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Eilenburg Eilenburger Grundschüler lernen den Umgang mit bedrohlichen Situationen
Region Eilenburg Eilenburger Grundschüler lernen den Umgang mit bedrohlichen Situationen
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13:00 29.04.2016
Am Boden darf man nicht aufgeben: Nele Jolin Sieler tritt kräftig zu, um den Angreifer weh zu tun. Ausbilder Janek Brehm wird das Mädchen nur wenige Sekunden festhalten. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Arlett ist sieben Jahre jung. Neulich lernten sie und alle anderen Kinder in der Grundschule Ost in Eilenburg, hart zuzutreten und laut zu schreien. Das war nötig, um „Kleine Helden“ zu werden. So heißt das Trainingsprogramm, das von einer Berliner Firma angeboten wird und das in dieser Woche alle Klassenstufen der Grundschule durchliefen. Das Ziel: Selbstbehauptung, Selbstbewusstsein und Selbstschutz. „Die Kinder sind morgens meist noch schüchtern. Das ändert sich. Es ist aber erstaunlich, dass einige von den Regeln ’Lass dich nicht ansprechen’, ’Gehe mit niemandem mit’ oder ’Steige zu keinem ins Auto’ noch nichts gehört haben“, stellt Trainer Julian Ilgner fest. Der 22-Jährige hat Sicherheits-Management studiert. Nun zeigt er den Kindern, dass sie sich auf den Po fallen lassen sollen, wenn sie jemand mit sich mitziehen will. Wie sie sich mit der „Ninja-Rolle“ flugs umdrehen, um wegzulaufen. Wenn der „üble Kerl“ nicht loslässt, gilt es, so laut wie möglich zu schreien „Lassen Sie mich los!“ und schließlich, „so doll wie du kannst“, gegen dessen Schienbein zu trampeln. „Das Projekt soll stark machen gegen Übergriffe“, erklärt Lehrerin Claudia Volkmer. „Es wird von den Eltern mitgetragen und finanziert. Sie haben 6 Euro für die Trainingsstunden bezahlt.“

Aber wie fühlen sich die Kinder bei den Trainingsstunden? „Hat Spaß gemacht“, verkündet Arlett, während sie mit einigen anderen hinter der Schulmauer wartet. Gerade läuft der Übungsteil „Ich lasse mich nicht ins Auto locken“. Dazu hat Julian Ilgner seinen Pkw auf dem Schulhof geparkt. Alle Erstklässler sollen an ihm vorbeigehen, egal, was er ihnen erzählt. Die Schwierigkeit: Sie sehen niemand anderen, keinen ihrer Mitschüler, keinen Lehrer. Nicht zu tun, was Ilgner sagt, funktioniert nicht gleich bei jedem. Zumal er versichert, dass er ein Foto für die Zeitung machen will.

Von Heike Liesaus

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