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Eilenburger Jugendrat geht auf Mitglieder-Suche

Schüler-Mitbestimmung Eilenburger Jugendrat geht auf Mitglieder-Suche

Ausbildung, Studium: Der Eilenburger Jugendrat, der erst im vorigen Jahr seine Arbeit aufnahm, ist um die Hälfte geschrumpft. Woher sollen neue Mitglieder kommen? Was hat er bisher auf den Weg gebracht? Die Jugendlichen haben Antworten gefunden.

Von den jugendlichen Mitgliedern des Jugendrates sind nur noch Robert Pötzsch (Mitte) und Tabea Aster (zweite von rechts) dabei. Michel Reuter (rechts) und Willy Krause (links) sind wegen Ausbildung und Studium ausgeschieden.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Eilenburg. Vor reichlich einem Jahr hat sich der Jugendrat der Stadt Eilenburg konstituiert. Nun leidet er unter erheblichem Schwund. Von den zuletzt vier aktiven Mitgliedern schieden zwei mit dem neuen Ausbildungsjahr aus. Willy Krause, den Vorsitzenden, zog es zum Studium, Michel Reuter trat in einer anderen Stadt eine Lehre an. Da waren’s nur noch zwei: Tabea Aster und Robert Pötzsch sind noch da.

„Am 6. Januar wollen wir den Rat am Gymnasium präsentieren, um Nachfolge-Mitglieder zu akquirieren“, erklärte Sozialpädagoge Ron Bräunig beim Dezember-Treffen. Diesmal wird eine sogenannte Kooptierung angestrebt. Wer Interesse daran hat, im Gremium mitzuarbeiten, kann sich mit Unterstützer-Unterschriften bewerben. Gespräche in der Tschanter-Schule wurden bereits geführt, auch in der Schule „Am Bürgergarten“.

Was hat der Jugendrat bisher bewirkt? „Zum Beispiel, dass jetzt auf einer der Schulbuslinien ein zweiter Bus fährt“, berichtet Anne-Doris Riedel-Conrad. Bei einer Umfrage zur Schulbussituation unter Oberschülern und Gymnasiasten waren 260 Fragebögen zurückgekommen. Dabei war festgestellt worden, dass einer der Busse tatsächlich regelmäßig überfüllt ist, das heißt, dass nicht nur die 50 Sitzplätze besetzt sind, sondern 25 Personen stehen müssen.

„McDonalds soll nach Eilenburg kommen. Das höre ich oft. Oder ein Kino“, erzählt Tabea Aster. Bei näherem Nachfragen wird klar: Den Jugendlichen geht es dabei vor allem auch um den neutralen Treffpunkt. Statt Tankstelle sozusagen. An den Bushaltestellen, die sonst dafür herhalten müssen, gibt es Beschwerden der Anlieger. Ebenso bei den Spielplätzen.

Das Problem: Es gibt schon viele Ideen in den jungen Köpfen, aber deren Umsetzung liegt entweder außerhalb der Kompetenzen der Stadt oder es gibt keine finanziellen Möglichkeiten. Andererseits wurde von den 1000 Euro, die dem Jugendrat zur Verfügung standen, nichts ausgegeben.

Dabei war der Rat nicht tatenlos: Organisiert wurde auch das Forum vor der Wahl des Eilenburger Oberbürgermeisters. Das war gut moderiert, wenn es auch unter Besuchern an Jugendlichen mangelte. Und auch die Skater-Anlage vor dem Haus VI ist weiter in Arbeit. „Dafür gibt es von der Stadt finanziell keine Unterstützung“, so Bräunig. Allerdings soll jetzt versucht werden, mit Hilfe der Förderung von Stiftungen wenigstens Geld für einige Elemente zu bekommen, die dann noch im kommenden Jahr aufgebaut werden. Der Jugendrat hat die Geschichte begleitet, war zum Beispiel mit dabei als in Frage kommende Elemente zu besichtigen waren.

Zuletzt wurde die Mitwirkung von Robert Pötzsch und Tabea Aster bei den Treffen mit dem Jugendamt angefragt, bei dem auch die Vertreter aus den verschiedenen Jugendtreffs dabei waren. Dabei ging es um die aktuellen Sorgen und Nöte der jungen Generation. Auch ein Treffen der Jugendräte der Region gab es dieser Tage. Nun ist schon ein direkter Kontakt mit dem Tauchaer Jugendparlament vereinbart, um sich auszutauschen.

„Die Arbeit im Jugendrat macht schon Spaß, weil man doch Fortschritte erkennen kann“, zieht Tabea Aster Bilanz. „Ich war jetzt auch recht happy, als ich vom Feedback auf die Busumfrage gehört habe. Ich finde es gut, etwas für Jugendliche zu gestalten, auch wenn es nicht mehr für mich selbst ist, sondern für diejenigen, die jetzt noch in der Grundschule sind.“

Von Heike Liesaus

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