährige Ausländer im Landkreis

Von insgesamt rund 130 UMA im Landkreis fand an der Rödgener Landstraße inzwischen eine der größten Gruppierungen dieser Art Zuflucht. Als sich im Spätherbst 2015 die Flüchtlingszahlen summierten, strukturierte der Caritas-Betrieb mit Unterstützung des Landratsamtes in Windeseile personell und räumlich um, ist von Einrichtungsleiter Markus Müller rückblickend zu erfahren. „Im Herbst 2015 wurden zunächst acht Afghanen und zwei Afrikaner bei uns untergebracht. Innerhalb weniger Tage starteten wir mit der ersten Zehnergruppe, schaufelten dann für weitere 20 junge Asylbewerber Personal und Unterkünfte frei, was angesichts der Feiertage zum Jahresende nicht so einfach war.“ Cindy Witschorkäwitsch, pädagogische Leiterin für den Bereich Hilfe zur Erziehung, ergänzt: „Es gab bei den Kollegen aber auch Interesse für diese Aufgabe.“ Alle hätten engagiert mitgezogen, damit der Landkreis die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, die kurzfristig aus Bayern zugewiesen wurden, unterbringen konnte. Noch frisch ist dafür ein Zuwendungsbescheid über Fördermittel, mit denen ein weiteres der Häuser des Caritas-Gebäudekomplexes bis Mitte nächsten Jahres saniert werden kann.

Einige ziehen Anfang Januar nach Reibitz

Inzwischen haben hier 30 UMA in drei Gruppen ein Zuhause gefunden. Einige, die bereits in der Tschanter-Oberschule oder im Berufsschulzentrum Rote Jahne die deutsche Sprache schon gut gelernt haben, sagen schon: „Ich bin ein Eilenburger.“ Einige der Jugendlichen ziehen Anfang Januar nach Reibitz um, wo das Soziokulturelle Zentrum in der ehemaligen Schule ein UMA-Quartier eingerichtet hat. Alle Schützlinge der Caritas würden davor ein sogenanntes Clearing-Verfahren über das Jugendamt durchlaufen, so Müller. Das hat unter anderem die Aufgabe, das Alter, den Ausbildungsstand, die Herkunft zu bestimmen, eventuell die Suche nach Angehörigen zu unterstützen. Das Amtsgericht regelt die Vormundschaft. Die Caritas stellt das Domizil, in dem sich der Alltag weitgehend eingespielt hat, sich das Mit- und Nebeneinander zu den anderen Bereichen entwickelt. Denn auf dem Gelände mit der wechselvollen Geschichte in der Heimerziehung wird heute in einer Förderschule für Erziehungshilfe und in einer Mittelschule unterrichtet. Außerdem gehören das Altenpflegezentrum St. Martin, das Kinder- und Jugendheim, die integrative Familienhilfe, die Erziehungs- und Familienberatung, die ökumenische Kindertagesstätte sowie der Bereich Ausbildung und Beschäftigung zum Aufgabenbereich von rund 120 Mitarbeitern des Hilfeverbundes in der Eilenburger Zentrale sowie Außenstellen in Delitzsch, Bad Düben und Schkeuditz.

Fachleute werden noch gesucht

„Für die UMA-Betreuung suchen wir noch Fachleute“, so Müller. 17 Mitarbeiter kümmern sich um die jungen Ausländer, die aus den bekannten Krisengebieten kommen und nun integriert werden. Was bedeutet, junge Burschen lernen alles, was hier zum Alltag gehört, zu meistern. Sie bekommen – unter anderem wegen teils traumatischer Erlebnisse – auch psychologische Hilfe. „Und wenn es mal Konflikte gibt, dann reicht schon ein Telefonat mit der Polizei. „Die Wogen haben sich meist geglättet, bis die Beamten eintreffen“, so Müller. Praktika in örtlichen Betrieben ermöglichen den ersten Blick ins Berufsleben. „Aus dem Handwerksbereich hätten wir gern noch Angebote“, so die Betreuer. Kontakte gibt es zu Sport- und anderen Vereinen der Region. Und sehr stolz seien die Schützlinge gewesen, als sie für ein Videofilmprojekt im Sommer ausgezeichnet wurden.

Von Karin Rieck

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