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Eilenburger Gymnasiasten holen vier Tonnen Müll aus Wäldchen

Aufräumaktion Eilenburger Gymnasiasten holen vier Tonnen Müll aus Wäldchen

Mehrere Container wurden voll, als Gymnasiasten, Remondis Eilenburg und der Verein Heimatherzen gemeinsam eine wilde Mülldeponie an der Wurzener Landstraße beräumten. Die Hoffnung: Dass am sauberen Fleck künftig kein Müll mehr in der Natur entsorgt wird.

Eilenburger Schüler räumen im Wald an der Wurzener Landstraße auf.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Gewusel im Wald neben der Wurzener Landstraße in Eilenburg: Zirka 30 junge Leute sind dort zugange. Auf dem Weg stehen Fahrzeuge von Remondis. Und ein großer Abfallcontainer, in dem all das landet, was bereits zwischen den Bäumen, Sträuchern und Brennnesseln hervorgeholt wurde: große Porenbetonsteine, Fußbodenbelagstücke, Bretter von auseinandergenommenen Möbeln, Elektronikschrott wie alte Röhrenmonitore. „Und da hinten liegt noch viel mehr“, zeigt Remondis-Geschäftsführer Volker Wagner ins Grün. Matratzen, Autoteile, Altölbehälter, Dachpappe, sogar ein Dixi-Klo werden gefunden.

Müll kann kostenlos abgegeben werden

Seit Jahren wird dieses Areal im Wäldchen am Bahnviadukt offenbar als wilde Müllkippe genutzt. Schüler der zwölften Klasse aus dem Eilenburger Gymnasium räumen nun hier gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins Heimatherzen und Remondis Eilenburg auf. Einige haben eine Kette bis zum Container gebildet, reichen sich die größeren Stücke zu, andere tragen Müllsäcke, die sie mit kleinen Fundstücken gefüllt haben, aus dem Gebüsch. „Das alles hätte natürlich gar nicht hier landen dürfen“, sagt Wagner kopfschüttelnd. „Vor allem hätte das meiste davon kostenlos abgegeben werden können.“ Glas und Verbundstoffe zum Beispiel. Für den Sperrmüll in haushaltsüblichen Mengen hat eigentlich jede Kommune ein kostenloses Annahmesystem. Elektrogeräte, Batterien werden ebenfalls in Wertstoffhöfen kostenlos angenommen. Warum die Sachen trotzdem hier landen, ob aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit, ist nicht zu sagen.

Die Hoffnung: Dass die saubere Fläche müllvermeidend wirkt. „Denn dort, wo einmal etwas liegt, kommt immer noch mehr hin“, so Wagner.

Initiative vom Verein Heimatherzen

Die Initiative für die Räumaktion kam vom Verein Heimatherzen. „Zu unseren Zielen gehören unter anderem Tierschutz und Umweltschutz.“ Im Gymnasium war die Aktion auf Begeisterung gestoßen. „Eine Superidee“, sagt Leena Harmuth aus der zwölften Jahrgangsstufe. Auch die 17-Jährige hat gerade Unrat aus dem Wald geholt: „Merkwürdig, dass einige Leute Sachen in die Landschaft werfen, die sie eigentlich nur drei Meter in die Mülltonne vor die Haustür bringen müssten.“ Es war nicht schwer gewesen, Mitschüler zum Mitmachen zu bewegen: „Vielen von uns liegt die Umwelt ohnehin am Herzen. Es konnten aber nicht alle hier sein. Denn viele haben auch bei den Aktionen der Stadt mitgeholfen, die ebenfalls laufen.“ Außerdem gibt es von Remondis ein kleines Entgelt. Und das soll für den Abiball Verwendung finden.

Vier Tonnen Schutt und Müll werden am Ende von Remondis abtransportiert

Vier Tonnen Schutt und Müll werden am Ende von Remondis abtransportiert.

Quelle: Heike Liesaus

„Ein Stück Natur kann wieder aufatmen“, zieht Florian Kern am Ende der Aktion Bilanz. „Unglaubliche vier Tonnen Müll wurden eingesammelt.“

Der Verein Heimatherzen hat sich Anfang 2016 in Laußig gegründet. Ein Freundeskreis mit zwölf jungen Leute im Alter zwischen 20 und 30 Jahren tat sich dafür zusammen. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, gemeinnützige Projekte in den Bereichen Kitas und Soziales, Sport und Vereine, Tierschutz, lokale Wirtschaft und Medien zu initiieren und zu unterstützen. Kurz: etwas für die Heimat zu tun.

Kontakt zum Heimatherzen-Verein per Mail unter heimatherzen@web.de, Telefon 03424320130 oder auf der Facebook-Seite HeimatHerzen e.V.

Von Heike Liesaus

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