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Eilenburger Chefarzt feiert Geburtstag

Eilenburger Chefarzt feiert Geburtstag


Auf 65 Lebensjahre zurückzublicken, rechnet er sich nicht als Verdienst an, seine 40 Jahre im Dienst dagegen schon.

. Trotzdem denkt Dr. Hans Gstöttner, Klinikdirektor und Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Eilenburger Klinik des Kreiskrankenhauses, nicht ans Aufhören. Obwohl er am Montag Geburtstag feierte. Seinen Arbeitsvertrag hat er jedenfalls erst einmal bis Ende 2011 verlängert.

Da ist er nicht der Einzige: Bernt Zipprich, Medizinischer Geschäftsführer und Leitender Chefarzt des Kreiskrankenhauses, beging den 65. Geburtstag ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit und ist ebenfalls weiter tätig. Er führte die Gstöttner-Lebensdaten bei seinem Symposiums-Vortrag an: geboren im vom Weltkrieg zerstörten Zerbst, in Roßlau zur ging es zur Schule, das Abi wurde 1964 abgelegt, 1965 startete das Studium an der Martin-Luther-Universität Halle. 1971 kam das Staatsexamen, 1987 die Berufung zum Hochschuldozenten. Später arbeitete Gstöttner als Chefarzt in Luckau. 1996 bewarb er sich in Eilenburg. „Für uns war‘s eine günstige Fügung", stellte Zipprich fest. Gstöttner, den er als „wohltuend Geradlinigen und konstruktiv Unbequemen" schätze, könne sowohl operative Gynäkologie als auch die Geburtshilfe. Heute werde es sicher noch schwieriger sein, jemanden zu finden, der beides so vereine.

Dabei habe gerade diese Vielfalt der Ansprüche, sowohl ambulant tätig sein zu können, als auch die Möglichkeit auf chirurgischem Gebiet tätig zu werden, den Ausschlag gegeben, sich auf die Frauenheilkunde zu spezialisieren, war von Gstöttner später zu erfahren. Und wie kam er überhaupt zur Medizin? „Ich hatte immer Väter meiner Freunde vor Augen, die waren in unserer Gegend oft Chemieingenieur. Fast hätte ich das Studium begonnen. Dann kam ein Armbruch dazwischen. Das faszinierte mich. Ich habe mich fürs Medizinstudium beworben und wurde genommen."

„Der Aufbau des Klinikums lag und liegt mit in ihren Händen", lobte Landrat Michael Czupalla (CDU). Immerhin mache sich der Chefarzt mit seiner Abteilung besonders um den demografischen Faktor verdient. Rund 5500 Babys kamen in seiner Amtszeit in der Klinik im Stadtteil Eilenburg-Berg an.

Das Betriebsklima auf dieser Station beleuchtete Oberärztin Claudia Fichtner im Vortrag, den sie unter die Überschrift „Unsere gemeinsame Zeit mit Herrn Dr. med. habil. Gstöttner" stellte, von der humoristischen Seite. „Hier wird nicht gedacht, sondern gewusst", erinnerte sie an Sprüche, die sie von Gstöttner in ihrer Anfangszeit vernahm. Auch seien weder „Insubordination noch Insuffizienz", also Ungehorsam oder Organversagen, geduldet worden. Sie präsentierte auch das extra angelegte „Buch der Frechheiten". Dr. Klaus Hahmann machte da ein ganz anderes Nähkästchen auf: die Entwicklung der Ultraschalldiagnostik. Denn auch die Einführung vieler moderner Verfahren liefen in Eilenburg unter Gstöttner-Regie. Während früher die Embryonen nur als schwarze Flächen wahrgenommen werden konnten, gibt es heute detaillierte 3-D-Aufnahmen.

Klinik-Chef Zipprich sprach von hohem Engagement, ständiger Einsatzbereitschaft. Doch ohne seine Frau ginge das nicht, sagte Gstöttner Dank. Die 64-Jährige, die als Dermatologin praktiziert, halte ihm den Rücken frei und sorge dafür, „dass ihn private Dinge nicht ablenken".

Heike Liesaus

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