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Eilenburger Hochhaus wird im Sommer saniert

Eilenburger Hochhaus wird im Sommer saniert

Gert van der Linde schaut mit wachsender Begeisterung auf den Hochhaus-Bau im Eilenburger Osten. Farbe und Außenfassaden-Gestaltung des Experimentalbaus faszinieren den Geschäftsführer der Amalie Weißenfelser GmbH auf spezielle Weise: "Das ist eben kein typischer DDR-Plattenbau.

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Wollen aus dem Hochhaus ein servicebetreutes Wohnprojekt machen: Gert van der Linde, Andreas Spitzke und Ruben de Swaan (von links).

Quelle: Kathrin Kabelitz

Eilenburg. "

Dass sich der Holländer so für das Aussehen des Elfgeschossers interessiert, hat seinen Grund. Sein Unternehmen ist, wie berichtet, neuer Besitzer des stadtbildprägenden Gebäudes. Gemeinsam mit Geschäftspartner Ruben de Swaan und Verwalter Andreas Spitzke war er jetzt vor Ort, um Absprachen hinsichtlich des geplanten Umbaus zu treffen. Bis es dazu kommt, wird es dauern. Vor Juni/Juli ist mit einem Start nicht zu rechnen. Nach Gesprächen mit den Baufirmen müssen Bauanträge gestellt, Genehmigungen eingeholt werden.

Erstes sichtbares Zeichen des Neubeginns wird ein Büro sein, in dem Mitarbeiter der Amalie Servicegesellschaft GmbH anzutreffen sind. Dieses wird in diesen Tagen eingerichtet. Dann sind Ansprechpartner für die Mieter vor Ort anzutreffen. Und damit während der Bauarbeiten. 80 bis 90 Prozent des Innenlebens steht eine Erneuerung bevor. Konkret heißt das: Sämtliche Steigleitungen werden ausgetauscht, Bäder erneuert, alles ebenerdig erreichbar gestaltet, neue Fahrstühle eingebaut, Rampen für Rollstuhlfahrer errichtet. "Individuelle Absprachen sind möglich", sagt Geschäftsführer de Swaan mit Blick auf die rund 50 Mietparteien, die noch im Haus wohnen und an deren Verbleib die neuen Besitzer interessiert sind. Die Arbeiten werden abschnittsweise realisiert. "Alles in allem wird es zwischen 15 bis 18 Monaten dauern", rechnet Andreas Spitzke.

Eine solide Sanierung sei die Grundvoraussetzung, damit sich das geplante Konzept umsetzen lasse. Referenzobjekte für servicebetreute Wohn-Projekte gebe es bereits in Leipzig und Halle. Anliegen ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, den sich auch Mieter mit kleiner Rente leisten können. Die Zuschnitte der Wohnungen lassen Spielraum für die Bedürfnisse Älterer, auch mit Pflegebedarf, und Familien. 150 Wohnungen sollen es letztlich sein, Ein- bis Vier-Raum-Wohnungen mit Größen zwischen 40 und 99 Quadratmetern, alle mit Küche und Bad. "Im Erdgeschoss wird es drei größere Räume geben, die unter anderem für Familienfeiern genutzt werden können", sagt Spitzke. Platz ist auch für Begegnungsstätten in den Etagen, in denen regelmäßige Veranstaltungen und Treffs angeboten werden oder ein Essens-Service der Firma Dussmann GmbH möglich ist. Jede Wohnung ist mit einer Notrufanlage und einem Notruftaster ausgestattet, für die zusätzliche Sicherheit der Bewohner sorgt ein Concierge-Dienst. Zwei Bereiche sind zudem speziell für Demenzkranke geplant. Die ambulanten Wohngemeinschaften umfassen etwa acht bis neun Räume. Partnerpflegedienste stehen bereit. Die Betreuung im Objekt übernimmt die Amalie Service GmbH. "60 neue Arbeitsplätze werden so geschaffen", sagt Ruben de Swaan.

Das Trio ist optimistisch, dass sich das Konzept in Eilenburg umsetzen lässt. Altersgerechtes, bei Bedarf betreutes Wohnen im Mehrgenerationenhaus. Seit fünf Jahren arbeiten sie zusammen. Die Wohnanlage in der Schongauer Straße in Leipzig läuft gut, die 144 Appartements sind vermietet, der Gewerbebereich, unter anderem mit Physiotherapie und Friseur, gut. Ein ähnliches Projekt wurde jetzt auch in Halle erfolgreich umgesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015
Kathrin Kabelitz

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