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Eilenburger Kirchen-Verein macht sich für Gewölbe stark

Nikolaikirche Eilenburger Kirchen-Verein macht sich für Gewölbe stark

Der Förderverein zum Wiederaufbau der Eilenburger Nikolaikirche gibt nicht auf. Vor zwei Jahren hat es nicht geklappt: Jetzt hat er erneut einen Antrag für den Einbau des Gewölbes im vor mehr als 70 Jahren zerstörten Kirchenschiff in der Landesdirektion abgegeben.

Sauerkrautplatten statt Gewölbe: Seit Jahrzehnten ist die Decke in der Nikolaikirche nur provisorisch verkleidet.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Bekommt die Eilenburger Nikolaikirche ihr Gewölbe wieder? Der Förderverein zum Wiederaufbau nimmt dafür erneut Anlauf: „Ich habe gerade die Antragsunterlagen zur Landesdirektion gebracht“, sagte Ernst Gottlebe, der im Verein als Schatzmeister fungiert, am Montag. 2013 waren die Papiere schon einmal eingereicht worden. Damals hatte es kein Geld gegeben. Nun hoffen die Eilenburger auf das Denkmalschutz-Sonderprogramm VI.

Gottlebe und die anderen 53 Vereinsmitglieder wissen, dass für solche Projekte ein langer Atem nötig ist. „Aber es ist auch wichtig, dass irgendwann etwas sichtbar wird. Gerade weil bereits viele dafür gespendet haben“, bringt es Ehefrau Isolde Gottlebe, die von Anfang an im 1994 gegründeten Verein Mitglied ist, auf den Punkt. Schließlich hatte Ernst Gottlebe bei der Jahresversammlung kürzlich die aktuellen Zahlen vorgestellt: Mit 372 Spenden sind bisher knapp 10 000 Euro zusammengekommen.

Mittlerweile werden die Kosten für den Einbau des Gewölbes auf 2,3 Millionen Euro geschätzt. Doch war auch von Anbeginn klar: Der Einbau kann nur in Etappen vonstatten gehen. Der erste Bauabschnitt ist mit 680 000 Euro veranschlagt. Im besten Fall könnte damit in diesem Jahr begonnen werden. „Wir hoffen bei der Förderung auf den Höchstsatz: 85 Prozent“, so Gottlebe. Der Verein will zwei Drittel des Eigenanteils tragen. Der „Rest“ wäre dann Sache der Kirchengemeinde. „Aber noch ist alles hypothetisch“, so Gottlebe.

In den vergangenen Jahren sind wiederum schon viele Gedankengebäude Realität geworden: Nur so konnte die Stadtkirche, von der nach dem Krieg nicht viel mehr als die Außenmauern übrig waren, auferstehen: Zuerst fanden Gottesdienste in der Sakristei statt, später in der Chorkirche. 2006 konnte das äußere Erscheinungsbild samt barocker Turmhaube als wiederhergestellt betrachtet werden.

Lohnt all der Aufwand? Gottlebe ist diese Frage gewohnt, die für ihn nur mit Ja zu beantworten ist. „Die Nikolaikirche steht im Zentrum der Stadt, sie ist stadtbildprägend und von hohem historischem Stellenwert“, erklärt er. Die Nutzung eines Gebäudes sei auch von dessen Zustand abhängig. Das heißt: Es könnte mit dem eingebauten Gewölbe noch mehr werden. Selbst Tagungen und Symposien könnten stattfinden. Die nötige Infrastruktur ist vorhanden. Aber schon jetzt werde die Kirche nicht allein für Gottesdienste genutzt, Konzert finden statt sowie ein Teil des Weihnachtsmarktes und die Ausgabe der Abiturzeugnisse. Das Wirken des Eilenburger Geistlichen Martin Rinckart, des Schöpfers des Chorals „Nun danket alle Gott“, der weltweit in Gesangbüchern steht und in Werken von zig Komponisten zitiert wird, könnte ebenfalls sowohl für Touristen als auch für Einheimische mehr in den Fokus gerückt werden.

Letztendlich sei der Einbau des Gewölbes aus bauphysikalischer Sicht ebenfalls nötig. Aufgrund von sogenannten Taupunktüberschreitungen kommt es immer wieder dazu, dass kondensiertes Wasser in den Kirchenraum tropft. Das hatte sich bei der Aufführung des Weihnachtsoratoriums 2013 gravierend gezeigt. Damals hätte sich der künstliche Regen um ein Haar auf Zuschauer und wertvolle Instrumente ergossen, erinnert Gottlebe: „Im Prinzip müsste von allen Seiten kommen: Das muss gemacht werden. Unbedingt.“

Von Heike Liesaus

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