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Eilenburg Eilenburger Fenster lassenfrische Luft rein und Lärm draußen
Region Eilenburg Eilenburger Fenster lassenfrische Luft rein und Lärm draußen
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00:39 23.07.2015
Anteilseigner und Geschäftsführer Gerold Schwarzer (Mitte) mit dem neuen Geschäftsführer Peter Bosse und Produktionsleiter Jens Theel (links). Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Gerade hat der Betrieb den Auftrag für ein Heilbronner Studentenwohnheim bekommen. "Es geht um sogenannte teilgeöffnete Fenster mit hohen Schallschutzwert", erklärt Geschäftsführer Gerold Schwarzer, der dieser Entwicklung den Namen Eilenburger Fenster verpasst hat. Denn es gibt auch ein Hafencity-Fenster. Das aus der Muldestadt kann's natürlich besser. Das Ziel: Lärm soll draußen bleiben und trotzdem etwas frische Luft reinkommen. Dazu haben die Eilenburger ein Kastenfenster konstruiert, das sich bis zu vier Zentimeter kippen lässt und trotzdem hohen Schallschutz bietet. Schwarzer ist zudem am europäischen Verbundforschungsprojekt LaWin beteiligt. Wissenschaftler der Unis Jena und Weimar, der Hochschule für Technik Berlin wollen mit Praxispartnern einen nur vier bis sechs Millimeter dicken Wärmetauscher entwickeln, bei dem zwischen zwei Glasscheiben Flüssigkeit zirkuliert. Er soll den Heizbedarf im Winter und den Energiebedarf für Kühlung im Sommer minimieren.

Das Tagesgeschäft der Fenstertechnik: Konstruktion, Produktion und Montage von Kunststoff- und Aluminiumfenstern deutschlandweit. In den Klinkerbauten an der Wurzener Landstraße wurden einst Flugzeugmotoren montiert. Bis 1990 war es der Standort Nummer 3 der Eilenburger Chemiewerke. Der sollte erhalten werden, vor allem die Arbeitsplätze. Gerold Schwarzer, damals Ingenieur in der Entwicklungsabteilung, wurde Mitbegründer des Joint Ventures von drei Privatpersonen, davon zwei aus den alten Bundesländern. "Betriebsgründung war kurz nach der ersten demokratischen Wahl am 26. April 1990, Produktionsstart am 1. Juli", erinnert er sich.

Dass neue Fenster zuhauf gebraucht wurden, war angesichts des Sanierungsstaus klar. Und Schwarzer hatte bereits auf dem Gebiet gearbeitet. "Compounds, die Granulate, die wir herstellten, waren auch für Fensterprofile geeignet." Das Unternehmen erlebte Höhen und Tiefen: In Spitzenzeiten gab es 70 Beschäftigte, seit der Baukrise Ende der 90er-Jahre stabilisierte sich die Zahl bei 55. Und alle standen zum Betrieb, selbst als die Reduzierung der Arbeitsstunden anstand. Auch Zeiten, als sich ein Hedge-Fonds der Gesellschafter-Anteile bemächtigte, konnten überstanden werden. "Manches hört sich an wie ein Krimi. Mir wurde schon gesagt, ich soll ein Buch schreiben", sagt der 72-Jährige, der nun froh darüber ist, dass der Generations-Wechsel in der Geschäftsleitung nach vier Jahren Suche auf die Bahn gebracht werden konnte: Peter Bosse (49) kommt aus der Elektroindustrie, war bisher Geschäftsführer in einem Betrieb in Neubrandenburg und will sich in Mitteldeutschland ansiedeln.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2015
Von Heike Liesaus

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