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Eilenburg Eilenburger Feuerwehr rettete im vorigen Jahr sieben Menschenleben
Region Eilenburg Eilenburger Feuerwehr rettete im vorigen Jahr sieben Menschenleben
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11:05 07.03.2016
Wehrleiter Gunter Kneiß gratuliert Antonio Prüfrock zur Aufnahme in den aktiven Kreis der Feuerwehrleute. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

270 Einsätze, darunter 28 Brände und 141 technische Hilfeleistungen. Sieben Menschenleben gerettet. Mehr als 3000 Stunden Ausrück- und Einsatzzeit: Diese Zahlen gehören zur Bilanz des Jahres 2015 der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg, die der stellvertretende Leiter André Misch am Freitagabend zur Hauptversammlung präsentierte. Die Vorstellung der spröden Fakten würzte er mit dem Churchill-Zitat „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, wohlwissend, dass an der Aufstellung der Einsätze kaum zu deuteln ist.

Auch mit anderen Daten steht die Eilenburger Wehr gut da. Mit dem Durchschnittsalter von 37,2 Jahren zum Beispiel, mit 78 Kameraden im aktiven Dienst, 19 bei der Jugendfeuerwehr und 30 in der Altersabteilung. Zu den vielen Stunden im Einsatz kommen wöchentliche Ausbildungs- und Dienstsportstunden. Allerdings sehen sich die Helfer, die in ihrer Freizeit für andere im Dienst sind, manchmal ausgenutzt. Misch ergriff die Gelegenheit, um vor den Gästen, den Vertretern von Stadtverwaltung und Landratsamt und befreundeten Hilfsorganisationen kritische Punkte anzusprechen: Die Feuerwehr wird oft als Tragehilfe beim Patiententransport angefordert. „Dabei ist es Aufgabe des Rettungsdienstes, das Problem zu lösen. Dort gibt es genug Personal, das ebenfalls alarmiert werden kann“, erklärte Misch.

Rechtliche Grauzone

Ebenfalls auf der Mängelliste: Die Feuerwehrleute stehen immer mal ohne kompetenten Ansprechpartner da, wenn nach ihrem Einsatz eigentlich schnell Schäden zu beheben wären, die bei Unfällen oder Überflutungen auf Kreisstraßen entstanden sind. Einen Bereitschaftsdienst des Landratsamtes gibt es zwar, „aber der nutzt uns nichts, wenn er gerade mit jemand vom Sozialamt besetzt ist“, erläuterte später Wehrleiter Gunter Kneiß. Selbst für Türöffnungen wird die Feuerwehr gerufen. „Das ist kein Problem, wenn Gefahr in Verzug ist, bei Amtshilfe für die Polizei schon“, so Misch. „Denn wir können eine Tür nicht gewaltfrei öffnen. Wir haben Glück, dass uns noch niemand die Beschädigungen in Rechnung stellte. Da bewegen wir uns in einer rechtlichen Grauzone.“ Grund fürs Hinzuziehen der Feuerwehr: Es gibt keinen lokalen Schlüsseldienst, der einen 24-Stunden-Notdienst anbietet.

Beförderungen

zum Oberfeuerwehrmann: Mario Stets, Nico Schipke, Ronny Köpl, Swen Müller;

zum Hauptfeuerwehrmann:
Marcel Rehor;

zum Löschmeister: Olaf Blase;

zum Hauptlöschmeister: Max Kneiß, Thomas Gaertner;

zum Oberbrandmeister: André Zimmermann, André Müller

Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) konnte da in seiner Rede Erfahrungen aus seiner beruflichen Vergangenheit als Inhaber einer solchen Firma beisteuern. Er sprach ebenso den Fahrzeugpark der Wehr an. Die Technik-Ausstattung sei sehr gut, aber auch sehr alt. Schließlich war der Großteil der Fahrzeuge vor reichlich 20 Jahren angeschafft worden. Misch hatte auch die Hochleistungspumpe angemahnt, die bei Hochwasser und bei geschlossenen Sielen das Wasser der Rietschke über den Hainichener Muldedeich befördern soll. Das Projekt wird jedes Jahr aufs Neue aus dem Haushalt gestrichen. „Das Problem: Zuerst sollte ein Pumpwerk gebaut werden, dann gab es die mobile Variante. Die ist aber leider bisher nicht förderfähig und sehr teuer“, so Scheler. Generell solle aber die Technik schrittweise erneuert werden.

Förderverein mit neuer Spitze

Für Neuerungen sorgten die Kameraden in der Versammlung selbst: Es gab nicht allein diverse Beförderungen, sie wählten turnusgemäß den Vorstand ihres Fördervereins, der sich unter anderem um Soziales im Hintergrund, vom Vereinsobjekt am Schwielochsee bis hin zum Weihnachtsbasteln mit der Feuerwehrjugend verdient macht. Der Vorsitzende Klaus-Peter Ganz hatte sich nicht noch einmal der Wahl gestellt. Mario Müller übernimmt dieses Amt.

Von Heike Liesaus

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