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Eilenburger Feuerwehr im Einsatz für den Nachwuchs

Junge Helfer Eilenburger Feuerwehr im Einsatz für den Nachwuchs

Um Nachwuchs für Sanitätsdienst und Feuerbekämpfung zu gewinnen, lassen sich Eilenburger Feuerwehr und DRK auch mal etwas Abenteuerliches einfallen. Deshalb geht’s bei ihnen um abgestürzte Fallschirmspringer ebenso wie um Schürf- und Schnittwunden.

Die Jugendfeuerwehr kümmert sich um den Verletzten

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Das passiert zum Glück nicht alle Tage in Eilenburg: Ein Fallschirmspringer ist ausgerechnet in der Buche vor dem Feuerwehrgerätehaus gelandet. „Hilfeee“, schallt der Ruf aus dem Geäst. Fred Hannemann, Bereitschaftsleiter beim DRK, hat die Fantasie spielen lassen. Denn das ist eine Übung. Jugendwehr und Jugendrotkreuz trainieren gemeinsam beim Tag der offenen Tür am Gerätehaus. Schließlich können sie in Eilenburg beide auf 25 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. So alt ist Toni Prüfrock nicht, aber vor einigen Wochen ist er gerade in den aktiven Dienst der Wehr berufen worden. Er spielt die Rolle des Piloten, der sein Flugzeug auf ungewolltem Weg verlassen musste, er sitzt nun einige Meter hoch im Baum.

Alexander-Tim Kunze, 13 Jahre jung, betätigt sich ebenfalls schauspielerisch: Er ist der Freund, der das alles vom Boden aus sah. Als er sich durchs Gesträuch schlug, um an den Unglücksort zu kommen, hat er sich Schürfwunden zugezogen. Während die erwachsenen Feuerwehrmänner den Unglückspiloten mit Drehleiter und Seilzug vom Baum schweben lassen, steht Nils (11) vor Alexander und stellt ihm merkwürdige Fragen: „Wie heißen sie? Was haben sie denn heute schon so gemacht?“ Wozu das nötig ist, erklärt er hinterher: „Das ist wichtig, um ihn zu beruhigen, bei Sinnen zu behalten.“

Schon die Jüngsten bei Feuerwehr wissen, dass nicht allein klaffende Wunden der Behandlung bedürfen, sondern dass sich Menschen in Ausnahmesituationen merkwürdig verhalten. Dass sie verwirrt weglaufen, aber auch an den Unfallort vordringen wollen und sich damit selbst in Gefahr bringen oder Rettungsarbeiten behindern können.

Die Jugendlichen in blauen Dienstanzügen betten den Verletzten auf die Trage, transportieren ihn aus der „Gefahrenzone“. Dann übernehmen Caroline Raschke und Jaqueline Vogel, 20 und 21 Jahre alt, die Erstversorgung der Brüche und Wunden. „Ich bin seit 2006 dabei. Bei mir hat es mit der Schul-AG angefangen“, erzählt Caroline Raschke, nachdem der Verletzte sicher im Transporter verstaut ist. „Es ist einfach ein schönes Hobby“, sagt auch Jaqueline Vogel. „Ich wollte schon immer zur Feuerwehr“, erzählt Florian Schneider (14). Weil Mitglieder der Jugendwehr mindestens zehn Jahre alt sein müssen, ist er, als er sieben Lenze zählte, erst einmal zum Technischen Hilfswerk gegangen, um später zu wechseln. Löschangriff, der Umgang mit der Technik, selbst das Ausrollen der Wasserschläuche will geübt sein. Insgesamt 19 Mitglieder hat die Jugendwehr in Eilenburg. „Richtig Spaß macht auch das Sommercamp. Mit dem DRK zusammen waren wir auch schon im Tropical Islands“, erzählt ein Junge.

Beim Jugendrotkreuz sind derzeit sechs Mitglieder aktiv. „Es rücken aber jetzt zwei von den Bambinis nach“, berichtet der Einsatzleiter. Das ist die Gruppe der Acht- bis Elfjährigen. „Da geht es los mit Pflasterkleben“, so Fred Hannemann. Doch selbst verschiedene Arten von Wunden interessieren und werden erklärt, Schürfwunden zuerst, Brandwunden kommen zuletzt dran. „Aber vor allem wird gespielt“, so Hannemann, der fasst die Bestrebungen von Feuerwehr und Rotkreuz so zusammenfasst: „Wenn wir’s nicht schaffen, den Nachwuchs jetzt zu binden, sind sie irgendwann alle weg.“

Von Heike Liesaus

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