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Eilenburger Kantorei feiert 450. Geburtstag

Eilenburger Kantorei feiert 450. Geburtstag

Zur Generalprobe für ein ganz besonderes Jubiläumskonzert am Pfingstsonntag trifft sich die Eilenburger Martin-Rinckart-Kantorei heute Abend noch einmal in der Stadtkirche St.

Eilenburg. Nikolai. Bekanntlich begeht der Kirchenchor in diesem Jahr ein bedeutsames Jubiläum. Stolze 450 Jahre ist es bereits her, dass sich eine Cantorey in der Muldestadt gründete. Das soll am Pfingstsonntag mit einem großen Konzert ab 17 Uhr in der Kirche gewürdigt werden. Unter den Mitwirkenden außerdem der Hohenprießnitzer Schlosschor, der Kirchenchor Taucha sowie einige Rinckart-Bläser. Der Posaunenchor der Kirchengemeinde und Andreas Hammermann vom Eilenburger Musikverein blasen bei der großen Fanfare zu "Now we thank all God" von John Rutter mit.

Passend zum Feiertag erklingt die festliche Pfingst-Kantate "Erschallet, ihr Lieder" von Johann Sebastian Bach mit großem Orchester, außerdem "Nun danket alle Gott", eine weitere Kantate in der Bearbeitung von Bach. Als Solisten treten Sara Mengs (Sopran), Lena Traupe (Alt), Stephan Kelm (Tenor) und Dirk Schmidt (Bass) auf. Das Orchester präsentiert zudem ausgewählte Sätze aus der h-Moll Suite von Johann Sebastian Bach, darunter die bekannte Badinerie. Andreas Hartmann, Konzertmeister des MDR-Sinfonieorchesters, streicht beim Mitteldeutschen Kammerorchester wie schon bei den beliebten Weihnachtskonzerten der Kantorei erneut die erste Geige.

Der Chef des Stadtmuseums, Andreas Flegel, kommt an diesem Abend ebenfalls zu Wort. Er wird einiges über die Bedeutung der Gründung der Eilenburger Cantorey-Gesellschaft im Jahre 1565 sagen. "Seit dem Gründungsjahr der Cantorey Gesellschaft gab es stets einen Kirchenchor in der Muldestadt, mal kleiner, mal größer", teilte Kantorin Lena Ruddies vorab mit. Sie übernahm 2003 das Amt in Eilenburg von ihrer Vorgängerin Elisabeth Sasse. "Der Chor hatte damals keinen Namen. Das fand ich sehr schade und habe ihn dann zunächst ohne weitere Kenntnisse zur Geschichte des Chores Martin-Rinckart-Kantorei genannt", so Ruddies weiter, die so ein weiteres Mal die Rolle eines der größten Söhne Eilenburgs würdigte. Dessen Grab befindet sich in seiner langjährigen Wirkungsstätte, der Eilenburger Nikolaikirche. Geboren am 24. April 1586 in der Muldestadt, am 8. Dezember 1649 dort verstorben, wurde Rinckart als deutscher Dichter, protestantischer Theologe und Kirchenmusiker der Barockzeit ("Nun danket alle Gott", erstmals 1636 in Rinckarts Jesu Hertz-Büchlein erschienen) bekannt.

Die Zahl von anfangs acht aktiven Mitgliedern in der Rinckart-Kantorei wuchs auf inzwischen rund 30. "Fünf können aus verschiedenen persönlichen Gründen zeitweilig nicht dabei sein", erzählt Lena Ruddies. Die 15 Soprane, zehn Altstimmen, drei Tenöre und sieben Bässe bereicherten in den vergangenen Jahren mit Aufführungen des Weihnachtsoratoriums, und zwar aller sechs Kantaten, sowie der Schöpfung von Haydn, oft in Kooperation mit anderen Chören der Region, mit musikalischen Höhepunkten.

Nach der Aufführung des festlichen Jubiläumskonzerts am Sonntag ist nach einem Glas Sekt am Sonntagabend ab 18.30 Uhr noch Gelegenheit, sich im nahen Museum historische Dokumente zur Kantoreigründung erklären zu lassen.

Karten für zwölf Euro, ermäßigt für Schüler, Studenten und Auszubildende zehn Euro (Kinder bis 14 Jahre freier Eintritt) sind im Vorverkauf im Museumsshop oder an der Tageskasse noch zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2015
Von Karin Rieck und Susanne Fer

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