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Eilenburger Hausnummern-Chaos

Eilenburger Hausnummern-Chaos

In dieser Silvesternacht zieht ein Teil der Anlieger der Karl-Liebknecht-Siedlung Eilenburg um. Ab 1. Januar wohnen sie an der Sprottaer Landstraße. Klar, hier handelt es sich nur um eine Adressenänderung für etwa ein Dutzend Häuser.

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Die neuen Schilder, die zeigen, welche Hausnummern der Karl-Liebknecht-Siedlung entlang der Sprottaer Landstraße zu finden sind, sind ab Neujahr wieder hinfällig. Dann gelten neue Nummern.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Doch freudig anstoßen werden die Betroffenen darauf nicht. Im Gegenteil - sie sind verärgert.

Die Vorgeschichte: Die Siedlung, die in den 1930er-Jahren angelegt wurde, stand damals noch allein auf weiter Flur hinter dem Bahnübergang an der Straße in Richtung Sprotta. Auf alten Zeichnungen, die Anwohnerin Martina Kalusche auf den Tisch legt, wird die Trasse einfach als Kreisstraße beschrieben. Die Siedlung bekam bald nach dem Krieg den Namen Karl Liebknecht. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Besiedlung auf der anderen Seite. So haben Häuser mit Zugang von der Sprottaer Landstraße trotzdem die Adresse Karl-Marx-Siedlung. Das hat lange niemanden gestört.

Dann wurden im November des Jahres 2013 neue Schilder "Sprottaer Landstraße" aufgestellt. Auch auf der Siedlungsseite. Erst einmal eher unbemerkt von den Einwohnern. Gerade zu dieser Zeit aber geschah es, dass ein junges, neu angesiedeltes und Nachwuchs erwartendes Paar die Hebamme rief - in die Karl-Liebknecht-Siedlung. Vor dem Haus aber stand eines der schönen neuen Sprottaer-Landstraße-Schilder. Die Helferin verlor wertvolle Zeit auf der Suche. Ein erboster, frisch gebackener Großvater machte dann seinem Ärger in der Stadtverwaltung Luft. So kam die Sache ins Rollen, der Schriftverkehr dazu nun bei einigen Anliegern einen ganzen Ordner füllt. Das Rathaus wollte Ordnung in die Sache bringen. Die Häuser an der Sprottaer Landstraße sollten jetzt auch die passende Adresse bekommen.

Zwischenzeitlich wurden die Straßenschilder auch nochmal so aufgestellt, dass die Anlieger meinten, dass sich die Sache eigentlich in ihrem Sinne erledigt hat. Zu den Karl-Liebknecht-Siedlungs-Schildern kamen extra Hinweise für die Nummern in alle Richtungen. Aber das war der Verwaltung wohl eher versehentlich passiert. Es gab Aussprachen mit dem Oberbürgermeister und der Leiterin des Baubereichs der Stadtverwaltung. Nun sind die Möglichkeiten ausgeschöpft. Gegen die Adressenänderung ist nichts mehr zu machen, konstatieren die Anlieger. Rentnerin Martina Kalusche hat inzwischen für alle Nachbarn eine Liste aufgestellt. Unter der Überschrift "Änderungen des Straßennamens - was muss ich tun?" steht da, wo man sich überall ummelden muss. Von Arbeitgeber über Kabelanschluss, Kindergarten, Finanzamt bis Rentenstelle und Vereine. Die Rennerei wird Ärger machen, und voraussichtlich nicht nur diese. Es wird Verwirrung geben. Ein Jahr lang sollen alte und neue Adressen parallel gelten. Doch es kann nicht sein, dass Grundstückseingänge nur von der Sprottaer Landstraße aus vorhanden sind und keine von der Karl-Liebknecht-Siedlung. Es ist ein unhaltbarer Zustand, weil Adressen in Notsituationen nicht gefunden werden können", erklärt Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) auf Nachfrage der LVZ. Er wisse, dass die Betroffenen derzeit nicht freundlich auf ihn zu sprechen sind. All die Ummeldungen seien eine Zumutung, für Nothelfer, die nicht immer ortskundig sind, sei es "nicht lustig", auf der Suche nach Patienten herumzuirren. Es gebe noch einige Stellen in der Stadt, an denen derartige Probleme angegangen werden müssten, so Wacker.

Die sehen die neuen Anwohner der Sprottaer Landstraße in nächster Nähe: "Wir werden ins Chaos einsortiert", bringt es Karin Uhlitzsch auf den Punkt. Denn die Nummerierung geht dort dank einiger Fortsätze kreuz und quer. Dort sollte generell mal System reingebracht werden. "Wenn die Stadt Ordnung macht, dann bitte richtig." Und Nachbar Hans Nacken fügt hinzu: "Uns hatten sie immer gefunden, aber tagtäglich sucht hier einer nach einer Nummer in der Sprottaer Landstraße."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.12.2014
Von Heike Liesaus

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